Beigeordneter

Stadt Sundern macht sich auf die Suche nach Kühn-Nachfolger

Viel Bewegung im Rathaus Sundern.

Foto: Matthias Schäfer

Viel Bewegung im Rathaus Sundern. Foto: Matthias Schäfer

Sundern.   Nach einem Abstimmungsmarathon sprach sich der Rat der Stadt Sundern für einen Volljuristen als Beigeordneten aus.

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Die Stadtverwaltung Sundern bekommt wieder einen Beigeordneten:

In der Ratssitzung am Donnerstag sprachen sich nach einem Abstimmungsmarathon 21 Ratsmitglieder (CDU, WISU, Linke, Bürger für Sundern und die fraktionslosen Ratsherren Klaus Tolle und Michael Pellmann) für einen Volljuristen, also mit 2. Staatsexamen, und einer mindestens zweijährigen Erfahrung in einer Kommunalverwaltung aus.

Grüne halten Beigeordneten für überflüssig

Dagegen stimmten neun Ratsherren und -frauen (SPD), dazu gab es noch sieben Enthaltungen (Grüne, FDP). Damit folgte man der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses umfänglich.

Zuvor hatte es aber eine lange Debatte gegeben, in der Antonius Becker von den Grünen nochmals seine Ansicht darlegte, dass Sundern keinen Beigeordneten benötige.

„Das ist aber nie beschlossen worden“

„Insbesondere bei der jetzigen Haushaltssituation“, verwies er auf den Konsens, durch die Verwaltungsreform, den Beigeordneten zu sparen. „Das ist aber nie beschlossen worden“, so Markus Allefeld (CDU).

Der grünen Ansicht der Dinge schloss sich SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Stechele an, vor allem aus finanztechnischer Sicht:

„Der Ausgleich des Etats ist in weite Ferne gerückt. Für nächstes Jahr sehe ich schwarz.“ Die Strukturen in der Stadtverwaltung müssten zukunftsorientiert aufgestellt werde, ein Beigeordneter sei nicht mehr zeitgemäß.“

Linke sehen in Beigeordnetem ein Korrektiv

Der Linke Siegfried Huff schlug dann in die gleiche Kerbe, allerdings in komplett andere Richtung: „Ein Beigeordneter ist das einzig Sinnvolle, um im konstruktiven und strukturellen Bereich in der Stadtverwaltung voran zu kommen.“

Er oder sie könne ein Korrektiv sein, da er/sie dem Rat verpflichtet sei: Er verwies auch auf den Verlust von langjähriger Erfahrung in der Verwaltung.

CDU und Bürger für Sundern wollen Volljuristen

Überrascht zeigte sich die CDU, dass 14 Tage nach dem Haupt- und Finanzausschuss eine ganz andere Argumentation in der Rats-Vorlage auftauche. „Ein Beigeordneter mit einem abgeschlossenen Studium wird auf einmal gescheut, wie der Teufel das Weihwasser“, gab Fraktionschef Stefan Lange seinen Eindruck wieder.

Er votierte ebenso wie Werner Kaufmann von den Bürger für Sundern, dass man gemäß dem Beschluss im Hauptausschuss die Stelle für einen Volljuristen ausschreibe.

Bürgermeister sieht Probleme bei Ausschreibung

Bürgermeister Ralph Brodel hielt fest, dass er den Beschluss der Aufsicht beim Kreis vorlege. Er sieht Probleme in der Ausschreibung mit dem Grundgesetz, wonach jeder Deutsche Zugang zu einem Amt haben solle. Der Städte- und Gemeindebund hat der Stadt auf Nachfrage mit einem „Ja, aber“ geantwortet.

„Ich lese die Kommentierung anders“, hielt Werner Kaufmann dagegen und plädierte für einen Volljuristen.

Keine geheime Abstimmung

Zunächst erhielten dann in der Folge die Anträge auf geheime Abstimmung (Grüne) und namentliche Abstimmung (SPD) keine Mehrheit. der eigentliche Antrag (kein Beigeordneter), bekam 12 Ja-, 20 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen.

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