Sprockhövel

Grünes Licht für Straßenausbau am Gedulderweg

Der Gedulderweg, die Stichstraße in Richtung Kita, soll mit Kostenbeteiligung der Anlieger ausgebaut werden. Die MiS/Piraten wollten diese Sicht der Stadt verhindern.

Der Gedulderweg, die Stichstraße in Richtung Kita, soll mit Kostenbeteiligung der Anlieger ausgebaut werden. Die MiS/Piraten wollten diese Sicht der Stadt verhindern.

Foto: Fischer

Sprockhövel.   Verkehrsausschuss schließt sich gegen Einwände der MiS/Piraten dem Votum der Anwohner des Gedulderwegs an. Die wünschen die preiswerte Variante.

Der Straßenausbau des Teilstücks Gedulderweg Hausnummer 70 bis zum Kindergarten soll vollzogen werden. Diese Empfehlung haben die Mitglieder des Verkehrsausschusses am Donnerstagabend mehrheitlich gegen die Stimme der MiS/Piraten ausgesprochen. Zum Tragen kommt eine vergleichsweise kostengünstige Ausbauvariante, die Vertreter der Stadt in einer Bürgerinformationsveranstaltung im vergangenen Jahr zusammen mit den Anwohnern verabredet hatten – eine Mischverkehrsfläche ohne einen gesonderten Gehwegbereich.

Im Gegensatz zur üblichen Bauweise soll in dem Teilstück der Straße, das von Gefälle und Kurven gekennzeichnet ist, keine Pflasterung, sondern eine Asphaltierung vorgenommen werden. Die Geschwindigkeit wird auf 10 km/h begrenzt. Soweit hatten sich Anwohner und Verwaltung bereits im September verständigt. Zur Fachausschusssitzung jetzt legte die Fraktion MiS/Piraten jedoch einen Antrag vor, den Ratsherr Holger Krefting auch für die zahlreich erschienenen Anwohner erläuterte. Kernpunkt ist die von der Wählergemeinschaft vertretene These, die Straße existiere bereits, werde ja auch zum Erreichen der Kita vielfach genutzt und ein Ausbau sei somit komplett von der Stadt zu bezahlen.

„Es ist eben keine erstmalige Herstellung, die Straße besteht schon ewig“, trug Krefting vor. Er erinnerte daran, dass bereits um 1900 eine Tischlerei, eine Gärtnerei und Elektrobetriebe dort ansässig waren, die über das – zugegebenermaßen schlechte – Teilstück erreicht wurden. „Das Vorhandensein einer Straße darf daher schon angenommen werden“, so Krefting, es könne also keine Rede davon sein, dies als bloße Baustraße oder Wirtschaftsweg qualifizieren zu wollen. Das andere Argument der MiS/Piraten zielte auf die Straßenausbaubeträge im Grundsätzlichen: Eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes werde zurzeit geprüft, ob es vor dem Hintergrund laufender Petitionen und Interventionen aus Politik und Bürgerverbänden überhaupt Bestand habe, sei nicht abzusehen.

Ulrich Höhmann, bei der Stadt Sachgebietsleiter für Tiefbau, teilte mit, die Stadt habe den Sachverhalt juristisch prüfen lassen und es handele sich definitiv um eine erstmalige Herstellung, die Bürger hätten sich für eine Variante der Maßnahme ausgesprochen, insofern bestätige der positives Votum der Politik den Bürgerwillen. Er machte die Politik und die Anwohner erneut darauf aufmerksam, dass die Stadt als größter Eigner von Immobilien vor Ort ohnehin den Löwenanteil der Baukosten zu tragen habe.

Die Anwohner wollen nun ihre Lage beraten. „Ich kann unsere Situation jetzt noch nicht richtig einschätzen“, sagt Heike Bugal, Bewohnerin des Gedulderwegs 76 a. Die Kommunikation der Stadt in dieser Sache findet sie nicht ausreichend. „Ich habe den Eindruck, die Verwaltung will das Projekt wegen der Rechtsdiskussion möglichst schnell durchziehen.“

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