Ehrenbürger

„Johannes Dröge ist ein heimattreuer Querdenker“

Bürgermeister Ralph Brodel (rechts) verleiht Johannes Dröge als viertem Sunderner die Ehrenbürgerwürde – im Hintergrund zwei charakteristische Skulpturen des Künstlers Dröge.

Bürgermeister Ralph Brodel (rechts) verleiht Johannes Dröge als viertem Sunderner die Ehrenbürgerwürde – im Hintergrund zwei charakteristische Skulpturen des Künstlers Dröge.

Foto: Engels

Sundern.   Dem 85-jährigen Stockumer Künstler Johannes Dröge ist jetzt die Ehrenbürgerwürde der Stadt Sundern verliehen worden. Die Urkunde übergab Bürgermeister Brodel.

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Die Stadt Sundern hat nach Franz Müntefering, Franz-Josef Tigges und Ferdi Tillmann nunmehr mit Johannes Dröge den vierten Ehrenbürger. Dem 85-jährigen Stockumer Künstler wurde gestern von Bürgermeister Ralph Brodel die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Viele Gäste aus Politik und Gesellschaft sowie Wegbegleiter des Künstlers hatten den Weg in die Stadtgalerie gefunden, in denen Dröge passenderweise auch schon oft seine faszinierenden Skulpturen ausstellte. Seine ausdrucksvollen Plastiken fanden unter anderem bei politischen Größen wie Johannes Rau, Walter Scheel oder Kurt Biedenkopf einst einen Ehrenplatz, seine einzigartigen Werke gehen bis heute um die Welt.

Stets streitbarer Geist

„Dröge verweigerte sich stets einer Ein- und Zuordnung“, würdigte Brodel den streitbaren Geist des Bildhauers. Johannes Dröge sei immer ein Querdenker gewesen, Ruhm war seine Sache nie. „Hätte er sich darauf eingelassen, hätte er sicherlich eine ganz große Nummer in der weltweiten Kunstszene werden können“, so Brodel. Doch Dröge liebt seine Heimat zu sehr, als dass er sie je hätte einfach so verlassen können. „Auch lukrativste Angebote konnten ihn nie aus Sundern weglocken“, merkte Anne Knapstein vom Kunstverein Sundern in ihrer Laudatio an. So lehnte er einst eine Professur in Kassel ab, weil er die Treue zu seiner Heimatstadt über alles stellt.

In eben dieser Heimat war er immer als kritischer Kopf bekannt, der sich nicht selten mit Politikern und Bürgermeistern rieb – stets geprägt von der Liebe zur Kunst und im Speziellen zum Objekt „Stein“. Ferdi Tillmann, Laudator und langjähriger Freund Dröges, berichtete von gemeinsamen Erlebnissen beim Bergsteigen im Hochgebirge, wo dem Künstler sein Wissen über die verschiedenen Gesteine oft zu Gute kam. „Johannes war stets ein verlässlicher Freund in den Bergen und darüber hinaus“, lobte Tillmann die vertrauensvolle Beziehung der beiden.

Auch für zahlreiche Kinder und Jugendliche ist Johannes Dröge seit Jahrzehnten wichtiger künstlerischer Mentor und Lehrer. „Viele Schüler betrachten die Arbeit mit Johannes als unvergessliches Erlebnis“, beschrieb Knapstein. Einige Schülerinnen und Schüler der OGS Allendorf überreichten Dröge deshalb stellvertretend ein Präsent. Die Big Band des Gymnasiums Sundern begleitete die Verleihung mit Swing-Klassikern.

Stehende Ovationen

Am Ende ergriff der Geehrte selbst noch einmal das Wort: „Es war für mich nicht immer schön in Sundern – aber ich bin eben ein Sauerländer“, gestand Dröge gewohnt ehrlich. „Egal, wo ich unterwegs war – ich habe immer an zuhause gedacht“, verriet er. Er schloss mit Worten Goethes, an die er sich bei seinem Schaffen immer gehalten habe: „Künstler sollen nicht so viel reden.“ Die Besucher würdigten dieses außergewöhnliche Lebenswerk schließlich mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus.

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