Diskussion

Debatte um Röhrtalbahn geht weiter

Röhrtalradweg oder Röhrtalbahn - Das ist die Frage. Am 5. Juli entscheidet der Kreistag über einen CDU-Antrag dazu.

Röhrtalradweg oder Röhrtalbahn - Das ist die Frage. Am 5. Juli entscheidet der Kreistag über einen CDU-Antrag dazu.

Foto: Matthias Schäfer

Sundern.   Die Debatte um ein Ende der Röhrtalbahn oder ihre Reaktivierung geht weiter. Gestern meldeten sich die Grünen des Kreistages zu Wort.

Das Thema Röhrtalbahn kocht hoch, nachdem die CDU-Kreistagsfraktion vor der Kreistagssitzung am 5. Juli nochmals ihre ablehnende Haltung zu einer Reaktivierung deutlich gemacht hat. Schon seit Jahren werden allerdings immer die gleichen Argumente von Bahnbefürwortern und ihren Gegnern vorgebracht.

Dieses Ergebnis spiegelt auch eine Umfrage unserer Zeitung wider. Bis gestern Abend hatten sich dort über 1000 Menschen beteiligt: 45 Prozent plädierten für den Radweg auf der Bahnstrecke, 55 Prozent waren für die Reaktivierung der Strecke.

Umbau erübrigt sich

Die Kommentare ergaben auch neue Ideen: „Wenn der Waldweg zwischen

Müschede und Reigern fahrradfreundlich saniert würde, erübrigt sich der Umbau der Bahnstrecke zum Radweg“, schreibt Friedel Stecken dazu. Mal in Hemer und Menden nachfragen, rät Rainer Herschel. Denn dort sei auch die Bahntrasse zurückgebaut und ein Radweg gebaut worden. Er weist auf die hohen Unterhaltungskoten hin: Geländer, Strauchschnitt, Reinigung, Mülleimer-Entleerung, Verkehrssicherungspflicht, Bäume prüfen, damit kein Ast einen Radfahrer erschlägt: „Zahlt das auch die CDU? Oder wieder wir alle, damit ein zusätzlicher Radweg entsteht, nicht mal landschaftlich schön gelegen und auch kein Ersatz für Berufspendler, die dann auf das Fahrrad dauerhaft umsteigen würden“, fragt Herschel.

Folgekosten für Radweg

Eine andere Frage wirft Leser Martin Danne auf: „Wie viele der Radweg-Befürworter pendeln die Strecke denn täglich und würden ihr Auto dann zugunsten vom Fahrrad stehen lassen? Denke die meisten befürworten den Radweg als zusätzliches Freizeitvergnügen. Auto gefahren würde deswegen nicht weniger“, sagt er. Solange Pkw-Fahren nicht unattraktiver wird und Pkws auch etwas von ihrem Verkehrsraum abgeben müssen, werden Alternativen keine echte Chance haben.“

Grünen sind gegen CDU-Vorschlag

Zu Wort gemeldet hat sich gestern auch die Fraktion der Grünen im Kreistag: „Die Reaktivierung der Röhrtalbahn wird von den Städten Arnsberg und Sundern als wichtiger Baustein der kommunalen Mobilitätsstrategie und der Nachhaltigkeitsstrategie gesehen, zudem als Frequenzbringer für die obere Ruhrtalbahn als wichtigster Verkehrsinfrastruktur der Region. Entsprechende Beschlüsse bestehen und repräsentieren ca. 40 Prozent der Einwohner des Hochsauerlandkreises. Die städtischen Ziele, klimafreundliche Mobilität auszubauen und zu verstärken, wird durch den Anschluss Sunderns an das nationale Bahnnetz durch Reaktivierung der Röhrtalbahn deutlich unterstützt“, sagt Sprecher Thomas Wälter.

Nicht umsetzen

Ein Beschluss des Kreistages gegen die Reaktivierung würde den Städten Schaden zufügen, deshalb solle Landrat Dr. Karl Schneider im Sinne seiner Dienstpflicht handeln und missbilligen und nicht umsetzen.

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