Natur

Rotes Meer von Krebsen bevölkert

Krebse im Roten Meer in Altenhellefeld

Foto: Matthias Schäfer

Krebse im Roten Meer in Altenhellefeld Foto: Matthias Schäfer

Altenhellefeld.   50 Flusskrebse leben seit Dienstag im Teich auf Junkern Wieser ín Altenhellefeld. Sie sollen die Ökologie des Roten Meeres verbessern.

Schon seit Jahren will der Arbeitskreis Dorfgemeinschaft die Freizeitanlage „Junkern Wiese“ attraktiver machen. Gestern nun kam es zum ersten Abschluss der langjährigen Vorarbeiten: 50 Krebspaare, bislang in Albaum in der dortigen Landesfischereianstalt beheimatet, wurden ausgesetzt.

Jahrelang bemüht

„Im Rahmen unserer Bemühungen um Junkern Wiese haben wir auch Verbindung mit dem städtischen Betriebshof aufgenommen“, so Ortsvorsteher Udo Hoffmann für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Die Idee habe sich dann vor etwa fünf Jahren herauskristallisiert: Zunächst stand die Reinigung des Teiches, in eingeweihten Kreisen im Alten Testament „Rotes Meer“ genannt, im Vordergrund. Doch nach dem Ausbaggern des Schlammes gab es ein Problem: Obwohl das Wasser, das vom Sonnenstück kommt, äußerst sauber ist, klappte es mit dem Fischbesatz nicht so richtig.

Kontakt nach Albaum

So nahm dann der Arbeitskreis über Willi Vogt, den Vorgänger Hoffmanns, Kontakt zur Landesfischereianstalt auf. Von dort wurden die Bedingungen im Teich geprüft, die Wasserqualität gemessen und für gut befunden. „Auf Anraten von dort wurde auch eine Baumreihe gefällt, damit der Teich sich im Sommer etwas mehr erwärmt“, erklärt Michael Riediger von den Technischen Diensten der Stadt Sundern, die in den vergangenen Monaten stark in die Erneuerung der Anlage, die vor 40 Jahren angelegt wurde, einbezogen war.

Beste Voraussetzungen

Gestern Morgen nun rückte der biologische Angestellte Gerhard Feldhaus aus Albaum mit zwei großen Eimern voller Europäischer Flusskrebse an: „Die 100 Exemplare, alle drei bis fünf Jahre alt, werden beste Voraussetzungen finden“, erklärte Feldhaus beim Einsetzen in das „Rote

Meer“. Der Plan ist nun, dass sich das Gewässer auch weiter für den Besatz von Fischen verbessern soll. Im Frühjahr wird es eine erste Überprüfung geben, auch wird man nach einiger Zeit eine Zählung der Krebse vornehmen: „Der erste Nachwuchs wird im Sommer 2018 erwartet“, so Feldhaus. Danach will man klären, ob das „Rote Meer“ wieder reif ist für Fische: „Geplant haben wir Moderlieschen, Karausche und Rotfedern“, so der biologische Angestellte der Fischereianstalt. Diese Arten könnten sich gut ergänzen.

Nicht die Enten füttern

Die Altenhellefelder mahnte er, zwei Dinge zu beachten: „Es dürfen nicht Fische aus Aquarien eingesetzt werden, denn die können Krankheiten einschleppen. Und das Füttern der Enten sollte nicht gestattet werden.“ Bei letzterem kämen zusätzliche Nährstoffe in den Teich, die unerwünscht sind. Außerdem zöge das Brot Ratten an: „Das möchten wir nicht. Also bitte nicht die Enten füttern, auch wenn es noch schön ist“, sagt auch Michael Riediger von der Stadt Sundern. Damit werde der ganze Plan, über Jahre aufgebaut, gefährdet.

Brücke soll kommen

In 2018 hofft der AK dann auch, dass die vor Jahren entfernte Brücke wieder über das „Rote Meer“ führen wird: „Die alte Brücke mussten wir wegen Einsturzgefahr abreißen“, berichtet Ortsvorsteher Udo Hoffmann. In ehrenamtlicher Arbeit ist die neu Brücke geplant worden und diese Pläne liegen nun gerade beim Statiker in Arnsberg. Die neue Verbindung soll in einer Eisenkonstruktion über den Teich führen. „Dann hoffen wir, dass bei der Stadt etwas Geld vorhanden ist, um das Projekt zu realisieren“, so der Ortsvorsteher.

Im kommenden Jahr sollen zusätzlich noch Teichrosen, Laichkraut und Hahnenfuß in den Teich gepflanzt werden.

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