Wirtschaft

Gastwelten geht in Insolvenz

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Sundern.   Alle Hoffnungen in Sundern sind dahin: Das innovative Gastwelten-Projekt meldete Insolvenz beim Amtsgericht Arnsberg an.

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Alle Hoffnungen von Geschäftsführer der Gastwelten, Franz-Josef Rogoll, sind dahin. Gestern Morgen fuhr er zum Arnsberger Amtsgericht und meldete für die Gastwelten GmbH Insolvenz an. Ein schwerer Schritt für den Vorstandsvorsitzenden der Stadtmarketing eG. Am Vorabend hatte Insolvenzberater Korn die Gläubiger per Fax über diesen bevorstehenden Schritt informiert.

Seit Bekanntwerden der „deutlichen Schieflage“ Mitte September, wie es Bürgermeister Detlef Lins bei der CDU-Stadtverbandsversammlung in der Vorwoche formulierte, kämpfte man mit Beratern und Experten, um das innovative Gastronomie-Projekt ins Ziel zu bringen. Lins informierte im Rat am 26. September in nichtöffentlicher Sitzung über den Stand der Dinge bei den Gastwelten.

Neuer Investor wollte kommen

Doch, was wohl über Monate aus dem Ruder gelaufen war, ließ sich nicht so schnell wieder auf Kurs bringen. Und das obwohl zunächst ein weiterer Investor aus dem Münsterland noch ins Boot steigen wollte. Das machte Ende September den Beteiligten wieder Mut.

Doch vor allem in der vergangenen Woche rumorte es dann bei den Handwerkern, die noch auf ihre Bezahlung warteten. Das war auch an Aussagen von einigen auf der CDU-Versammlung im „Tagwerk“ zu hören.

Ein weiterer wichtiger Schritt blieb dann aus: Der jetzige Rohbau der Gastwelten ist nicht winterfest. Das Unternehmen, das die Glasscheiben einsetzen sollte, zog vergangene Woche den Kran mit Saugnapfarmen ab.

Insolvenzverwalter noch unbekannt

Nun wartet man bei den Gastwelten auf den Insolvenzverwalter, der vom Amtsgericht eingesetzt wird, ein Name war bis gestern Abend nicht bekannt. Er wird das Unternehmen nun prüfen. Erst danach wird man sehen, ob und wie es mit Gastwelten, dessen Akquirierungsarbeit schon seit November 2012 begonnen lief, weiter geht.

Laut Aussagen von Bürgermeister Detlef Lins hat es flankierend zu den Rettungsversuchen immer wieder auch Gespräche mit der Bezirksregierung in Arnsberg gegeben. Diese drehten sich um den Punkt, ob ein etwaiges Nachfolgeunternehmen weiterhin von dort gefördert werden könne. Aber eine abschließende Beurteilung steht bislang noch aus.

Politisch haben sich die Parteien schon in der Etatdebatte in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag schon für den gestrigen Tag positioniert: „Wir drängen auf eine transparente Aufarbeitung, zumal wir nicht unwesentlich an der Stadtmarketing beteiligt sind“, sagte CDU-Fraktionschef Günter Martin. „Eine Idee zu haben, ist das eine, eine Idee vernünftig umzusetzen, ist was anderes“, betonte Antonius Becker von den Grünen.

Von den Gastwelten gab es gestern keine Stellungnahme, diese wird erst für den heutigen Tag erwartet.

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