Bodensanierung

Bodensanierung auf Pingel-Gelände ist gestartet

Machen sich vor Ort ein Bild über die Herausforderungen der Bodensanierung: Andreas Paul Amft (Geschäftsführender Gesellschafter Enregis GmbH, links) und Dr. Engelbert Müller, (AAV, Projektleiter). Foto:Ted Jones

Machen sich vor Ort ein Bild über die Herausforderungen der Bodensanierung: Andreas Paul Amft (Geschäftsführender Gesellschafter Enregis GmbH, links) und Dr. Engelbert Müller, (AAV, Projektleiter). Foto:Ted Jones

Sundern.   Umfangreiche Maßnahmen am Lockweg jetzt gestartet. Zwei Bauabschnitte bis Jahresende. Betrieb bei neuem Nutzer Enregis geht weiter.

Fast acht Jahre nach dem „Aus“ für die Firma Pingel hat am gestrigen Mittwoch die Bodensanierung auf dem Areal der ehemaligen Metallwarenfabrik am Sunderner Lockweg begonnen. Dort wurden bis Ende 2009 Präzisionsdrehteile hergestellt, bevor das Unternehmen zahlungsunfähig wurde. Erste Hinweise auf eine Kontaminierung des Firmengeländes gab es bereits während des Insolvenzverfahrens. Eine Reihe von Untersuchungen wurde im Jahr 2011 durchgeführt – dabei kamen lokale Belastungen des Bodens, der Bodenluft sowie des Grundwassers durch Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MKW) und leichtflüchtige halogenierte Kohlen­wasserstoffe (LHKW) zu Tage.

Nachnutzung

Trotzdem fand sich ein Nachnutzer: Die Firma Enregis aus Arnsberg kaufte die Pingel-Immobilie im September 2013, hat inzwischen Stammhaus und Verwaltung an den Lockweg 83 verlegt. Die GmbH, Hauptgeschäftsfelder sind die Bereiche Regenwassermanagement und Entwässerungstechnik, hat sich am Standort nachhaltig ­engagiert, was die nun anlaufende Bodensanierung zu einer echten Herausforderung macht, denn:

Schutz des Grundwassers

„Planung und Ausführung der erforderlichen Arbeiten erfolgen unter Fortführung des laufenden Betriebs des am Standort arbeitenden Unternehmens“, erklärt Sabine Schidlowski-Boos vom Verband für Flächenrecycling und Alt­lastensanierung (AAV). Der AAV (siehe Infokasten) führt die Sanierung durch. Deren Ziel ist die Beseitigung von im Lockergestein vorhandenen Verunreinigungen zum Schutz des Grundwassers.

Auch für die Firma Enregis eine Herausforderung, denn die Arbeiten dauern viele Monate lang an. Im ersten Bauabschnitt wird auf dem 13 000 Quadratmeter großen Areal – im Bereich der ehemaligen Späne-Entölung – der mit Mineralöl-Kohlenwasserstoffen verunreinigte Boden bis zu einer Tiefe von rund einem Meter ausgekoffert und durch unbelastetes Material ersetzt. Im Bereich der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage ist das Gelände durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe kontaminiert. Dort muss sogar bis zu einer maximalen Tiefe von vier Metern ausgekoffert und mit sauberem Boden verfüllt werden. Das Ende des ersten Bauabschnitts ist für September 2017 geplant. Im zweiten Bauabschnitt – von November bis Weihnachten 2017 – folgt der Austausch mineralölverunreinigter Böden in einer Werkhalle. Beim Austausch des Bodens gilt es, vor allem statische Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

Arbeits- und Sicherheitsplan

Darum hat ein Gutachterbüro im Vorfeld einen Arbeits- und Sicherheitsplan erstellt; mit detaillierten Vorgaben zu Sicherheitsmaßnahmen: u.a. Absperrung der Arbeitsbereiche, angepasste Schutzkleidung und, wo erforderlich, Absaug- und Belüftungsmaßnahmen. Die Gutachter sind während der Bauarbeiten vor Ort, überwachen den korrekten Ablauf. Die Trägerschaft zur Durchführung der Sanierung hat der AAV in Form eines öffentlich-rechtlichen Vertrages übernommen. Alles wird in Abstimmung mit dem Hochsauerland­kreis und dessen Entwicklungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH (EWG) durchgeführt. Nach Ende eines öffentlichen Vergabeverfahrens ging der Zuschlag zur Ausführung der Arbeiten an die Strabag Umwelttechnik GmbH.

Bis Jahresende kostet die Maßnahme etwa eine halbe ­Million Euro, getragen zu 80 Prozent von der AAV, die Restsumme zahlen HSK/EWG. „Der nächste Schritt zur Sanierung folgt voraussichtlich 2018“, blickt AAV-Sprecherin Schidlowski-Boos in die Zukunft.

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