Katzenschutzbund

Herrenlose Katzen brauchen dringend neues Zuhause

Petra Block (1. Vorsitzende, rechts) und Claudia Schulte (zweite  Vorsitzende) vom Katzenschutzbund Arnsberg e.V. mit zweien ihrer aktuellen Schützlinge. Die Räumlichkeiten müssen mittelfristig aufgegeben werden...

Petra Block (1. Vorsitzende, rechts) und Claudia Schulte (zweite Vorsitzende) vom Katzenschutzbund Arnsberg e.V. mit zweien ihrer aktuellen Schützlinge. Die Räumlichkeiten müssen mittelfristig aufgegeben werden...

Foto: Torsten Koch

Arnsberg.   Der Katzenschutzbund Arnsberg muss mittelfristig umziehen und bittet die Bevölkerung um Hilfe.

„Raumnot“ beim Katzenschutzbund Arnsberg: Der ehrenamtlich tätige Verein muss seine bisherige Unterkunft mittelfristig räumen – und die Suche nach einer alternativen Bleibe für im Stadtgebiet aufgegriffene „Miezen“ gestaltet sich schwierig. Einigkeit herrscht zwischen den Katzenschützern und der Arnsberger Stadtverwaltung mit Blick auf die derzeit genutzte Baracke: Deren maroder Zustand lässt nur einen Abriss zu. Gleichzeitig sendet die Verwaltung deutliche Signale, was die künftige Zusammenarbeit angeht: Deren Erfolg – seit nunmehr 27 Jahren – stehe außer Frage und „wird unzweifelhaft in Zukunft fortgeführt“, heißt es aus dem Rathaus. „Durch den Katzenschutzbund sind mit Hilfe und Unterstützung der Verwaltung neue Räumlichkeiten zu finden und anzumieten“, wurde dem Vereinsvorstand Ende Mai schriftlich mitgeteilt, „in angemessenem Umfang.“

Verwaltungsgerichtsurteil

Diese letzten drei Worte sorgen bei den engagierten Tierschützern jedoch für Unbehagen, denn über den Begriff „ange­messen“ herrscht keine Einigkeit. Die Stadtverwaltung hält künftig den Vorhalt eines Raumes zur vorübergehenden Unterbringung von Katzen für ausreichend – und beruft sich bei ihrer Einschätzung auf ein Urteil des ­hessischen Verwaltungsgerichtshofes vom 17. Mai 2017. Dieses unterscheidet zwischen „Fundkatzen“ (registriert und gechippt) sowie „Katzen ohne Besitzer“ – für letztgenannte Tiere haben Behörden „keine Verpflichtung“. Dieser Standpunkt stellt den Katzenschutzbund aber vor große Probleme, denn ein großer Teil der Fürsorge gilt eben jenen „Streunern“. Was wird künftig aus Stubentigern, die ohne Chip oder Tätowierung aufgegriffen werden? „Unter den 16 Katzen, die wir momentan in unseren Räumen haben, wäre unter diesem Aspekt nur eine echte Fundkatze“, erklärt Petra Block.

Die anderen würden ab sofort von der Stadt als herrenlos angesehen, obwohl sie Versorgung brauchen; oft auch Besitzer haben. „Das ist ein Unding“, so die Vorsitzende des Katzenschutzbundes, der außerdem bemüht ist, wirklich „wilde“ Katzen ebenfalls zu versorgen, in Außenarbeit (z.B. mit Futter­stellen) – und deren Vermehrung zu überwachen (Kastration).

Fazit: Ausreichend Räume sind auch künftig unverzichtbar. „Nicht ­alle Tiere vertragen sich, einige müssen separiert werden, weil sie krank oder verletzt zu uns kommen“, berichtet Vereinskollegin Claudia Schulte. „Wir möchten gerne weitermachen“, stellen die beiden Damen klar – auch im Namen der rund 14 aktiven Helfer/-innen, die sich abwechselnd um die Katzen in der Unterkunft kümmern. Doch ohne geeignete Räume in ausreichender Größenordnung sei das in Zukunft nur noch wenig sinnvoll.

Wer kann helfen?

Doch die Sinnfrage darf erst gar nicht gestellt werden – und darum bittet die Redaktion die Arnsberger Bevölkerung um Unterstützung: „Wer kann Räumlichkeiten, ideal wären ca. 100 Quadratmeter – zur Verfügung ­stellen oder vermitteln; für relativ „kleines Geld“ oder gar kostenfrei? Auch eine Lagerhalle oder Baracke reicht aus, nötige Umbauten wie Einziehen von Trennwänden können die Katzenschützer in Eigenleistung stemmen. Ein Wasseranschluss sowie Strom und die Möglichkeit zum Heizen müssten ebenfalls gewährleistet sein.

Wer helfen möchte, wendet sich per Mail an den Katzenschutzbund: kasbar@gmx.de oder an die WP-Redaktion, 02931-898 121.

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