Corona

Sundern: Engagement ohne Grenzen in der Krise

Flobee-Abholung beim Bauernlädchen Schlüppner im Selschede: links Thorben Hoffmann, rechts Inhaber Tobias Schlüppner

Flobee-Abholung beim Bauernlädchen Schlüppner im Selschede: links Thorben Hoffmann, rechts Inhaber Tobias Schlüppner

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Sundern.  Schwere Zeiten in Sundern, aber es gibt findige Köpfe, die in Corona-Zeiten helfen wollen. Hier eine Übersicht der ehrenamtlichen Gruppen.

Schwere Zeiten erfordern findige Köpfe, um die Hürden zu überwinden. Seit der Verschärfung der Krise in der vergangenen Woche sprießen überall neue Ideen aus dem Boden, um Menschen aus den Risikogruppen zu helfen. Unsere Redaktion hat einmal nachgefragt, wie es läuft.

Eine Idee besonderer Art hatten die Vorstandsmitglieder der St.-Laurentius-Schützenbruderschaft Enkhausen, Björn Allefeld und Thomas Otto: Sie haben einen mobilen Getränkeservice für den Lübke-Ort auf die Beine gestellt. „Wir nehmen bis Freitag 20 Uhr Bestellungen auf, geliefert wird am Samstag ab 12

Uhr“, berichtet Thomas Otto, Geschäftsführer der Bruderschaft. Auf einem flugs entworfenen und gedruckten Flyer, der an alle Haushalte in Enkhausen und Tiefenhagen verteilt wurde und in einer WhatsApp-Gruppe zu sehen war, ist zu lesen: „Jetzt sollten wir zusammenstehen!“ Auf der Rückseite des Flyers kann man sehen, was es zu trinken gibt: Das reicht von der traditionellen Kiste Steinie mit 20 Flaschen über Malzbier, Fassbrause bis zu Cola, Fanta und verschiedene Wassersorten. Geliefert wird aber nur in Enkhausen und Tiefenhagen, so die Schützen.

Die Aktion ist gut angelaufen: „Wir hatten am ersten Auflieferungstag schon eine gute Auslastung, und für den kommenden Samstag gibt es jetzt schon einige Bestellungen“, verrät Otto. Lob gab es aus Grevenstein: „Die Vereine sind findig“, urteilt Ulrich Biene, Leiter der Presseabteilung der Brauerei Veltins über die Enkhausener Aktion.

17 Helfer stehen parat

Auch in Westenfeld ist eine Aktion gestartet, vor allem, um den älteren Menschen zu helfen. Hauptorganisator ist Ortsvorsteher Rüdiger Laufmöller. „Es haben sich nach unserem Aufruf schon 17 Helferinnen und Helfer gemeldet, die parat stehen“, berichtet Laufmöller über die große Hilfsbereitschaft im Ort. Doch bislang herrsche noch kein großer Andrang von Hilfesuchenden: „Bisher haben wir zwei Einsätze gehabt“, zieht Laufmöller eine Bilanz der ersten Tage im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ähnlich sieht es beim Stockumer Enkeldienst aus, der auch eine Corona-Hilfe im Ort anbietet: „Wir haben bisher erst eine Anfrage bekommen“, berichtet Louis Tebbe, der die Hilfe zusammen mit Anne Greitemann koordiniert. Allerdings habe sich aus der Anfrage kein Auftrag ergeben. Wahrscheinlich wollte jemand schon mal die Kontakte prüfen, um dann für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Firmlinge im Einsatz

Ganz ähnlich sehen die Langscheider Firmlinge die Situation: „Bei uns hat sich niemand gemeldet“, sagen Linus Coerschulte und Tom Zimmer, die für die Firmgruppe die Hilfe im Ort organisieren. Sie hatten am Montag nochmals eine kurze Absprache, wie Aufträge genau zu erledigen sind. Zur Hilfe gekommen ist den Firmlingen die Schützenbruderschaft St. Antonius, die - ähnlich wie in Enkhausen - einen Getränkeservice organisiert. Es bleibt aber dabei, was die Langscheider Jungen und Mädchen geschrieben haben: „Mit einer guten Gemeinschaft im Dorf sind wir stark und helfen denen, die unsere Hilfe in solchen Zeiten am meisten benötigen!“

Jugendparlament hilft

Vergleichbar mit den anderen Hilfsaktionen läuft es auch bei den Helferinnen und Helfern vom Jugendparlament Sundern: „Wir hatten heute morgen zwei Bestellungen“, sagt Antonia von Wrede, die über ihr Handy die Hilfeleistungen mit den anderen Mitgliedern organisiert.

Die erste Runde ist am Montag auch der private Lieferdienst Flobee gefahren: „Die Bestellungen reichen von Mettenden über Lauchzwiebeln bis zu Leberwurst und Kartoffeln“, erzählt Thorben Hoffmann, einer der beiden Auslieferfahrer, auf der Tour durch Sundern beim Abholen am Bauernlädchen Schlüppner. „Erkennbar ist aber ein Trend, dass wir nur vor die geschlossenen Türen liefern sollen“, so Hoffmann.

Flobee läuft gut

Mehr als zufrieden zeigt sich am Dienstagmorgen Marcel Kaiser von der Flobee-Geschäftsführung: „Es ist völlig verrückt. Wir haben inzwischen 55 Bestellungen nur für Sundern für den heutigen Dienstag erhalten.“ Es falle nun selbst Flobee schwer, alles zu bekommen, was die Menschen in Sundern bestellt hätten. „Die Leute sind aber dankbar, dass es uns und diese Möglichkeit gibt“, erklärt Marcel Kaiser. Inzwischen seien weitere acht Einkaufsmöglichkeiten hinzugekommen, diese müssten aber zunächst ins Flobee-System eingepflegt werden, bevor man dort bestellen könne: „Das wird nun sukzessive erfolgen.“

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