Einkaufen in Sundern

Bewusstsein für Bio steigt

Margit Greitemann mit ihrem Angebot im Hofladen, der vor 20 Jahren auf der Deele des Hofes in Seidfeld errichtet wurde.

Margit Greitemann mit ihrem Angebot im Hofladen, der vor 20 Jahren auf der Deele des Hofes in Seidfeld errichtet wurde.

Foto: Matthias Schäfer

Sundern.  Hofläden kamen vor über 20 Jahren auf, heute sind normaler Bestandteil eines Angebot, in Sundern gibt es gleich mehrere davon.

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Sie sind nicht mehr neu, die Hofläden, sondern etabliert. Und bekommen derzeit frischen Aufwind durch die Nachhaltigkeitsdebatte. Das bestätigt Margit Greitemann aus Seidfeld: „Man erreicht mit einem Hofladen nicht jeden, aber es sind in den Jahren immer mehr geworden, die natürlich essen wollen. Das Bewusstsein hat zugenommen.“

Das merkt Margit Greitemann auch an der Abnahme von sogenannten Abo-Gemüsekisten, die ein Kooperationspartner der Familie Greitemann anliefert: „Das Bio-Gemüse holen die Kunden bei uns ab“, so die Fachfrau.

Der Austausch mit anderen Hofläden gehört zum Konzept, denn nicht jeder Hof kann alles selbst im Angebot haben: „Wir sind ein reiner Milchviehbetrieb, da können wir nicht noch zusätzlich Erdbeeren anbauen“, erklärt die gelernte ländliche Hauswirtschaftsmeisterin: „Diese Ausbildung war ein schönes Kapital, zumal ich ja nicht aus der Landwirtschaft stamme“, sagt die gebürtige Stockumerin. Im Laden ist alles von Apfel bis Ziegenkäse zu haben: „Das Angebot ist ständig gewachsen.“ Gerade sind Obstböden mit Dinkelmehl gebacken der saisonale Renner: „Sehr lecker mit Erdbeeren oder anderen Früchten.“

Entscheidung vor 25 Jahren

Vor fast 25 Jahren fiel dann im Hause Greitemann die Entscheidung, einen Hofladen aufzubauen: 1995 wurde zunächst ein Milchautomat aufgestellt, denn es übrigens immer noch gibt und der auch immer noch stark nachgefragt ist. Später kamen eigene Marmeladen dazu. Ein Glücksfall war dann der Umbau der Deele zum Hofladen. Ein reizvolles Ambiente für die Käuferinnen und Käufer, die hauptsächlich aus Sundern kommen: „Aber wir haben auch Kunden aus Finnentrop und viele Menschen, die uns im Vorbeifahren entdecken und anhalten.“

Ein ganz neues Klientel sind junge Menschen: „Sie beginnen zu kochen und viele wollen auch Biogemüse dazu verwenden“, sagt die Landwirtschaftsmeisterin. Dabei helfen natürlich auch die Abo-Kisten: „Das Angebot hier hat uns überzeugt. Den Tipp haben wir von Freunden aus Hagen bekommen“, verrät Marcel Klammt. Er hat bis vor einem Jahr in der Großstadt gelebt und ist nun zurück in Hagen. „Uns ist das regionale wichtig, aber auch dass wir Saisonales bekommen. Vor allem aber unverpackt“, weist er auf die Nachhaltigkeit hin.

Neues SB-Lädchen

Ebenfalls vor 25 Jahren hat die Familie Schlüppner im Selschede ihren Hofladen eröffnet. Inzwischen hat Sohn Tobias (41)

den Betrieb übernommen. Und hat, da der Laden nicht ständig geöffnet sein kann, etwas Neues auf dem Hof gebaut: Ein SB-Lädchen im Fachwerk-Stil. Dort kann der Kunden an sieben Tagen in der Woche (8.30 bis 20.30 Uhr) Eier, Obst und saisonales Gemüse kaufen: „Das läuft auf Vertrauensbasis“, sagt Tobias Schlüppner. Ein Hauptrenner seien Kartoffeln und am Wochenende die angebotenen Grillwaren wie Würstchen.

Als Produzent von Kartoffeln und Eiern sowie einer Ferkelaufzucht bieten die Schlüppners von Donnerstag bis Samstag in ihrem Hofladen von Hausmacher Wurstwaren, Erdbeeren und Spargel an. Echte Verkaufsschlager sind im Jahr sind die gefärbten Ostereier sowie Weihnachtsbäume. Dazu bietet der Laden exotische Kartoffelsorten wie rote American Rose oder die eher bucklige Sorte, das Bamberger Hörnchen, an: „Hauptsorte bleibt aber die Velana“, sagt Schlüppner.

Einen ganz anderen Hofladen bietet die Facenda de Esperanca in Hellefeld: „Aus allen Facenden gibt es bei uns etwas, etwa Kaffee aus Brasilien, oder Olivenöl aus Portugal oder Spiegel aus Mexico“ erklärt Michaela Fikus, die seit sieben Jahren die Facenda leitet. Ein ganz neues Produkt ist ein Bibelmännchen, das ein Ehemaliger entwickelt hat: Das Männchen hält eine Bibel, nimmt man sie weg, kippt es um. „Das durchaus symbolisch zu nehmen für unser Leben“, sagt Michaela Fikus dazu.

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