Politik

Diskussion über Neubau-Projekt mitten in Sundern

Sundern aus der Luft, am oberen Bildrand der Franz Josef Tigges-Platz mit der ehemaligen Johannes-Schule, heute VHS.

Sundern aus der Luft, am oberen Bildrand der Franz Josef Tigges-Platz mit der ehemaligen Johannes-Schule, heute VHS.

Foto: Hans Blossey

Sundern.  Es geht um ein Bauprojekt für die nächsten 30 bis 40 Jahre. Deshalb gibt es Informationsbedarf und auch Kritik unter den Lokalpolitikern.

Wird sich der Drogerie-Markt Rossmann jetzt auf der anderen Seite der Hauptstraße ansiedeln? Diese Frage beschäftigt die Sunderner. Das Bauprojekt, kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt, wurde zunächst in die Fraktionen verwiesen, wo es jetzt genauer besprochen wird. Tendenzen, in welche Richtung es gehen könnte, gibt es nicht.

Eine interessante Randnotiz zur langjährigen Stadtentwicklung in Sundern lieferte der Projektierer des familiengeführten Bauentwicklers BAP, Roland Tappe: „Nach einem Artikel in einer Fachzeitung über den Rückzug eines anderen Projektierers habe ich mich ins Auto gesetzt und bin nach Sundern gefahren“, so der Planer. Das war 2016. Danach habe er mit den Eigentümern der verschiedenen Immobilien gesprochen, und schließlich auch mit Rossmann und dann mit dem Ärzteverein Sundern.

Erst zwei Jahre später, Anfang 2018, habe er eine Gefühl gehabt, dass es funktionieren könne. Dann aber mit dem Thema Medizin, also Ärzte und Apotheken, gepaart. Ende 2018, so Roland Tappe, gab es dann den ersten Kontakt zur Stadt Sundern, genauer zur Stadtplanungs-Abteilung: „So kamen wir vor vier Wochen in den Haupt- und Finanzausschuss, um unser Projekt zu präsentieren.“ Allerdings fühlten sich die Kommunalpolitiker damals übergangen und strichen das Thema von der Tagesordnung.

Kritik aus verschiedenen Fraktionen

Wie bereits berichtet ist das Gebäude, das entlang der Hauptstraße und zum Teil auf den Franz-Josef-Tigges-Platz gebaut werden soll, nicht ganz unumstritten: „Wir sehen das sehr kritisch“, betonte Andreas Bahde von Bürger für Sundern. „Wir würden eine kleinteilige Lösung vorziehen. Denn der Platz wird ja um einen Großteil verkleinert“, so der Stemeler Politiker.

Dem hielt Mitplaner Sven Berg von der Medical Development Partner GmbH (MDP) aus Münster entgegen, dass der Platz eigentlich größer werden würde. Zur Kleinteiligkeit stellte er dem Ausschuss vor, dass die Bedarfe aber nicht kleinteilig ausgerichtet seien: „Zum Beispiel hat Rossmann Mindestvoraussetzungen und will sich langfristig binden.“

Ein medizinisches Zentrum in Citynähe hielt Jürgen ter Braak von der SPD für wichtig, und auch eine Anbindung an das Bremkes Center: „Ein Riegel darf es nicht werden.“ Er betonte, dass hier eine Entscheidung für die nächsten 30 bis 40 Jahre gefällt würde und forderte einen Arbeitskreis zur Entwicklung des Objektes. Er stieß dabei bei den Bauträgern auf positive Resonanz.

Die Grünen sahen ein Problem mit dem Platz: „Er ist ein Platz für Veranstaltungen, er darf nicht verkleinert werden“, so Antonius Becker. Heftige Kritik äußerte Siegfried Huff (Linke): „In dem gezeigten Ausmaß wird es ein kolossales Bauwerk.“ Er schlug vor, dass auch andere freie Flächen ins Betracht gezogen werden sollen. Praxen in dem Objekt hieße aber auch, dass woanders Leerstand drohe. „Das ergibt eine Gemengelage, die ich nicht bewerten kann.“

CDU fordert mehr Informationen

Kritik gab es auch von CDU-Fraktionschef Stefan Lange, der den unterschiedlichen Informationsstand zum Objekt monierte: „Warum war die Politik nicht eingebunden?“ Die Vorstellung sei für die CDU ein Impuls. Die Situation selbst sei unbefriedigend. Roland Tappe erwiderte, dass für sie als Planer zunächst die Verwaltung maßgebend sei.

Kritik äußerte die WiSu an den wegfallenden Parkplätzen. Die Kernfrage stellte dann Michael Stechele, SPD-Fraktionschef: Was passiert, wenn der Tigges-Platz nicht zur Verfügung steht? Er erklärte, dass es ja wohl Konsens sei, die Innenstadt bedürfe einer Modernisierung. Dennoch habe man in sechs Jahren nichts entschieden.

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