Umwelt

Mulchung Amecke: HSK leitet Ordnungswidrigkeitsverfahren ein

Die Mulchung oberhalb von Amecke ist sowohl naturschutz- als auch artenschutzrechtlich unzulässig.

Die Mulchung oberhalb von Amecke ist sowohl naturschutz- als auch artenschutzrechtlich unzulässig.

Foto: Stadt Sundern / WP

Amecke.  Die Mulchung in Amecke hat ein Nachspiel. Und der BUND fordert: Investor muss wegen Quellschnecke ganz untätig bleiben.

Die – inzwischen gestoppten – Mulcharbeiten der Helma-Ferienimmobilien GmbH in Amecke (wir berichteten) haben ein Nachspiel. Wegen der Unzulässigkeit dieser Arbeiten (sowohl naturschutz- als auch artenschutzrechtlich) sowie des Tatbestandes, dass die Mulchung nach Festlegung des Baustopps umfangreich fortgesetzt wurde, hat die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des HSK als zuständige Ordnungsbehörde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren sowohl gegen das ausführende Unternehmen als auch den Projektentwickler eingeleitet. Das bestätigt Martin Reuther, Pressesprecher des Kreises, auf Nachfrage dieser Zeitung.

Zur Vorgeschichte: Die Helma hatte einen Lohnunternehmer beauftragt, die für die baulichen Anlagen (Gebäude, Erschließungsstraßen etc.) im Bebauungsplan A 26 „Ferienhausanlage Amecke“ festgesetzten Flächen zu mulchen. Begonnen wurde damit am 6. Mai.

Nachdem Bürger die Stadt Sundern informiert hatten, prüfte Dieter Leser, Umweltschutzbeauftragter der Stadt, vor Ort die Arbeiten. Da eine kurzfristige Beteiligung der UNB am Ortstermin nicht möglich war, wies Leser den ausführenden Lohnunternehmer vor Ort auf die naturschutz- und artenschutzrechtliche Unzulässigkeit hin.

Dieser setzte die Arbeiten aber fort. Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel hierzu: „Ein unmittelbarer Baustopp konnte durch die Stadt nicht erwirkt werden, da die ordnungsbehördliche Befugnis hierfür bei der UNB in Meschede liegt.“

Umfangreiche Bewertung

Da im Anschluss an die Ortsbesichtigung, bei einer telefonischen Anfrage bei der Helma Ferienimmobilien GmbH, der Projektentwickler persönlich nicht kontaktiert werden konnte, erfolgte eine zeitnahe umfangreiche schriftliche umwelt- und artenschutzrechtliche Bewertung der Arbeiten durch den Umweltschutzbeauftragten der Stadt, mit der Empfehlung, die Arbeiten einzustellen, heißt es weiter aus dem Sunderner Rathaus.

Auf Grundlage der Recherche der Stadt Sundern verfügte die UNB noch am Nachmittag des 6. Mai eine Einstellung der Arbeiten.

Zur Mulchung hat sich auch der örtliche BUND zu Wort gemeldet: Klaus Korn hat das Gebiet der geplanten Ferienhausanlage aufgesucht. Sein Fazit: „Im Plangebiet befindet sich noch ein zweiter Quellbereich mit Dunkers Quellschnecke. Es müssen daher alle Aktivitäten des Investors auf dieser Fläche eingestellt bleiben. Das hydrologische Gutachten von 2008, das sich auf einen Quellbereich bezieht, ist somit auch hinfällig.“

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