Herbstsynode

Solide finanzielle Lage des Kirchenkreises Hattingen-Witten

Herbstsynode in Sprockhövel. Auf dem Podium: Pfarrerin Ute Wendel, Superintendent Julia Holtz, Pfarrerin Sabine Grünschläger-Bennecke (v.l.).

Foto: Manfred Sander

Herbstsynode in Sprockhövel. Auf dem Podium: Pfarrerin Ute Wendel, Superintendent Julia Holtz, Pfarrerin Sabine Grünschläger-Bennecke (v.l.). Foto: Manfred Sander

Kirchenkreis Hattingen-Witten: Mitgliederzahl und Finanzkraft sinken. Doch konjunkturbedingt bekommen die Gemeinden höhere Zuweisungen.

Auf der Herbstsynode des Kirchenkreises Hattingen-Witten, dem auch die evangelische Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel angehört, beschäftigten sich die 67 stimmberechtigten Vertreter aus insgesamt 16 Gemeinden (plus Gemeinde Creative Kirche Witten) am Freitag im Gemeindehaus am Perthes-Ring vor allem mit den Kirchensteuerzuweisungen.

Traditionell werden im Anschluss an die Landessynode vor Ort die Mittel für das folgende Wirtschaftsjahr verteilt. Die Zahlen, die Verwaltungsleiterin Jutta Nowicki präsentierte, gaben durchaus Grund zur Freude: „Für das Jahr 2017 wurde den Planungen ein Kirchensteueraufkommen von 485 Millionen Euro zugrunde gelegt“, wiederholte sie von den eher defensiven Schätzungen der landeskirchlichen Finanzexperten. Doch bereits im sechsten Jahr in Folge konnten nun die vorsichtigen Zahlen nach oben korrigiert werden. Denn obwohl die Zahl der Gemeindeglieder sinkt, steigt konjunkturbedingt die Summe, die die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) an die Kirchenkreise überweisen kann. So kommen von den 530 Millionen Euro, mit denen die EKvW für 2017 rechnet, mehr als 8,4 Millionen Euro im Kirchenkreis Hattingen-Witten an.

Ein Grund zur Euphorie sind diese Zahlen trotzdem nicht. Der Rückgang der Gemeindeglieder und die Tatsache, dass der Anteil der Kirchensteuer an der Lohn- und Einkommensteuer stetig sinkt, werden momentan durch die immer noch sehr gute Konjunktur aufgefangen. Die Landeskirche prognostiziert einen drastischen Einbruch für 2019: „Wir sind eine Kirche im Modus des Rückbaus. Wir verlieren Mitglieder und Finanzkraft.“

Gefüllte Kassen erwartet

Für das kommende Jahr erwarten die Fachleute aber nochmal gut gefüllte Kassen: An die Gemeinden in Hattingen, Witten, Wengern und Sprockhövel werden im kommenden Jahr fast 1,7 Millionen Euro überwiesen. Das entspricht einem Betrag von 26,17 Euro pro Gemeindeglied. Die Zahl der Gemeindeglieder ist zwar im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken (von 66 052 auf 64 889 Christen) – dennoch werden 86 924 Euro mehr an die Gemeinden überwiesen als im Vorjahr. Auch im zu Ende gehenden Jahr liegen die Einnahmen höher als geplant.

„Aus der Verteilung der Mehreinnahmen des Jahres 2017 erhält der Kirchenkreis etwa 500 000 Euro mehr, als für 2017 veranschlagt waren“, stellt Verwaltungsleitern Jutta Nowicki in Aussicht. Geld, das nach dem Willen der Synode in die dringend notwendige Erneuerung der Informationstechnologie (IT), als Rücklage für die Flüchtlingsarbeit und in den Kirchengemeinden investiert werden soll. Entsprechende Beschlüsse fasste die Synode ohne Gegenstimmen.

Personelle Veränderungen und große Ereignisse stehen bevor. Superintendentin Julia Holtz stellte Pfarrer Christian Stennert vor, der für die Johanniskirchengemeinde erstmals an einer Synode teilnahm sowie die MÖWe-Regionalpfarrerin Christina Biere. Mit Christian Uhlstein wählte die Synode einen erfahrenen und einfühlsamen Synodalbeauftragten für die Arbeit mit Flüchtlingen; Pfarrer Dirk Ochtrup wurde mit dem christlich-islamischen Dialog beauftragt und Pfarrerin Sabine Maiwald-Humbert zur Synodalbeauftragten für Gottesdienst und Kirchenmusik berufen.

Zudem wurde ein neuer IT-Ausschuss installiert und der bestehende Finanzausschuss ergänzt.

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