Kultur

Große Dröge-Ausstellung in Stockum

Johannes Dröge in seiner Werkstatt

Johannes Dröge in seiner Werkstatt

Foto: Beate Feische

Stockum.   Johannes Dröge, Ehrenbürger der Stadt Sundern, wir Montag 88 Jahre. Zu seinen Ehren startet am Sonntag in Stockum eine große Werkschau.

Minimalistisch, Linien scheinbar ohne Ende, weich und doch aus Stein, abstrakt und doch für jeden erfassbar: jede einzelne Skulptur des Bildhauers Johannes Dröge zeigt, wie sehr er mit seinen Steinen und der Kunst verbunden ist. Eigentlich sagt sein Name etwas anderes aus. „Dröge“, trocken mit Ecken und Kanten, heißt das im Sauerland. Sein trockener, schlagfertiger Humor passt hervorragend zum Namen, ein Humor, der manch einen Angesprochenen erst einmal zum Überlegen bringt.

Doch „dröge“ wird auch mit Ruhe und Ausgeglichenheit assoziiert, beschreibt einen Menschen, der mit einem klaren Blick und Abstand an die Geschehnisse des Tages denkt und sie reflektiert. Diese Eigenschaften kann man dem Künstler sicher zuschreiben. Seine Ecken und Kanten werden zudem im Dialog zu den fließenden, in sich stimmigen Linien, die er an seine Skulpturen weitergibt.

Kinder vertrauen ihm

Ganz besonders spürt man diese weiche Seite des Steinmetzes, wenn er mit seinen Schülern, vom Kind bis zum betagten Erwachsenen arbeitet. Schon den kleinen in der OGS bringt er bis heute Handwerk und Kunst mit Materialien von Holz bis Alabaster nahe. Die Kinder vertrauen ihm, sehen in ihm keinen Lehrer sondern einen Freund. Künstler, wie Giovanni Vetere, perfektionierten ihre Arbeiten bei Johannes Dröge. Viele seiner vorab unbekannten Schüler wurden zu bekannten Kunstgrößen.

Die eigene Größe spielt Johannes Dröge gerne herunter, selten spricht er ü

ber seinen großen Bekanntheitsgrad in der Welt. Sein Ruf zieht sich schon lange weit über die europäischen Grenzen hinaus. Am Stuttgarter Flughafen werden die Besucher von einer seiner Skulpturen auf den Weg in die Ferne verabschiedet, in die auch viele seiner Werke zogen. Sie sind in zahlreichen europäischen Ländern zu finden, im Ural, auf Bali, man kann die Orte nicht alle aufzählen. Viele Modelle seiner Skulpturen findet man in seiner Berghaus-Ausstellung.

„Der Lufthaken ist meine letzte große Sache“, erklärt Dröge. Das Kunstwerk steht bei der Firma Dart in Herdringen. Zunächst hatten ihm Experten in Sachen Fördertechnik einen Zugang am Bergwerk zum Obergeschoss geschaffen, Dröge dankte mit der optischen Täuschung, dass Ketten und andere Dinge am Haken hängen.

Ein Domizil gefunden

Ferdi Tillmann, ebenfalls Ehrenbürger in Sundern und ein enger Freund und Wegbegleiter, hatte sich schon vor langer Zeit zum Ziel gesetzt, den Werken seines Freundes in Sundern ein Domizil zu geben. Als er erfuhr, dass das Berghaus in Stockum zum Verkauf stand, griff er sofort zu. Er legte damit den Grundstein für die „Akademie für Kunst und Kultur, Berghaus Stockum“. Dort haben nicht nur die Werke von Johannes Dröge, sondern auch der Künstler selber eine neue Wirkungsstätte gefunden.

Trotz seines hohen Alters, am Montag wird er 88 Jahre, ließ er es sich nicht nehmen, bei der Renovierung selbst Hand anzulegen und seine Ausstellung aufzubauen. Seinem Ziel, jungen Menschen Kunst jeglicher Art näher zu bringen, kommt er in der Akademie nun noch intensiver nach.

Lufthaken soll als Bild kommen

Er organisiert Ausstellungen mit den Schulen und auch seiner erwachsenen Schüler. Sein „Lufthaken“ soll als Bild in Originalgröße Einzug in die Ausstellung halten.

Einen Tag vor seinem Geburtstag, am morgigen Sonntag, möchte Johannes Dröge alle Interessierten persönlich durch seine Ausstellung führen und Fragen dazu beantworten. Auch wenn der Künstler sich ungern von seinen Stücken trennt, so kann doch das ein oder andere Stück erworben werden. Das Berghaus an der Ecke Esperantostraße/Stockumer Straße ist am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Mehr zum Thema: https://www.wp.de/staedte/sundern/in-droege-werkstatt-begann-es-id215298365.html

https://www.wp.de/staedte/sundern/berghaus-ist-wieder-mit-leben-gefuellt-id213774297.html

https://www.wp.de/wp-info/die-betoerende-stimme-des-steinefluesterers-id5176763.html

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