Sperrung

Zwei B54-Brücken über die Autobahn 45 bei Haiger gesprengt

Mit einer riesigen Staubwolke stürzt die Nordbrücke der B54 über die A45 bei Haiger nach der Sprengung ein. Der Autobahnabschnitt war dafür seit Freitagabend gesperrt.

Foto: Jürgen Schade

Mit einer riesigen Staubwolke stürzt die Nordbrücke der B54 über die A45 bei Haiger nach der Sprengung ein. Der Autobahnabschnitt war dafür seit Freitagabend gesperrt. Foto: Jürgen Schade

Siegerland.   Sprengungen erfolgreich: Bauwerke über die A  45 stürzen vertikal zusammen. Autobahnabschnitt seit Sonntagnachmittag wieder freigegeben.

Das Signalhorn schallt durch die Nacht. Sprengmeister Eduard Reisch drückt den Knopf für die Nordbrücke, Sprengtechniker Michael Hick den Knopf für die Südbrücke – und die beiden Bauwerke, die zwischen den Anschlussstellen Haiger-Burbach und Wilnsdorf die B 54 über die Autobahn 45 führen, fallen zeitgleich in sich zusammen. „Wir sind stolz, dass die Sprengung so hervorragend geklappt hat“, sagt Reisch sichtlich zufrieden.

Ergebnis

Ein wenig hat sich der Zeitplan verschoben, ansonsten läuft alles wie vorgesehen. Um 22 Uhr hätte die Sprengung stattfinden sollen, gegen 23.25 Uhr ist es soweit. Die 98 und 120 Meter langen und jeweils zwölf Meter breiten Brücken stürzen wie geplant vertikal ein, jeweils Anfang und Ende sowie die Pfeiler werden restlos zerstört.

Sicherheit

Der Autobahnabschnitt wurde in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt, ein Sicherheitsabsperrbereich im Radius von jeweils 300 Metern um die Sprengorte eingerichtet. Vor und während der Sprengung darf sich in dieser Zone niemand außer dem Sprengmeister aufhalten. Im weiteren Umfeld allerdings sind rund 80 Feuerwehrleute sowie Ordnungspolizei aus Haiger, ebenso zahlreiche Baufachwerker vor Ort.

Vorbereitungen

Damit alles so reibungslos läuft, waren tagelange intensive Vorbereitungen erforderlich. Die Experten bohren Löcher für den Sprengstoff in die Pfeiler und versenken darin die mit Zünder und Kabel versehenen Schlagpatronen. Anschließend verschließen sie die mit der Sprengmasse gefüllten Bohrlöcher mit Bauschaum, damit die Patronen zentriert sind und nicht mehr herausrutschen können. Bagger und Planierraupen haben vor der Sprengung noch ein 70 Zentimeter hohes „Fallbett“ aus Sand und Kies unter die Brücken gelegt, damit an der Fahrbahn der Autobahn keine Schäden entstehen.

Weiteres Vorgehen

Mit mehr als 20 Baggern laufen bis Sonntagnachmittag die Aufräumarbeiten. Nun folgt der Neubau der beiden Brücken. Direkt nach dem Abriss werden deren Widerlager errichtet. Die neuen Bauwerke sind Stahlverbundbrücken und kommen ohne weitere Stützpfeiler aus. Die einzelnen Teile werden vor Ort zusammengefügt und im Herbst an ihren Platz gesetzt. Dann muss die A 45 noch einmal für ein Wochenende gesperrt werden. Anfang 2019 soll alles fertig sein. Rund 13,5 Millionen Euro werden der Abbruch und Neubau der beiden Brücken nach Angaben von „Hessen Mobil“, für diesen Autobahnabschnitt zuständige Behörde, kosten. Hinzu kommen Kosten für die weiteren Arbeiten, die im Zuge dieses Projekts erforderlich werden, so dass das Gesamtobjekt insgesamt rund 16 Millionen Euro kosten wird.

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