Waldsterben

Sundern: Ameisenhügel beim Harvester-Einsatz geschützt

Schon vor dem Einsatz eines Harvesters wird mit den Forst- und Naturschutzbehörden der Schutz von Ameisenhügel besprochen, unser Bild zeigt einen Einsatz in Dörnholthausen.

Schon vor dem Einsatz eines Harvesters wird mit den Forst- und Naturschutzbehörden der Schutz von Ameisenhügel besprochen, unser Bild zeigt einen Einsatz in Dörnholthausen.

Foto: Andreas Edelhoff / WP Sundern

Dörnholthausen.  Überfahren Harvester einfach Ameisenhügel? Ein deutliches Nein kommt da von Förstern und Naturschutzbehörden.

Das Problem mit dem Käferholz liefert für die Forstwirtschaft in unserer Region noch andere Nebenschauplätze. Denn viele Kolonien der „Kleinen Waldameise“ verlieren derzeit ihr schützendes Fichtenkronendach, zudem wird ihnen das Hauptnahrungsgebiet entzogen, berichtet Förster Friedbert Schulte-Schmale, zuständig für das Revier Sundern im Forstamt Oberes Sauerland, unserer Zeitung auf Anfrage.

Die Ursache hierfür liegt in der enormen Abholzung der Fichtenwälder, verursacht durch die Borkenkäferplage. Besorgte Bürger und Waldbesucher richten ihre Sorgen, Bedenken und Fragen an die Förster vor Ort. Zusammen mit Christof Klauke von der Unteren Landschaftsbehörde des Hochsauerlandkreises hat sich Schulte-Schmale mit der Situation um die bedrohte Waldameise befasst.

Forstwirtschaft ist Natur- und Artenschutz

Beide stellen ganz klar fest: „Forstwirtschaft ist Natur- und Artenschutz.“ Deswegen ist es selbstverständlich, dass sich das Forstpersonal neben den üblichen, sonstigen anstehenden Forstarbeiten u.a. um den Schutz der Waldameisen bemühen. „Natürlich werden die in den Sauerländer Wäldern arbeitenden Holzernte-Unternehmen durch Waldbesitzer und Förster sensibilisiert, was den Umgang mit bedrohten Waldameisenkolonien angeht“, erklärt Schulte-Schmale.

Kennzeichnen vor dem Hieb

Sind Ameisenhaufen in dem betreffenden Waldstück, werden sie vor dem Hieb deutlich sichtbar

gekennzeichnet. „Um den Waldameisen den für sie so wichtigen Wechselschatten zu erhalten, werden einzelne, auch trockene Fichten, um das Nest herum, stehen gelassen“, so Christoph Klauke. Vorhandene Pflanzen (Schlagflora) werden im Bestand möglichst geschont.

Wichtig für die Arten ist die Pflege der Waldränder sowie der Erhalt oder die Einbringung von honigtauträchtigen Gehölzen (Nahrungsquelle der Ameisen) wie Zitterpappel, Eiche, Ahorn, Vogelkirsche und Lärche. Im Einzelfall wird entschieden, ob eine Rettungsumsiedlung der Nester in andere Fichtenbereiche sinnvoll ist.

Jetzt Aufforstung im Blick

Schulte-Schmale sagt, die Arbeitspraxis im Revier sei geprägt von Maßnahmen, die dem Natur- und Artenschutz dienen. Die entstandenen Kahlflächen auf natürlichem Weg zu verjüngen oder mit standortgerechten Baumarten wieder aufzuforsten, wird in den nächsten Jahren die wichtigste Aufgabe der Förster sein. Eine Mammutaufgabe, die für den Natur- und Artenschutz von großer Bedeutung und richtungsweisend ist.

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