Bündnis für Toleranz Sundern

Bündnis für Toleranz Sundern lernt Umgang mit Rassismus

Das Bündnis für Toleranz und Vielfalt – hier einige Aktive bei der Präsentation der Aktionswoche rund um die 80. Wiederkehr der Pogromnacht –hat sich in einem Workshop mit „Rassismuskritik“  beschäftigt. Foto:Matthias Schäfer

Das Bündnis für Toleranz und Vielfalt – hier einige Aktive bei der Präsentation der Aktionswoche rund um die 80. Wiederkehr der Pogromnacht –hat sich in einem Workshop mit „Rassismuskritik“ beschäftigt. Foto:Matthias Schäfer

Sundern.   Workshop des „Bündnisses Vielfalt und Toleranz“ Sundern mit Referent Nenad Čupić zum Thema Rassismus kommt sehr gut an.

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Was hat Christoph Kolumbus mit (dem) Rassismus (von heute) zu tun? Auf diese Frage und viele weitere Fragen und Phänomene in Bezug auf Rassismus und Kolonialismus wurden Antworten im eintägigen Workshop „Rassismuskritik“ des Bündnisses Vielfalt und Toleranz in der Stadt Sundern gegeben. 14 Teilnehmer/-innen aus dem Bündnis für Vielfalt und Toleranz, dem Bürgernetzwerk Flüchtlingshilfe Sundern und der Stadtverwaltung Sundern nahmen sich einen ganzen Tag Zeit, um ihr Wissen zu Rassismuskritik zu erweitern oder kritisch zu reflektieren.

Eingeladen hatte das Bündnis für Vielfalt und Toleranz. Neben der Finanzierung unterstützte der Aktionsfonds ViRaL die Veranstaltung durch die Vermittlung des Referenten Nenad Čupić, der bundesweit Angebote zum Thema Rassismuskritik durchführt.

Hohe Erwartungen

Das Motiv zur Teilnahme war bei den meisten Teilnehmenden gleich: Die Neugier und das Interesse, Rassismus zu verstehen und einen Umgang mit Rassismus zu erlernen. Im Laufe der Veranstaltung wurde allerdings klar, dass die hohen Erwartungen der Gruppe an den Workshop weit über das hinaus gingen, was an einem Tag behandelt werden kann. Durch einen historischen Rückblick in die Zeit des Kolonialismus und durch eine Rassismusdefinition wurde eine Basis zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik geschaffen.

Dies gelang durch die im Tagesverlauf wechselnden Arbeitsformate. So gab es neben einem Vortrag zu Kolonialismus, Austauschformate und Gruppenarbeitsphasen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Tages war, dass der Ursprung des (heutigen) Rassismus im Zusammenhang mit dem europäischen Kolonialismus zu sehen ist, welcher mit der Kolonialisierung der Amerikas durch Christoph Kolumbus seinen Anfang nahm. Kolonialismus wurde und wird in Deutschland selten mit klaren Worten als das benannt, was es war: Vertreibung, Ausbeutung, Versklavung, Unterdrückung. Die immensen Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme Afrikas, Amerikas, Asiens und Europas sind heute noch deutlich zu erkennen. Gerechtfertigt wurde die Kolonialisierung durch die pseudo-wissenschaftliche Konstruktion von „Menschen­rassen“. Wissenschaftlich betrachtet, gab und gibt es im biologisch-genetischen Sinne keine „Menschenrassen“. Dennoch wurden und werden Menschen in machtvoller Weise anhand bestimmter körperlicher Merkmale als einheitliche Gruppe konstruiert. Diesen wurden und werden dann bestimmte rassistisch-stereotype Fähigkeiten, Eigenschaften und Charaktere zugeschrieben.

Empathischer Referent

In der Abschlussrunde waren sich die Teilnehmer/-innen einig, einen sowohl sehr interessanten, als auch fröhlichen Tag erlebt zu haben. Dem empathischen Referenten war es gelungen viel neues Wissen über den lange Zeit tabuisierten Rassismus zu vermitteln.

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