Heimat

Bergpredigt zu „Schwein gehabt“

Über den Blumenteppich zieht die Laurentius-Prozession in Enkhausen mit Pastor Otto Dalkmann.

Über den Blumenteppich zieht die Laurentius-Prozession in Enkhausen mit Pastor Otto Dalkmann.

Foto: Frank Albrecht / WP Sundern

Enkhausen.  Die Bergpredigt beim Laurentius-Fest in Enkhausen ist seit je her ein Ereignis. Jetzt hielt sie Pater Reinald aus der Mescheder Abtei zum 25. Mal.

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Von Frank Albrecht


Über einen von den Frauen aus dem Dorf gelegten Blumenteppich hinaus startete nach dem Hochamt am Sonntag die Prozession zu Ehren des Schutzpatrons Hl. Laurentius. In Enkhausen wurde unter der Regie der Schützenbruderschaft das jährliche Laurentiusfest gefeiert, das sich auch in diesem Jahr dank Bergpredigt und anschließendem Dorffest zu einem Publikumsmagneten entwickelte.

Wieder mal gelungen wurden dabei der kirchliche Teil und der weltliche Part des Festes zusammengebracht. So ging es mit Pastor Otto Dalkmann und unter Begleitung der Enkhausener Schützen sowie des Musikvereins Hövel und vieler Teilnehmer zunächst auf die traditionelle Prozession in Richtung Tiefenhagen. Insgesamt vier Stationen wurden von den Besuchern abgeschritten, bevor Pastor Dalkmann an der St.-Laurentius-Kirche auch den Hauptredner des Festes, Pater Reinald Rickert, zur Bergpredigt hinter der Kirche begrüßen konnte.

In der von vielen Gästen mit Spannung erwarteten Predigt, erklärte Pater Rickert zunächst die Herkunft der Redewendung „Schwein gehabt“. Die, so der Pater, sei nämlich bei Schützenfesten sehr gebräuchlich gewesen, bei denen der Königsanwärter, der nicht den Vogel herunterschoss, im Anschluss nur ein Schwein als Trost- und besser noch Spottpreis bekommen haben soll.

Graue Zellen wachrütteln

Pater Rickert erzählt dazu eine seiner bekannten Anekdoten um sogleich am Sprichwort „Glück im Unglück“ das Paradox als Kern seiner Bergpredigt fest zu machen. „Dieses rhetorische Mittel sollte dazu dienen, die grauen Zellen bei uns wachzurütteln“, mahnte Rickert. So bedeute das Wort „paradox“ im griechischen Ursprung „unerwartet“ oder „sonderbar“. Zu jedem Spruch gebe es aber so eine Art Gegen-Spruch, was überhaupt auch den ganzen christlichen Glauben wie auch das Laurentiusfest zu einem Paradoxon mache. Auch die Tatsache, dass Gott die Menschen immer wieder leiden lasse, sei ein solches Paradox.

Rickert munterte zum Abschluss jedoch seine Zuhörer auf, sich auf Gott einzulassen, weil der es doch letztendlich gut mit den Menschen meine. Für seine Bergpredigt erhielt Pater Rickert nicht nur den Applaus der Zuhörer: Pastor Otto Dalkmann erinnert daran, dass es in diesem Jahr die 25. Bergpredigt war, und dankte seinem Glaubensbruder für die Ausdauer. Die belohnte der 1. Brudermeister der Enkhauser Schützen, Manfred Schmidt, mit einem Präsentkorb, der zum Abschluss des kirchlichen Teils der Laurentiusfeier überreicht wurde.

Teppich betrachten

Noch einmal hatten die Besucher die Besucher dann auch die Gelegenheit den von Mechthild Wahle

skizzierten und von den Enkhausener Frauen gelegten Blumenteppich zu bewundern. „Das Motiv stammt diesmal vom Chormantel des Pastors“, verriet Wahle. Mit Rosenblättern, die von einer Sunderner Blumenhandlung gestiftet wurden, sowie aus Fichtenzweigen, Hortensien, Tagetes, Eisenhut und anderen Blumen bot der Teppich vor dem Haupteingang der Kirche wieder ein schönes Bild.

Nahtlos konnte dann vor dem Pfarrheim das Laurentiusfest im Beisein zahlreicher Schützen und ihrer Gäste gefeiert werden. Zu gestiftetem Kuchen gab es über den Nachmittag verteilt Leckeres vom Grill. Das Angebot an der Kirche hatte wieder zahlreiche Einheimische und Wanderer angelockt, wie einen Teil von der SGV-Abteilung aus Hüsten, die schon seit Jahren zu treuen Gästen des Festes gehören.

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