Politik

Sundern: Neuer Kita-Standort wieder offen

Hier vor der Hauptschule Sundern soll eine neue Kita für Sundern entstehen, doch jetzt beginnt die Standort-Diskussion erneut.

Hier vor der Hauptschule Sundern soll eine neue Kita für Sundern entstehen, doch jetzt beginnt die Standort-Diskussion erneut.

Foto: Frank Albrecht / WP

Sundern.  Die Diskussion um den Standort der neuen Kita in Sundern beginnt erneut. In der Januar-Sitzung des Jugendhilfeausschusses wird erneut beraten.

Die neue Kita in Sundern wird nun wohl doch nicht so schnell gebaut, wie man am 26. Oktober bei der Abstimmung im Jugendhilfe-Ausschuss gedacht hat. Vor knapp vier Wochen hatte sich der Ausschuss einstimmig für den Standort im Eck zwischen Berliner Straße und Straße „Zum neuen Friedhof“ auf dem Bildungshügel ausgesprochen. Doch nun wird die Uhr nochmals zurückgedreht. Ende offen.

Vor und Nachteile zeigen

„Wir fassen alles nochmals zusammen, zeigen die Vor- und Nachteile der einzelnen Standorte auf“, sagte Freitag auf Anfrage unserer Zeitung der Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Familie, Martin Hustadt.

Derzeit ist alles wieder im Fluss, bezeichnet er die unterschiedlichen Rückmeldungen aus dem politischen Raum. In aller Ruhe müsse man dann in der Januar-Sitzung des Jugendhilfeausschusses nochmals eine genaue Standort-Analyse vornehmen. In der Dezembersitzung werde das nicht möglich sein, denn dann werde sich der Jugendhilfe-Ausschuss zunächst konstituieren: „Außerdem haben wir dann nicht alle Details zusammen“, so Hustadt am Freitag gegenüber unserer Zeitung,

Zeitfaktor

Gerade aber der Zeitfaktor hatte die Politiker am 26. Oktober noch den Entschluss fassen lassen, die neue fünfgruppige und um eine Waldgruppe ergänzte neue Kita am Bildungshügel zu bauen. Damals hieß es zum zeitlichen Rahmen: „Eher heute als Ende 2021“, so Ratsmitglied Fabian Blome (CDU).

Zusätzlich bringt Fachbereichsleiter Martin Hustadt noch ein Argument ein: „Wir brauchen dringend ein Verkehrskonzept am Bildungshügel“, denn schon jetzt spielten sich am Bildungshügel morgens und mittags zum Teil unmögliche Szenen ab. Auch deswegen hatten im Herbst die RLG und andere Sponsoren viel Geld in die Hand genommen, um mit einem E-Bike-Programm Elterntaxis zu minimieren. Das alles, so Hustadt, müsse in dem Konzept Widerhall finden. Da gehe es nicht nur um die Berliner Straße oder die Straße „Zum neuen Friedhof“, sondern auch um den oberen Teckelsberg oder die Schlade, wo Eltern quasi in zweiter Reihe auf die Sprösslinge warten.

Träger vor Ort

Der Träger, die Step Kids gGmbH aus Berlin, war mit Vertretern des Bauinvestors am Donnerstag in Sundern unterwegs und hat sich verschiedene Standort nochmals angesehen. Dazu gehörte natürlich die Wiese auf dem Bildungshügel, aber auch der Standort Röhrbogen und die Dietrich-Bonhoeffer-Schule: „Erste Präferenz hat danach der Bildungshügel, aber es wäre auch direkt in der Stadt möglich“, fasst Martin Hustadt kurz das Ergebnis der Reise zusammen. Die Argumente der Step Kids gGmbH, wie ausreichend Platz, Anbindung an die Schulen oder den nahen Wald, Sport- und Schwimmmöglichkeiten, würden in die neue Vorlage für den Ausschuss eingearbeitet.

Kritik am Konzept

Kritik hatte es im Nachklang der Sitzung von Anliegern gegeben. Sie verwiesen auf den zusätzlichen Verkehr durch die Kita-Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen würden. Es gab aber auch aus der Lehrerschaft Wortmeldungen, dass der Standort zwischen den Schulen „suboptimal“ sei. Gerade wenn die Kinder Mittagsruhe hätten, würden die Schüler der drei Schulen direkt unter dem neuen Kita-Gebäude auf den Bus warten. Da sei Ärger vorprogrammiert, weil das Warten nach dem Unterricht nicht immer leise ablaufe. Die Situation sei schon jetzt „überreizt“ und „unzumutbar“. Aber der Blick wurde auch umgekehrt geworfen, denn 140 Kinder in der Kita könnten, wenn sie im Außenbereich spielen würden, die Schüler bei verschiedensten Test, Klassenarbeiten oder sonstigen Leistungsabnahmen stören. Auch da sei Ärger vorprogrammiert. Und zu letzt werde auch das Nachhaltigkeitsprinzip bei einer Kita mit 140 (bzw. 160) Kindern auf einem Berg nicht berücksichtigt, hieß es in Pädagogenkreisen.

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