Wirtschaft

Severin: Individuelle Gespräche mit Mitarbeitern in Sundern

Mitarbeiterin in der Severin-Montage in Sundern, ein Bild aus dem Jahre 2013.

Mitarbeiterin in der Severin-Montage in Sundern, ein Bild aus dem Jahre 2013.

Foto: Severin

Sundern.  Auch einen Tag nach Bekanntwerden der Schließung der Severin-Produktion ist die Nachricht das Gesprächsthema an der Röhr.

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Der Schock über den Produktionsrückzug von Severin Elektrogeräte sitzt tief in Sundern. Viele ehemalige Mitarbeiter erinnern sich an die glorreichen Zeiten, als in den Hallen in der Röhre emsig von vielen hundert Mitarbeitern produziert wurde. Stolz auch die Zahl von 2600 Mitarbeitern weltweit, die man noch für 2011 notiert hatte, aktuell werden es nach der jüngsten Restrukturierung in Sundern 310 sein, so die Geschäftsleitung am Mittwoch.

Hoffnung macht Bürgermeister Ralph Brodel, der am Mittwoch ein Gespräch mit Geschäftsführer Ulrich Cramer hatte: „Es wurde mir deutlich gemacht, dass ich mir keine Sorgen machen müsse“, sagt Brodel. „Mir ist klar, dass dies nicht die 21 Mitarbeiter, die entlassen werden, und deren Familien tröstet. Das ist bitter“, urteilt der Bürgermeister. Aber angesichts der derzeit guten Lage auf dem Arbeitsmarkt hoffe er, dass die 21 Mitarbeiter schnell wieder neue Arbeit finden können.

Neue Stellen geschaffen

„Es gibt noch weitere Hoffnung, denn Severin hat ja deutlich gemacht, dass man in Sundern investiere und auch neue Stellen geschaffen hat“, so Brodel. „Ich gehe davon auf, dass Sundern der Sitz bleibt, da das Unternehmen Sundern sehr verbunden ist.“ Dass dies so ist, sagt auch die Firmen-Homepage aus: „Der Hauptsitz in Sundern im Sauerland stellt den wichtigen Mittelpunkt des Unternehmens dar“, heißt es dort. Auch, dass die Bereiche Logistik, Kundendienst, Produktmanagement, Qualitätsentwicklung und Produktsicherheit sowie Marketing sukzessive verstärkt worden seien. Hoffnung, dass die Marke auch weiterhin gut von den Käufern angenommen wird, gibt auch die jüngste Prämierung des Elektrogeräte-Herstellers im Sommer: Nach 2014 schaffte es Severin wieder unter die „Top 100“ des Innovationswettbewerbs. Gelobt wurde bei der Preisverleihung besonders die Aufstellung des Unternehmens in der Kategorie „Außenorientierung/Open Innovation.

Sind andere betroffen?

Für Verunsicherung sorgte der jetzt getätigte Schritt, die letzte Fertigung in der Sunderner Röhre ab Ende April 2020 einzustellen, bei heimischen Zulieferern: „Wir sind gespannt, welches Ausmaß das für uns hat“, hieß es gestern bei einer dieser Firmen, die zwar nicht nur an Severin liefert, sondern breit aufgestellt ist. Unsicherheit aber auch in den Bereichen Formenbau und Werkzeugbau: „Von denen ist nie die Rede“, betont ein Ehemaliger. Sein Urteil: „Traurig.“

Sozialer Verantwortung bewusst

Klarheit, was mit den 21 Mitarbeitern passiert, schuf gestern Abend die Geschäftsleitung: „Severin ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und wird gerade im Hinblick auf den langen Zeitraum bis zur Schließung der Abteilungen individuelle Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern führen und versuchen individuelle Lösungen für jeden einzelnen Fall zu finden.“ Die Zahl von 21 Mitarbeitern, die zum 30. April 2020 gehen müssen, sehen Branchen-Kenner in der Außenwirkung als kleinsten Schritt. Der weitaus wichtigere sei, die Schließung der Konstruktionsabteilung zum 30. Juni gewesen.

Die Zahl von 21 Mitarbeitern, die zum 30. April 2020 gehen müssen, sehen Branchen-Kenner in der

Außenwirkung als kleinsten Schritt. Der weitaus wichtigere sei, die Schließung der Konstruktionsabteilung zum 30. Juni diesen Jahres gewesen.

Im Februar war man auf der Frankfurter Ambiente am Severin-Stand noch zuversichtlich: „In Sundern werden pro Jahr etwa 300.000 Elektro-Grills in verschiedener Ausführung gefertigt“, hatte man damals verkündet: In diesem Jahr werde nach über 25 Produktionsjahren der 11.111.111. Elektro-Grill in Sundern hergestellt. Auf eine Schließung der Produktion ließ diese Zahl damals noch nicht deuten.

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