Stadtentwicklung

Freibad-Ruine Amecke möglichst zügig beseitigen

So sieht ein Haus im Dorf Meerleben an der Ostsee aus, das von Frederik Fischer bereits umgesetzt wurde. Es wurde vom Münchner Architekten agmm umgesetzt.

So sieht ein Haus im Dorf Meerleben an der Ostsee aus, das von Frederik Fischer bereits umgesetzt wurde. Es wurde vom Münchner Architekten agmm umgesetzt.

Amecke.   Den Schandfleck beseitigen: Da sind sich Sunderns Politik und Stadt einig. Mit welcher Idee: Das ist noch offen, aber ein Ko-Dorf ist im Rennen.

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Schulterschluss zwischen Stadtverwaltung und Politikern im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur: „Der Schandfleck am alten Freibad in Amecke muss weg“, hatte FDP-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Laufmöller zu Beginn der Diskussion betont, niemand widersprach. „Wir müssen etwas dort entwickeln, die Fläche hat eine Riesenpotential“, sprach sich auch Tim Hoffmann von der CDU für ein Vorwärtskommen in Sachen altes Freibad aus.

Hoffmann sieht bei dem jetzt von seiner Fraktion ins Gespräch gebrachten Ko-Dorf des Berliner Entwicklers Fredrik Fischer wenig Negatives für Amecke: „Es gibt Synergien für den Ort, die Vernetzung mit der Infrastruktur wie Läden, Gastronomien und auch Nutzung von Sportangeboten.“ Er hielt aber auch fest, dass eine Zusammenarbeit mit dem Entwickler nicht in Stein gemeißelt sei. Allerdings sähe man eine hohe Akzeptanz des Ko-Dorfes bei den Anliegern. Und auch der Projektierer habe schon mal etwas in Ziel gebracht, das sei nicht unwesentlich an dieser Stelle.

Ständige Fluktuation

Anders die SPD: „Wir haben uns eine vorläufige Meinung gebildet“, so Jürgen ter Braak kritisch (unsere Zeitung berichtete). Aus dem Expose des Berliners entnehme man, dass es eine ständige Fluktuation im Dorf geben werde. Er wolle bewusst in einer Alleinlage das Ko-Dorf realisieren, um sich nicht in bestehende Strukturen zu drängen: „Das sieht für uns nicht nach einer großen Integration in den Ort aus. Das ist keine nachhaltige Entwicklung“, kritisierte ter Braak.

Die SPD möchte Arbeitsplätze in der IT-Branche ansiedeln. Das unterstrich auch SPD-Fraktionschef Michael Stechele: „Die Industrie steht vor einer enormen Wandlung.“ Er drängte darauf, auch gesamtstädtisch zu denken und nicht immer nur Entwicklung am Sorpesee zu betreiben.

Konsens auch bei der Stadt

Konsens signalisierte auch Stadtplaner Lars Ohlig: „Wir teilen die

Auffassung, dass zeitnah am Freibad etwas passieren muss.“ Gescheitert seien bisher alle Vermarktungen, weil nicht greifbar sei, was kommt. Reines wohnen an dieser Stelle sei nicht möglich, schon am Hudeweg sei dies nur möglich geworden, weil die Stadt zwei Flächen aus der Planung gezogen hätte. Die Verwaltung hätte schon vor dem Kontakt mit dem Berliner auf der Seen-Konferenz Ideen in Richtung Co-Living und Co-Working angedacht: „Auch die Regionale bietet da mit dem Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit gute Möglichkeiten, so kann man mit einem Modellraum auch einige planerische Hürden nehmen“, so Ohlig. Die Fläche habe neben Vorteilen auch Restriktionen.

Viele Fragen offen

Ohlig sah aber einige offene Fragen: Was ist in 20 bis 30 Jahren? Kann es zu einer schleichenden Wohnbebauung kommen? Außerdem ist die Fläche größer als sie Fischer benötige. Unabschätzbar sei derzeit, wie hoch zwischen Düsseldorf und Dortmund der Bedarf an Co-Working am Sorpesee sei. „Wir müssen eine bessere Verflechtung mit der Wirtschaft im Umfeld und auch verschiedenen Unis schaffen“, regte er an. In Gemeinschaftsgebäuden könnten sich auch Büros von Unis ansiedeln.

Geeignete Fläche

Fredrik Fischer halte die Fläche für „sehr geeignet“. Er sehe Vorteile, etwas dass die Stadt Eigentümer ist und dass die Fläche direkt im Anschluss an den bestehenden Siedlungsraum liege.

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