Kultur

Heimatbund Sundern will Notkirche retten

Der Architekt Otto Bartning schuf die Lukaskirche. Sie ist nach einem Baukasten Prinzip gebaut und trägt den Beinamen Notkirche. Am 16. Juni wird sie entwidmet.

Der Architekt Otto Bartning schuf die Lukaskirche. Sie ist nach einem Baukasten Prinzip gebaut und trägt den Beinamen Notkirche. Am 16. Juni wird sie entwidmet.

Foto: Ralf Rottmann

Sundern.   Die Uhr tickt, dennoch gibt der Sunderner Heimatbund nicht auf: Er will die Lukas-Kirche retten und an einem anderen Ort aufbauen lassen.

„Es ist 5 vor 12“, sagt der Vorsitzende des Heimatbundes Sundern, Dr. Friedrich Schulte-Kramer. Noch genau vier Woche habe man Zeit, um die kleine evangelische Lukas-Kirche an der Grünewaldstraße zu retten. Denn kurz nach dem 17. Juni rücken an der Kirche die Bagger an, um die Kirche abzureißen. Sie soll dann einem neuen Anbau weichen. „Und dann ist alles zu spät“, so der Heimatbund-Vorsitzende, der mit seinen Mitstreitern die Kirche erhalten möchte.

Inzwischen hat sich auch die Otto Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau, die das Erbe des Architekten Otto Bartning (1883 - 1959) betreut, nach ihrer Mitgliederversammlung in Sundern gemeldet: „Wir haben einstimmig beschlossen, unseren Vorstand zu beauftragen, Unverständnis, Unmut und Proteste der Mitglieder in einer Resolution zum Ausdruck zu bringen“, schreibt Vorsitzender Immo Wittig aus Berlin dem Sunderner Heimatbund. In der Resolution wolle man vor allem die Wichtigkeit und Erhaltungswürdigkeit unterstreichen. Sie soll auch Aussagen zu einer Translozierung, also einer Umsetzung an einen andern Ort, enthalten.

Kein Denkmalschutz

Darin sehen die Mitstreiter um Schulte-Kramer die letzte Chance, die Kirche zu retten. „Leider wurde es ja verpasst, dies alles mit ein zu beziehen und die Kirche unter Denkmalschutz zu stellen“, sagt Schulte-

Kramer. Einer der Gründe war damals die nicht mehr erhaltene Ursprungsform der Kirche durch die verschiedene Anbauten. Jetzt müsse man Mittel und Möglichkeiten finden, die Kirche für Sundern zu erhalten, dabei dränge die Zeit sehr. Aber es gebe inzwischen einige Großspender aus Sundern, die sich die Rettung vorstellen können. Ausgekundschaftet hat Schulte-Kramer auch, ob es weitere finanzielle Unterstützung geben könne, etwa von der NRW-Stiftung. Das ist nicht so einfach, denn zunächst müsse jetzt ein Platz gefunden werden, wo hin die Kirche transloziert werden könne. Die Stiftung gibt dann nur Zuschüsse, wenn das zu erhaltende Gebäude eine gute weitere Nutzung finde. Das war auch beim Stracken Hof in Endorf seinerzeit eine Hürde, die aber damals genommen wurde. „Wir sind dabei, eine Nutzung zu finden“, so Dr. Friedrich Schulte-Kramer. Die Kirche gebe Zeugnis für den Aufbruch der evangelischen Christen in Sundern, um das zu stützen, habe es in den Nachkriegsjahren finanzielle Zuschüsse aus Amerika geben: „Jetzt bemühen wir uns eben in Sundern, einen Platz zu finden, wo die Kirche eine Heimat bekommt.“

Wird dieser Platz nicht sofort gefunden, möchte man die Kirche abbauen und zunächst einlagern. Eine Absage gab es von den NRW-Freilicht-Museen: „Es steht bereits eine Bartning-Kirche im Museum in Mechernich, deshalb haben die Verantwortlichen in Detmold abgesagt“, berichtet Schulte-Kramer.

Öffentlichkeit muss es wissen

Die Öffentlichkeit müsse jetzt erfahren, dass Ideen gesucht werden für eine weitere Nutzung. Der Heimatbund hat übrigens schon in der 25. Folge seiner Heimatblätter im Jahre 2017 auf die Bedeutung der kleinen „Notkirche“ an der Grünewaldstraße hingewiesen. „Wir müssen uns jetzt klar werden, ob wir es wirklich wollen. Wenn ja, muss der fachgerechte und dokumentiert Abbau organisiert werden“, so Dr. Friedrich Schulte-Kramer.

Einige Ideen über die weitere Verwendung gibt es schon, öffentlich möchte Schulte-Kramer aber darüber nicht sprechen, um verschiedenste Verhandlungen nicht zu blockieren: „Wir sind offen für alle Ideen und Nutzungen.“

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