Politik

Arbeitskreis arbeitet am Friedhofs-Konzept in Sundern

Alter Friedhof Sundern

Alter Friedhof Sundern

Foto: WP-Archiv

Sundern.   214 Seiten ist das Friedhofs-Konzept dick, jetzt wird sich ein Arbeitskreis nochmals mit modernen Formen der Bestattung beschäftigen.

214 Seiten umfasst das neue Friedhofskonzept der Stadtverwaltung. Es stellt die Situation auf den 14 Friedhöfen im Stadtgebiet im Detail dar, mit Belegungszahlen, Besonderheiten und Prognosen. „Danke für diese Fleißarbeit“, hieß es auch dann von Werner Kaufmann von den Bürgern für Sundern, der vor über einem Jahr diese Bestandsaufnahme angestoßen hatte.

Stefan Laufmöller von der Abteilung Bürgerservice stellte das Konzept

2019 bis 2024 kurz vor und erläuterte die Besonderheiten. „Das Konzept ist nicht in Stein gemeißelt“, blieb er im Bild, aber bat die Politiker die Sache sensibel anzugehen, denn der Tod sei eben eine sehr sensible Thematik. Außerdem ständen Entscheidungen immer unter Zeitdruck, das alles sei nicht einfach für die Hinterbliebenen: „Wir führen viele Gespräche, da kann man sich nicht immer auf juristische oder betriebswirtschaftliche Standpunkt zurückziehen.“ Lob sprach er den beiden Mitarbeiterinnen Ursula Mette und Marie-Luise Heuel aus.

Nicht subventionieren

Laufmöller wies auf einige wichtige Faktoren hin: Die Lebenserwartung in Deutschland steige ständig. Wenn aber die Babyboomer aus Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre das entsprechende Alter erreichen würden, könnte sich die Zahl der Toten im Jahr in Sundern nahezu verdoppeln. Deshalb riet dringend ab, Flächen auf den städtischen Friedhöfen aufzugeben. „Das ist die wichtigste Erkenntnis aus der Alterspyramide.“ Eine Prognose, in welche Richtung sich die Zahl der Verstorbenen im Jahr bewege, sei nicht fassbar. Es gebe eine hohe Volatilität: „Da sind Kalkulationen schwierig, Statistik greift hier nicht.“ Zum Thema Gebührenkalkulation erläuterte Laufmöller, dass günstige Kommunen im Umland oftmals die Friedhöfe subventionieren würden. „Ich bin für Ehrlichkeit, und rate davon ab.“

Die Parteien hatten vor der Sitzung noch einige Anträge eingebracht. So etwa die Grünen, Freiflächen mit Blumenwiesen zu nutzen, vor allem um die Artenvielfalt der Insekten zu erhalten. Die CDU regte an, über eine gärtnergepflegte Anlage nachzudenken, die dann an einen Gärtner verpachtet wird. Auch kam im Laufe der Diskussion immer wieder das Thema Rasengräber und Ruhewald zur Sprache.

Dies alles wird nun in einem Arbeitskreis besprochen, in den alle Parteien einen Vertreter entsende, dazu kommt Stefan Laufmöller. Über weitere Experten entscheidet der AK dann selbst.

Wer sich das Konzept einmal genauer ansehen will, hier der Link: http://sdnetsundern.citkomm.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZV1HrREvIM6AS2ekgOVCMp5m8zQqpym82YE9WfnE3Wyw/Friedhofskonzept_2019-2024.pdf

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