Kultur

Dicker Knoten muss durchschlagen werden

In der Ausstellung „Um Himmels willen“ gab es auch eine Konzert  in der Stadtgalerie Sundern

In der Ausstellung „Um Himmels willen“ gab es auch eine Konzert in der Stadtgalerie Sundern

Foto: Matthias Schäfer

Sundern.   Traurig, aber wohl zum 31. Dezember muss die Stadtgalerie aufgegeben werden. Jetzt sind Alternativen zu suchen.

„Um Himmels Willen“ hieß die gerade am Freitag zu Ende gegangene Ausstellung in der Stadtgalerie. Der Titel könnte so auch über dem stehen, was nun die Politik in Sundern beschäftigen wird. Und auch für die beiden neuen Sprecherinnen des Runden Tisches Kultur war es gleich auf der Tagesordnung des Ausschusses „Arbeiten und Leben in Sundern“ ein dicker Brocken. Nicht weniger als die Kündigung der Stadtgalerie durch den Immobilienbesitzer steht an, Lösungen müssen her.

Neue Nutzung geplant

„Jeder Vertragspartner konnte den Vertrag bis zum 30. Juni kündigen“, berichtete Stefan Laufmöller von der Abteilung Bürgerservice über den Stand der Dinge. Was der Vermieter nun in den Räumen plane, sei nicht bekannt. „Er hat uns aber mitgeteilt, dass er eine neue Nutzung in Planung habe. Wenn dies allerdings nicht klappen würde, könne man nochmals überlegen“, gab Laufmöller aus dem Kündigungsschreiben einige Passagen wieder, um die Mitglieder des Ausschusses zu informieren.

„Kontakt aufnehmen mit dem Besitzer“, lauteten die erste Forderung aus den Reihen der Politiker. „Das ist eine so tolle Location für Sundern“, berichtete Ulla Kaiser von der CDU. Man müsse aber gleichzeitig die Suche nach neuen Räumen aufnehmen: „krass & clever“, die Kinder-Kreativwerkstatt, könne Unterschlupf in der Stadtbücherei finden, für die Ausstellungen gäbe es Möglichkeiten im Heinrich-Lübke-Haus in Enkhausen, regte die Politikerin an. Einen Bauernhof im „Alten Testament“ schlug Hans Klein (WiSu) vor.

Nicht jeder Raum geeignet

Man habe schon viel von dem genannten getan, erklärte Stefan Laufmöller: „Aber nicht jeder Raum hat solche Optionen wie die Stadtgalerie.“ Das stellte auch nochmals Anne Knapstein als Sprecherin

des Runden Tisches Kultur dar: „Eine Stadt wie Sundern braucht einen solchen Raum, das kann man nicht auf Vereine schieben.“ Wenn die Stadtgalerie im Lockweg zum 31. Dezember schließen müsste, dann ginge eine Ära von über 30 Jahren zu Ende. „Es hat Sundern im Ansehen genutzt, diese Galerie zu haben“, erklärte sie. Die Galerie stehe inzwischen auf breiten Füßen: Neben den großen Ausstellungen gebe es dort Konzerte, Modenschauen und auch städtische Veranstaltungen. „Aber auch Firmen nutzen sie für interne Veranstaltungen, aber mitten in der Ausstellung“, betonte Anne Knapstein, vor allem fließe bei letztem auch Geld in die Stadtkasse zurück. Sundern als Schlafstadt ohne Kultur könne sie sich nicht vorstellen. Gerade das Konzept von „krass & clever“ zeige, dass es gefruchtet habe: „Inzwischen hat sich aus den Kindern, die uns besucht haben, eine Jugendgruppe im Kunstverein gebildet. Die Stadtgalerie ist für Sundern ein Alleinstellungsmerkmal“, hob sie hervor und richtete einen Appell an die Verwaltung, etwas zu tun.

Kulturetat 2019: Null Euro

Die 2. Sprecherin des Runden Tisches, Irmgard Harmann-Schütz, verwies auf ein Kulturpolitisches Konzept: „So kann man ein Ziel für Sundern erstellen und nicht jedes Jahr den Haushalt für Kultur auf Null setzen.“ „Den Vertrag verlängern, das geht doch gar nicht“, sagte Dr. Sabine Richert-Rother (FDP). Denn für 2019 seien im städtischen Etat die Mittel nun mal auf Null gesetzt. Fachbereichsleiter Stephan Urny dazu: „Wir haben deshalb keine Option zu verhandeln. Wir müssen abwarten, ob es politischer Wille ist, wieder in eine Kulturförderung zu investieren. So wäre es dann möglich.“

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