Wirtschaft

Severin wird Abteilung schließen - Sechs Stellen betroffen

Severin schließt die Konstruktions- und Entwicklungsabteilung in Sundern

Severin schließt die Konstruktions- und Entwicklungsabteilung in Sundern

Foto: Matthias Schäfer

Sundern.   Severin will Zentrale in Sundern straffen und schlanker machen. Deshalb schließt das Elektrounternehmen die Entwicklungsabteilung zum 30. Juni.

Wo werden Severin-Produkte in Zukunft entwickelt? Diese Frage stellte sich gestern im Zusammenhang mit einer Pressemitteilung des Unternehmens. Darin informiert die Geschäftsleitung über eine Umstrukturierung am Standort in Sundern. Wichtigster Bestandteil: Die Konstruktions- und Entwicklungsabteilung wird am 30. Juni geschlossen.

Dazu heißt es in der Pressemitteilung: „Im Rahmen der weiteren Neuausrichtung gilt es, Doppelstrukturen zu identifizieren und abzubauen, um künftig auf allen Ebenen schneller und effizienter arbeiten zu können. Betroffen sind davon sechs Vollzeitstellen.“

Sundern bleibt zentraler Ort

Sundern solle aber ein zentraler Ort für Severin bleiben. Dazu sagt die Geschäftsleitung: „Schon allein, um die Marktintelligenz für Deutschland und Europa in der Zentrale zu bündeln und die Nähe zum Handel und Endkonsumenten zu nutzen.“ Ziel sei es, Prozesse zu verschlanken und gleichzeitig das Markengeschäft zu stärken. Seit Mai 2018 werden bei Severin alle Bereiche eingehend geprüft und sollen den Anforderungen des Marktes und der Branche angepasst werden.

Die Geschäftsführer Christian Strebl und Ulrich Cramer betonen: „Es ist uns ein großes Anliegen, die Bereiche Logistik, Kundendienst, Produktmanagement, Qualitätsentwicklung und Produktsicherheit sowie Marketing auszubauen und so das Profil des Standorts Sundern kontinuierlich zu schärfen.“ Man wolle „vitales Wachstum“. Im ersten Schritt wurden die Marketingabteilung umstrukturiert und das Vertriebsteam zur Erschließung neuer, wichtiger Kanäle erweitert. Im Produktmanagement konnten vier neue Stellen und in der Qualitätsentwicklung/Produktsicherheit eine neue Stelle geschaffen und bereits besetzt werden. Gesucht werden noch ein Head of Global Logistic und ein Trade Marketing Manager.

Positiv für Sundern: Für einen der größten OEM-Kunden konnte Anfang 2019 der komplette Kundendienst nach Sundern geholt und somit die Auslastung in diesem Bereich deutlich erhöht werden.

Milchaufschäumer aus China

Die Frage, wo nun die Produkte entwickelt wird, beantwortet Severin am Nachmittag im Nachgang, auf Nachfrage unserer Zeitung zur Bedeutung des Einschnittes: „Ja, es gibt auch an unserem Standort im chinesischen Shenzhen eine Entwicklungsabteilung, allerdings mit teilweise anderen Schwerpunkten und Kompetenzen. So werden z.B. die Milchaufschäumer mit Induktionstechnologie seit jeher in China entwickelt und auch gefertigt.“

Die Sachlage bei der Entwicklungsabteilung in Sundern sei anders: Sie habe bisher überwiegend für OEM-Kunden Produkte entwickelt (z.B. Kaffee-Kapselmaschinen). „Hier sind Entwicklungsprojekte ausgelaufen bzw. neue OEM-Projekte z.B. aktuell mit Schwerpunkt Milchaufschäumer werden nun aus Shenzhen heraus betreut“, heißt es vom Unternehmen.

Produktmanagement bleibt in Sundern

Für das Severin Markengeschäft ist und bleibe die Generierung von Produktideen und das Erkennen von Trends zentrale Aufgabe des Produktmanagements und der dort installierten Category Manager am Standort Sundern, betonen die Geschäftsführe: „Die Umsetzung neuer Produktideen unserer Category Manager wird wie geschildert künftig von der Abteilung Qualitätsentwicklung und Produktsicherheit unterstützt und die Begleitung bis zur Marktreife erfolgt produkt- bzw. projektabhängig entweder mit externen strategischen Lieferanten oder in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in Shenzhen.“

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