Vereinswelt

Abschied vom Postorchester

Das Postorchester Sundern

Das Postorchester Sundern

Foto: privat

Sundern.   Das ist ein Knaller. Das Postorchester löst sich auf. Bei den Mitgliedern führt das zu Wehmut und Stolz, der Demografische Wandel schlägt durch.

Lange Zeit gab es Hoffnung, doch gestern hat der Vorstand des Postorchesters Sundern das letzte Kapitel aufgeschlagen: „Nun nach 43 Jahren haben wir uns als geschäftsführender Vorstand schweren Herzens dazu entschlossen, die Auflösung unseres Vereins in die Wege zu leiten“ schreiben Vorsitzender Dr. Markus Borgstädt, 2. Vorsitzender Willi Gödde und Geschäftsführer Heinz Borgstädt an die Mitglieder des Vereins.

1975 ging es los

Damit geht dann im Januar bei der Jahreshauptversammlung eine Ära zu Ende. Mit einem Geburtstagsständchen beim damaligen Amtsvorsteher Gerhard Dinter begann die Geschichte des Postorchesters Sundern. Heute sind die Sunderner Musiker die letzten von ehemals 40 Orchestern. Bei der Versammlung soll dann über die Vereinsauslösung beraten werden, die dann in einer weiteren Versammlung mit einer Drei-Viertel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen werden muss. „Dafür bitten wir um Eure Unterstützung“, schreibt der Vorstand an die Mitglieder.

Maßgeblich seien zwei Gründe: „Erstens verfügt das Orchester nicht mehr über eine spielfähige Besetzung“, sagt der Vorstand. Außerdem seien viele Musiker über 70 Jahre. Und zweitens kann sich Heinz Borgstädt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in gewohnter Weise für den Verein engagieren. „Die Suche nach einem Nachfolger scheint uns aussichtslos“, schreiben die drei Vorstände.

Abschied auch in Thüringen

In Sundern hinterlässt das Orchester eine große Lücke, sei es beim

sommerlichen Dämmerschoppen oder bei den vielen karitativen Konzerten in den Einrichtungen der Stadt, wie der Sauerland-Klinik oder den Seniorenheimen. Auch aus Thüringen von der Gemeinde Behme, wo die Postler seit der Wende die Große Männer-Kirmes musikalisch umrahmt haben, wird ein Seufzer zu hören sein. Die Erinnerungen gehen auch an die Dirigenten Johannes Gilbert, Elmar Danne, Wolfgang Klauke und Thomas Schmitz zurück, die das Postorchester im Laufe der Jahrzehnte musikalisch betreut haben. „Auch bei Hubertus Schulte-Wiethoff möchten wir uns bedanken, der uns unzählige Mal am Taktstock ausgeholfen hat und ohne dessen persönlichen Einsatz viele Auftritte kaum möglich gewesen wären“, schreibt der Vorstand. Dank geht auch an die Musiker aus Arnsberg, Freienohl, Hövel, Müschede und Westenfeld, die das Orchester immer unterstützt haben.

Unvergessen, so der Vorstand, bleibe das Konzert beim Papst-Besuch in Paderborn (1996) sowie die folgende Reise, bei dem das Orchester auf dem Peters-Platz spielte (2000), weitere Konzertreisen führten nach Polen und zweimal nach Südmähren, dazu gab es unzählige Auftritte bei Schützenfesten oder Gemeindewallfahrten.

CD ein Ereignis

Ein Ereignis waren die Weihnachts-CDs, die das Orchester 1997 und 2008 im Johanneshaus aufgenommen hat. „Anlässlich unserer Jubiläen durften wir erleben, wie beliebt und geschätzt unser Postorchester war“, heißt es in dem Brief an alle Mitglieder und die passiven Unterstützer. Durch die organisierten Benefizkonzerte der Postler konnten über die Jahre mehr als 70.000 Euro für gemeinnützige Zwecke gespendet werden.

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