Sundern/Hannover. . Denise Umicevic aus Sundern überzeugt bei Hannover Fashion Show 2017. Ihre Kollektion ist ebenso sehenswert wie ungewöhnlich.

  • Denise Umicevic aus Sundern zeigt Mode in Hannover
  • Kollektion überzeugt bei Hannover Fashion Show
  • Ikonen als „Hingucker“

Mailand, Paris, New York – Hannover, Sundern! Diese Aufzählung sorgt für Irritationen? Drehen wir die Reihenfolge einfach um – und sorgen für Klarheit: Eine junge Dame aus der Röhrstadt hat kräftig dazu beigetragen, dass sich die niedersächsische ­Landeshauptstadt in Sachen Mode nicht länger hinter international renommierten Fashion­-Metropolen verstecken muss:

„Music meets fashion“

Denise Umicevic heißt die Modeschöpferin – und ihre Kollektion ist ebenso sehenswert wie ungewöhnlich. Davon konnten sich Fachleute und interessierte Besucher zu Monatsbeginn in der Orangerie des Schlosses Herrenhäuser Gärten überzeugen:

„Music meets fashion“ lautete das Motto der Hannover Fashion Show 2017 am 1. April. Hannovers größte Modenschau liefert den Nachwuchs-Designerinnen und Designern der „Fahmoda“ (Akademie für Mode und Design Hannover, siehe Infokasten) die Plattform zur Präsentation ihrer Abschlusskollektionen.

Die Fahmoda

„Music meets fashion“ war das Motto der Hannover Fashion Show 2017 am Samstag, 1. April.

Die Fahmoda ist die führende private, staatlich anerkannte Akademie für Modedesign und Maßschneiderei in Niedersachsen. Sie wurde 2003 gegründet und hat sich seither zu einer bundesweit anerkannten Erfolgsinstitution in der Textilwirtschaft entwickelt. Inzwischen zählt sie zu den besten Modeschulen Deutschlands.

Gezielte Coachings und Kooperationen mit renommierten Modeunternehmen bieten zukünftigen Designer/-innen eine professionelle Begleitung in den Berufseinstieg.

„Paisano“ hat Denise Umicevic ihre Arbeit getitelt, die klassischen Schick in italienischem Style mit Ikonenmalerei, wie sie die serbisch-orthodoxe Kirche kennt, verknüpft. Ein gewagtes, aber gelungenes Experiment – auch wenn es am Ende nicht ganz bis auf das Siegertreppchen reichte. Zum Finale der Abendshow verteilte eine Jury Preise für die drei besten Entwürfe.

Wiedererkennungswert

„Ich bin stolz darauf, dass ich diese Kollektion zusammen- und fertiggestellt habe“, ist die 23-Jährige zufrieden mit ihrer Performance. Die Kreationen haben ein Stück Persönlichkeit auf den Laufsteg gezaubert: „In dieser ­Kollektion steckt sehr viel Herzblut. Ich habe die Bilder der serbisch-orthodoxen Heiligen selbst gemalt. Sie sind der Wiedererkennungswert meiner Kollektion“, berichtet Denise Umicevic.

Auch die Choreographie passte perfekt: Die Models verwandelten den Catwalk in den Schauplatz einer serbisch-orthodoxen Hochzeitszeremonie – schlüpften dafür nicht nur in verschiedene Kleider, sondern außerdem auch in unterschiedliche Rollen. Der Priester hatte sich in ein – vor allem farblich – auffälliges Gewand gehüllt, dass sich wohl als „pretty in pink“ beschreiben lässt. Klassisch entworfene Brautkostüme und gewagte Entwürfe, die teils nackte Haut durchblicken lassen, sorgten für Kontraste. Die Herren präsentierten sich in zeitloser Eleganz, wobei die immer wiederkehrenden Ikonen für einen Hauch Extra­vaganz sorgten.

Dank an die Familie

„Ich bin auch dankbar für die Unterstützung aus Reihen meiner Familie“, betont die Mode-Studentin, „sie hat mich tatkräftig unterstützt, immer wieder aufgebaut, mir den Rücken frei gehalten und Mut gemacht.“ Da überrascht es nicht, dass Denise nach erfolgreicher Ausbildung in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Eine Arbeitsstelle als Designerin hat sie bereits – und vielleicht schnürt sie auch wieder die Fußballschuhe für den TuS!?