Innovation

Neue Bestattungsform in Sundern möglich

Neues Grab- und Urnenfeld auf dem Sunderner Friedhof, ein Memoriam-Garten, wird von Gärtnerei Klute in Stockum angeboten.

Neues Grab- und Urnenfeld auf dem Sunderner Friedhof, ein Memoriam-Garten, wird von Gärtnerei Klute in Stockum angeboten.

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Sundern.  Mit dem Memoriam-Garten wird es ab sofort in Sundern eine neuen Bestattungsform geben. Wie das geht, lesen Sie hier.

Eine neue Form der Bestattung wird ab sofort auf dem neuen Friedhof in Sundern angeboten. Die Idee stammt vom Gärtnermeister und Agrarbetriebswirt Wilhelm Klute aus Stockum: „Wir erleben oft, dass die Angehörigen ihre verstorbenen Eltern oder Kinder auf dem Friedhof besuchen wollen, aber nicht wissen, wo sie Blumen und andere kleine Gegenstände niederlegen können. Auf der grünen Wiese gibt es keine Grabsteine und keine Namen.“

Deshalb untersuchte Klute in seiner Abschlussarbeit für den Betriebswirt eine neue Form der Bestattung: den Memoriam-Garten. Eigentlich wollte er ihn auf dem heimischen Friedhof in Stockum einrichten, doch dort gab es keine Möglichkeit dazu.

Der junge Gärtnermeister weiß aber auch: „Die Entscheidung für die richtige Bestattungsform fällt vielen schwer.“ Die Gründe seien vielseitig: Eltern möchten ihren Kindern nicht zur Last fallen, das Grab soll nicht viel Arbeit machen oder es wird eine besondere, schöne Form gewünscht. Dem steht aber oft der Wunsch entgegen, nicht anonym beerdigt zu werden. Klute verweist auf eine aktuelle Dissertation an der Universität Kassel: „Dort wurde nachgefragt, wo der Fokus der Bürger liegt. Das Ergebnis waren die Pflegefreiheit an erster Stelle sowie der persönliche Bezug zu der Grabstätte.“

Widersprüche auflösen

Der Memoriam-Garten löst diese beiden Widersprüche auf: „Wir Haben hier die Möglichkeit, zwölf Urnen

und drei Särge zu bestatten“, zeigt Klute. Dabei wird es keine gerade Linie sein, in der man bestattet, sondern eher eine Spirale. Ohnehin werde es zwischen den einzelnen Grabstätten keine Abgrenzung geben. Im Vordergrund steht die Bepflanzung auf der Fläche, die vom Gärtnereibetrieb Klute durchgeführt wird: „Wir wollen einen natürlichen Charakter schaffen, aber auch die jahreszeitliche Abfolge der Pflanzenwelt spiegeln“, erklärt Wilhelm Klute. Zusätzlich werden jetzt noch Sitzgelegenheiten in der Nähe geschaffen: „Für mich persönlich ist der Friedhof auch ein Ort zur Trauerarbeit, das wollen wir damit fördern.“ Auch Grabsteine sind auf der Fläche erlaubt. Dem Gärtnermeister geht es aber auch um die Harmonie der Gesamtanlage: „Hier wird man eingeladen zu verweilen, sich an den Verstorbenen zu erinnern, zu trauern und zur Ruhe zu kommen. Auch das Mitbringen kleiner persönlicher Geschenke und Trauergaben ist möglich“, sagt Klute.

Ausschreibung der Stadt

Die Stadt Sundern hat diese Form der Bestattung für Sundern ausgeschrieben, die Gärtnerei Klute aus Stockum hat den Wettbewerb gewonnen und anschließend wurde mit der Umsetzung begonnen. Die Stadt stellt die Flächen zur Verfügung. „Erste Anfragen liegen uns schon vor, obwohl wir erst kürzlich mit der Werbung auf der Fläche begonnen haben“, sagt Klute. Die Regeln sind klar und deutlich: Die Bestattungskosten werden auch in dieser Bestattungsform von der Stadt Sundern erhoben. Mit der Gärtnerei Klute schließen die Angehörigen einen Vertrag ab, der die Pflegekosten für die kommenden 30 Jahre beinhaltet. Ist ein Stein erwünscht, wird dies in Zusammenarbeit mit dem Steinmetzbetrieb Greitemann geklärt. Dr Vorteil ist klar: Das Grab wird 30 Jahre gepflegt, die Angehörigen haben einen Ort zum Trauern.

Flächen stehen zur Verfügung

Und wie sieht die Zukunft aus? „Wir müssen sehen, wie die neuen Form des Memoriam-Gartens angenommen wird“, erklärt Wilhelm Klute. Man habe eine Option, auf der angrenzenden Wiesen die Fläche nach er einer Vollbelegung zu spiegel. Später könne man auch die dann eine ebenfalls angrenzende Fläche wohl nutzen: „Wir müssen jetzt sehen, was der Wille in Sundern ist. Ein Memoriam-Garten lässt sich auf jedem Friedhof anlegen, sei er noch so klein.“

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