Weihnachtsmarkt

Imposantes Gemeinschaftswerk in Enkhausen

Die Kinder der Enkhausener Pfarrgemeinde führen das Krippenspiel in leuchtenden Gewändern und unter Einbindung klassischer Weihnachtslieder vor dem Publikum auf

Die Kinder der Enkhausener Pfarrgemeinde führen das Krippenspiel in leuchtenden Gewändern und unter Einbindung klassischer Weihnachtslieder vor dem Publikum auf

Foto: Maximilian Dolle

Enkhausen.  Beim Enkhausner Weihnachtsmarkt packen viele Leute mit an. Stimmungsvolles Hüttendorf nahe der Laurentiuskirche zieht viele Besucher an.

Es ist kalt, als die Kinder der Enkhausener Pfarrgemeinde zum Krippenspiel die kleine Bühne betreten. Zwischen Tannenzweigen und Lichterketten singen und spielen sie im Dunkel des frühen Winterabends die Weihnachtsgeschichte, die Geburt Jesu. Trotz der Kälte haben sich einige Zuschauer zusammengefunden, hier auf dem Weihnachtsmarkt in Enkhausen. Sie feiern die Gemeinschaft, den Zusammenhalt, in weihnachtlicher Atmosphäre. Am Fuße der Laurentiuskirche sammeln sich dieses Jahr die Fachwerkhütten zum siebten Mal zum Weihnachtsdorf.

Weihnachtliche Atmosphäre

An den zwei Tagen des ersten Adventswochenendes haben die Dorf- und die Pfarrgemeinschaft den Aufwand der Organisation gestemmt, der das Abhalten des Festes nur alle drei Jahre erlaubt. Dennoch sind viele Menschen mit Begeisterung an die Aufgabe gegangen. „Alle, die mit anpacken konnten, haben das auch getan. Auf Rentner und Vereine ist in dieser Dorfgemeinschaft Verlass“, sagt Gerhard Hafner, der Ortsvorsteher. Besonderer Wert sei auch auf die Traditionalität und Rustikalität gelegt worden. Einige Hütten bieten handgemachten Advents- und Krippenschmuck feil, andere verkaufen Selbstgebackenes. Weil der ursprüngliche Süßwarenstand absagen musste, springen die Kommunionskinder ein und verkaufen Süßes. Waffeln werden auf einem alten gusseisernen Ofen gebacken.

„60 Frauen und Männer haben hier Tausende Stunden Arbeit reingesteckt“, so Hafner. Eine große Tanne bildet den Mittelpunkt des Marktes, davor ein Feuer, an dem eine Märchenfee Geschichten erzählt. Ein Holzkarussell des klassischen Schlags, drehbar allein durch Muskelkraft, lässt viele Kinder sich unter dem einsetzenden Frost aufwärmen. Wem es trotzdem zu kalt ist, für den ist Platz in der Wirtsstube. Sie beherbergt eine aus Holz selbst gebaute Getränkebar und auch die Tombola, deren Ziehung den Markt abschließt. Insgesamt sind viele Besucher gekommen, es ist teils fast eng. Die Buden sind im Oval angeordnet, so erscheint der Platz fast wie ein großes winterliches Zimmer, was die heimelige Atmosphäre bestärkt.

Alphorn-Andacht

Eingeleitet wurde der Weihnachtsmarkt vom „Sauerländer Bergecho“ mit einer Alphorn-Andacht. Auch ein Flötenensemble mit zwei Dutzend Kindern von sieben bis 17 Jahren spielt an beiden Tagen. Und am Sonntag können Kinder Wunschzettel gemeinsam ans Christkind schreiben und noch basteln. Der Eindruck entsteht, dass bei der Gestaltung des Marktes viel Wert auf das Künstlerische und Musikalische gelegt wurde, aber stets im Sinne des Persönlichen. Denn die Gründung dieses Marktes hat einen eben solchen persönlichen Hintergrund. 2001 fand der Weihnachtsmarkt das erste Mal statt.

„Im selben Jahr ist Gerhard Mimberg gestorben. Das war jemand, der viel für das Dorf getan hat“, sagt Gerhard Hafner. Mimberg habe sich gewünscht, die Laurentiuskirche mit Strahlern auszustatten, um ihren Anblick im Dunkeln besonders sehenswert zu machen. Das Geld für die Leuchtstrahler habe jedoch immer gefehlt. Mit dem Erlös des ersten Weihnachtsmarktes konnte letztlich das Geld gesammelt werden. Heute erstrahlt der alte Kirchenbau in warmem Licht. „Wir konnten Mimberg den Traum, den er hatte, posthum erfüllen“, sagt Hafner.

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