Natur

Borkenkäfer hat in Sundern etwas Pause

Waldschäden in Sundern

Waldschäden in Sundern

Sundern/Langscheid.   Die Förster in Sundern schlagen Alarm: Sie möchten Schadholz sofort aus dem Wald schaffen, aber längst nicht alle Waldbesitzer sehen es so.

Die einen warten auf den Vorsommer, andere sind über die kühle Witterung in diesem Mai hoch erfreut: „Das kalte Wetter hilft im Kampf gegen den Borkenkäfer“, berichtet Förster Friedbert Schulte-Schmale vom Landesbetrieb Wald und Holz, der seit Jahren den Forstbetriebsbezirk in Sundern und am Sorpesee betreut.

Die Sorgen sind groß: Bereits über 2000 Festmeter Fichtenholz sind in der Forstbetriebsgemeinschaft Sundern im Jahr 2019 aufgearbeitet und unverzüglich in die Sägewerke transportiert worden. Holz, nicht wie in den Jahren davor aus Normaleinschlag, sondern ausschließlich Kalamitätsholz nach Insektenfraß durch die Borkenkäfer, die mit genauer Bezeichnung Buchdrucker und Kupferstecher heißen.

Saubere Forstwirtschaft ist Strategie

Eine saubere Forstwirtschaft ist die Strategie, auf die Förster Schulte-Schmale als einzig wirksame Maßnahme gegen den Borkenkäferbefall in den heimischen Wäldern setzt. Dabei gilt es keine Zeit zu verlieren: „Befallene Fichten sollen unverzüglich eingeschlagen und möglichst schnell aus dem Wald in die Sägewerke transportiert werden“, rät Schulte-Schmale. Resthölzer aus der Fichtenkrone etc. sollten möglichst zu Hackschnitzel verarbeitet oder im Bestand, wenn möglich, gemulcht werden. Vom Bekämpfen der Käferbrut durch Insektizide hält der Förster nicht viel.

Der Nachteil bei den Verfahren: Sie sind zeit-, arbeits- und kostenintensiv,

und das, wo das Holz schon oft nicht mehr kostendeckend aufgearbeitet werden kann. Nicht nur Schadinsekten werden hierbei geschädigt. Nützlinge wie z.B. der Ameisenbuntkäfer sind ebenso betroffen. Die Wirkung auf die Vogelwelt beim Verzehr betroffener Insekten ist nicht absehbar. In der Nähe von Gewässern darf ohnehin nicht mit Insektiziden hantiert werden. Fangholzhaufen und Pheromonfallen leisten gute Dienste wenn es darum geht die vorhandene Käferdichte zu erfassen, eignet sich aber nicht zur wirkungsvollen Käferbekämpfung.

Als Fazit bleiben nur die beschriebene klassische Methode zur sachkundigen Borkenkäferbekämpfung, erklärt Förster Friedbert Schulte-Schmale. Dazu bedarf es großen Einsatzes aller Beteiligten: „Auf der einen Seite wünschen wir uns die Sorgfalt der Waldbesitzer, wir geben die fachgerechte Unterstützung durch das Forstamt.“

Etwas Hoffnung kommt auf

Wie sich das Käfergeschehen in den Wäldern rund um Sundern und den Sorpesee entwickeln wird, hängt auch im großen Maße von der Witterung ab. Die derzeitige kalte und feuchte Wetterlage behindert die weitere Vermehrung und Entwicklung der Käfer und lässt etwas Hoffnung aufkommen, dass sich die Situation entspannt, so Schulte-Schmale.

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