Energie

Gründen Stadtwerke neue Gesellschaft?

Foto: Patrick Pleul

Sundern/Arnsberg/Soest.   Steigen die Stadtwerke Sundern jetzt ins Gas- und Stromgeschäft ein?

Steigen die Stadtwerke Sundern jetzt ins Gas- und Stromgeschäft ein? Ob dies so sein wird, bedarf noch vieler Gespräche, Beratungen und Entscheidungen in Ausschüssen und Rat. Doch in der jüngsten Sitzung stellten die Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg und Soest, Karlheinz Weißer und André Dreißen, ihr Modell vor. Thema waren gemeinsame Netze, Vertrieb und Verkauf mit der Stadt Sundern.

Dabei hielten die beiden Geschäftsführer, die seit 2014 mit Strom und Gas am Markt sind, nicht mit ihren Motiven zurück: „Man bekommt mehr Zugriff auf Entscheidungen. Bei den strategischen Motiven kann dies nur Einfluss auf die Preisgestaltung heißen“, so Karlheinz Weißer. Und das biete einen Vorteil für die Bürger der eigenen Stadt.

Ein Erfolgsmodell

Derzeit sei man in Arnsberg und Soest erfolgreich unterwegs: „Wir stehen

bereit, die Stadtwerke Sundern zu unterstützen“, sagte Weißer. Es habe schon mehrere „bilaterale Gespräche“ gegeben und man könne sich schon verschiedene Schnittmengen vorstellen. Eine Zusammenarbeit, so Weisser, hätte schon „starke Auswirkungen für die Bürger“ in Sundern. „Sie unterschätzen ihre Stadtwerke: Das ist eine hervorragende Mannschaft“, beurteilte Karlheinz Weißer die Tochterfirma der Stadt.

Interkommunale Kooperation

Zum Thema „Interkommunale Kooperation“ führte André Dreißen aus: „Von uns ist eine echte Kooperation gewünscht, das heißt aber auch ein Geben und Nehmen. In Sundern werden ihre Möglichkeiten nicht genutzt“, betonte er zu den Stadtwerken.

Mit Blick auf das eigene Unternehmen berichtete Dreißen, dass seit 2014 schon 7700 Verträge unterzeichnet wurden: „Und die Nachbarkommunen müssten noch mehr miteinander schaffen.“ Aus Sundern gäbe es schon eine Reihe von Unternehmen und Privatkunden, die Gas und Strom in Arnsberg beziehen würden: „Die würden wir natürlich an sie abtreten“, so Dreißen. Der Vorteil für den Kunden bei einer Belieferung durch Stadtwerke sei dreifach: fair, schnell und nah am Kunden. „Und der ausgegebene Euro bleibt in der Stadt“, so der Geschäftsführer aus Soest zu einem der stärksten Argumente. Nebenbei agiere man kostengünstig und wettbewerbsfähig. Außerdem biete man verschiedenste Angebote als Sponsor in der eigenen Stadt an.

Bald kommt die RWE

André Dreißen hielt aber auch nicht mit der Informationen hinter den Berg, was nun in Kürze passiere: „Natürlich meldet sich die RWE beim Bürgermeister. Es kommen dann ,Keiner-kann-das-so-gut-wie-wir’Botschaften.“ Am Ende würde Geld geboten: Schließlich müsse jede Stadt dann selbst wissen, was sie unternehme: „Keinen Stress haben und das schnelle RWE-Geld nehmen oder sich in einer neuen kommunalen Gesellschaft aufstellen. Dazu muss man sich aber aufraffen“, betonte Dreißen. Er rate, so der Manager mit einem breiten Lachen, zur zweiten Variante: „Die kommunale Wertschöpfung wird so vergrößert.“ Die Stadtmarke in der Gas- und Stromlieferung sei beim Kunden sehr beliebt.

Viele Fragen

In der Folge gab es dann eine Reihe Fragen an die Manager, etwa zu Einstiegskosten, Gesellschaftsformen, Beteiligungen, Gewinnmargen und Mitarbeitern oder zur Kommunalaufsicht beim Einstieg einer Haushaltssicherungs-Kommune. Auch sollen Fragen zur Abfallentsorgung und Glasfaserverkabelung geklärt werden. Unklar blieb die Höhe eines finanzillen Einstiegs.

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