Kultur

Eine multimediale Show

Konzert Cäcilia Nova

Foto: Beate Feische

Konzert Cäcilia Nova Foto: Beate Feische

Sundern.   Cäcilia Nova, die neue Cäcilia, hat sich etabliert in Sundern. Und hat den Ruf mit einem wunderschönen Jubiläumsprogramm gefestigt.

Zehn Jahre Cäcilia Nova – was mit dem Projektchor für die Kantate „Und du Bethlehem“ begann, fand in der Aula der Realschule mit einem Feuerwerk an Ideen, für die Dirigent Jochen Walter verantwortlich zeichnet, seinen vorläufigen Höhepunkt. Es fing auch andere Künste wie Lesen und Malen mit ein.

Der Chor führte sein Publikum gleich zu Beginn in das Abenteuerland der Chormusik: Alle waren aufgefordert, beim Kanon mitzusingen. Durch die vorab stattgefundene Darbietung war das Publikum so motiviert, dass es alle voller Freude mitsangen: „Komm mit ins Abenteuerland!“

Volkslieder abgelöst

Dieser Chor hat sich immer weiterentwickelt, neue Lieder wie „Über den Wolken“, „Ich war noch niemals in New York“ oder „Ich wollte nie erwachsen sein“ lösen die alten Volkslieder ab. So fühlen sich auch jüngere Menschen angesprochen und singen mit Begeisterung mit. Die statische Aufstellung früherer Chöre gibt es nicht mehr. Viel Bewegung brachte Elvira Steinwachs, die einen Workshop „Stimmbildung und Choreographie“ bei Cäcilia Nova leitete, in den Chor und seine Bühnenpräsentation.

Musik gegen Trauer

„Musik vertreibt die Trauer, löste die Hartherzigkeit, verursacht Ekstase, erhebt den irdischen Geist, erleichtert die Arbeit, lockt die Liebe, vermehrt

die Freuden eines Festes und erfreut den Menschen.“ Dass dieses vorab erwähnte Zitat des Musiktheoretikers, Komponisten und Sängers Johannes Tinctoris (1470) stimmt, zeigten die jüngsten Sänger, die die ältesten Lieder sangen. Der von Monika Albers ins Leben gerufene Schulchor „The Singing Jokers“ zeigte eine so echte Freude an der Aufführung, dass das Publikum schon von den strahlenden Gesichtern mitgerissen wurde. „Mein kleiner grüner Kaktus“ klang gar nicht alt und verstaubt, sondern pfiffig und fröhlich. Gänsehaut erzeugte zudem die Hymne „Freude schöner Götterfunken“.

Westernhagen auf der Bühne

Der Männerchor Cäcilia, dessen Mitglieder fast vollständig auch im gemischten Chor mitsingen, ließen ein Potpourri mit Lieder u.a. von Marius Müller-Westernhagen erklingen und zeigten so ebenfalls, dass sie mit viel Engagement in der Neuzeit des Chorgesangs heimisch geworden sind, ohne jedoch die Vergangenheit zurück zu lassen.

Viele Elemente eingebunden

Doch der Chorgesang war nicht das einzige Element dieses Abends, der „Töne, Texte Bilder“ als Motto inne hatte. Dass Bitter-Trio, bestehend aus Johannes Pieper (Schlagzeug), Judith Krischke (Bass) und Wolfgang Bitter (Piano) spielte neben der Eigenkomposition Midnight auch die Tatort-Melodie und „Children of Sanchez“.

Für Texte zeigte sich Kathrin Heinrichs zuständig, die „Kriminelles“ und als Helga Hammer-Gescheidt „Kulturelles“ las. Die ausgestellten Bilder stammten aus der Hand von der Malerin Elke Frommhold. Während die Lieder und Melodien erklangen, entwarf sie zudem ein Bild, in dem jedes Lied seinen Platz in Form, Farbe und Intuition fand. Bevor das Bitter Trio musikalisch „Bilder einer Ausstellung“ erklingen ließ, erläuterte Elke Frommhold ihre Bilder und Intuitionen. Ihre Faszination, die Musiker in ihrer Hingabe zur Musik ausüben, hatte sie zu den Portraits mit Instrumenten animiert. Die Resonanz auf ihr spontan entworfenes Kreidegemälde war riesig. Schon in der Pause standen Besucher diskutierend und bewundernd davor.

Mit tosendem Applaus und Standing Ovationen verabschiedete ein begeistertes Publikum alle Akteure des Abends.

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