Freizeit

Bei Tag und bei Nacht lockt der Sternenrundweg in Sundern

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Das Initiatoren-Team (von links): Barbara Schröder, Reinhard Geuecke, Irene Kaiser und Angelika Gliesche – mit dem stellvertretenden Bürgermeister Georg Te Pass und Monsignore Dr. Konrad Schmidt (rechts

Das Initiatoren-Team (von links): Barbara Schröder, Reinhard Geuecke, Irene Kaiser und Angelika Gliesche – mit dem stellvertretenden Bürgermeister Georg Te Pass und Monsignore Dr. Konrad Schmidt (rechts

Foto: Beate Feische

Meinkenbracht.  Das Meinkenbrachter Leader-Projekt erhielt viel Lob für seinen Sternen- und Planetenweg, auf dem Wandern und Sternebeoachten möglich sind.

Zur Eröffnung des Sternendorfes Meinkenbracht mit Planeten- und Sternenweg strahlte der hellste Stern mit aller Kraft vom Himmel. „In der Nacht kann man hier die Sterne leuchten sehen, wie jetzt die Löwenzahnblüten auf der Wiese“, ist Barbara Schröder, Mitinitiatorin des Projektes, ist von der Idee und der Umsetzung überzeugt.

Ortsvorsteherin Irene Kaiser hielt die Begrüßungsrede und dankte ­allen Helfern, die bei der Umsetzung des Projektes (wie berichtet) geholfen haben. „Planetenwege gibt es mehrere, aber ein Sternenweg, der ist wahrscheinlich einzigartig, vielleicht sogar deutschlandweit“, erklärte sie nicht ohne Stolz.

Sternenrundweg

Zwei Stationen mit jeweils zwei Sternenbilderbeschreibungen finden Touristen nun auf dem 3,6 Kilometer langen Sternen(rund)weg. Gestartet wird am Wanderparkplatz Romecke, Richtung Dorf­mitte. Hier gelangt man auf den Wanderweg A1, dem man in beide Richtungen folgen kann. Auch wer den Planetenweg erwandern möchte, startet an diesem Parkplatz.

Der Weg führt nun hin zur Sonne, eine gelbe Granitkugel mit knapp 500 Kilo gewicht und einem Durchmesser von 70 Zentimetern. Die Wegstrecke, die ab hier zurückgelegt werden muss, entspricht im Maßstab 1:2.000.000.000 den Entfernungen der Planeten zur Sonne bis zum Neptun. Beim Anblick der Erde wird der Besucher sicher staunen. Sie ist in 75 Metern Entfernung zur Sonne zu finden und nur noch erbsengroß. Auf 5,6 Kilometern kann man nicht nur die Planeten und in der Nacht alle Sterne bewundern, sondern auch die Landschaft genießen.

Harte, blinkende Taler

Sunderns stellvertretender Bürgermeister Georg Te Pass dankte ebenfalls allen Aktiven. „Sie haben mit ihrem Einsatz entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität vor Ort genommen, indem sie sich einbringen und mitwirken. Humorvoll nahm er die touristische Seite, in Bezug auf das Märchen Sterntaler, auf.

„Wie heißt es in diesem Märchen so schön – ‘und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter harte, blinkende Taler’. Ich weiß nicht, ob eine weitere Ausbaustufe geplant ist die dieses Ziel verwirklicht, denn der Haushalt der Stadt Sundern könnte Taler, die vom Himmel fallen, gebrauchen.“

Unsere Planeten

Monsignore Dr. Konrad Schmidt nahm die Segnung vor. Ihm waren die Kenntnisse zu den Planeten besonders wichtig. „Mein Vater erklärte mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“. Dieser Satz sei nicht nur wichtig, weil er aufführt das Eltern Wert auf die Kenntnisse der Gestirne legen würden, sondern zeige in den Anfangsbuchstaben die Reihenfolge der Planeten auf. Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Schon jetzt eilt dem Leader-Projekt ein guter Ruf voraus. So kamen nicht nur Meinkenbrachter zur Eröffnung, sondern viele Vertreter aus Sunderns Ortschaften, Leader-Regionalmanager Lars Morgenbrod und die Geschäftsleiterin der Stadtmarketing eG. Ann-Kathrin Meier.

Gute, innovative Idee

Morgenbrod ist begeistert von der Initiative, lobt die gute, innovative Idee, bei der mit wenigen Mitteln aber mit Tatkraft und Zusammenhalt innerhalb kürzester Zeit ein touristisches Highlight geschaffen wurde.

Auch Ann Kathrin Meier lobt die Initiative: „Aus touristischer Sicht ist sie einfach super. Die Thematik ist interessant, und der frei zugängige Rundwanderweg mit herrlicher Natur sicher von hohem Wert.“ Nach der Eröffnung fand eine kleine Feier in der Schützenhalle statt, wo ein transportables Planetarium auf die Besucher wartete.

Drei Fragen an Irene kaiser, Ortsvorsteherin Meinkenbracht

1 Wie haben Sie die Standorte der Liegen ausgewählt?

Wichtig war uns, dass der Benutzer eine freie Sicht hat. Die ist an den Standorten am Kinderspielplatz in der Romecke und am Friedhof gewährleistet. Man hat den schönen Blick auf die Gegenseite der Homert über das Plateau hinweg und in den Himmel.

2 Was steht jetzt noch an Anschaffungen an?

Wir wollen auf jeden Fall noch ein Teleskop kaufen. Es wird aber nicht an einem Platz fest installiert, sondern es soll beweglich bleiben, um gezielt bei Führungen oder ähnlichen Dingen darauf zurück greifen zu können. Da müssen wir uns aber noch kundig machen, welche Ausführung für unsere Zwecke in Frage kommt.

3 Wie sehen Sie das Sternendorf Meinkenbracht im Jahr 2028?

Das wichtigste für uns: Die Liegen stehen noch, denn wir haben großen Wert auf eine langjährige Haltbarkeit gelegt. Das ist auch wichtig im Hinblick auf die Förderung, die dann ja noch zwei Jahre - also bis 2030 - laufen wird. Wir haben solches Material gewählt, das eine hohe UV-Beständigkeit hat und den Anforderungen in der freien Natur trotzt. Ansonsten müssen wir sehen wie die beiden Lehrpfade angenommen werden und unsere Aktivitäten darauf ausrichten. Wir denken an Führungen von Gruppen bzw. Besuche von Schulen.

Mit Ortsvorsteherin Irene Kaiser sprach Mitarbeiterin Beate Feische

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