Infrastruktur

Sundern-Hövel: Die Kreisstraße 1 wird ausgebaut

Dieses Bild erwartet Autofahrer noch bis Ende Juni: Umleitung über Oelinghauser Heide nach Wettmarsen.

Dieses Bild erwartet Autofahrer noch bis Ende Juni: Umleitung über Oelinghauser Heide nach Wettmarsen.

Foto: Matthias Schäfer

Hövel/Wettmarsen.   Doch bei den Anwohnern in Hövel und Wettmarsen gibt es auch Sorgen: Auf der dann schicken Straße könnte die Raserei zunehmen.

Schön ruhig ist es in diesen Tagen am Wettmarser Weg im Sunderner Ortsteil Hövel, aber auch im nahen Wettmarsen auf Arnsberger Stadtgebiet: Die Strecke, die viele Pendler aus Sundern nutzen, um ins Hönnetal und weiter nach Hemer, Iserlohn oder auch auf die Autobahn A1 Richtung Köln zu kommen, ist seit Ende Februar gesperrt.

Der Hochsauerlandkreis baut die Kreisstraße, die die Ordnungsnummer 1 im HSK hat, zwischen Hövel und Wettmarsen auf 1600 Metern aus. „Dazu werden 1,28 Millionen Euro investiert“, berichtet der Pressesprecher des Kreises, Martin Reuther, auf Anfrage.

K1 stand schon seit Jahren auf der Prioritätenliste

Schon seit vielen Jahren stand die K1 auf der Prioritätenliste, war sie doch noch in ihrem Ursprungszustand und soll nun auf den heutigen technischen Stand gebracht werden.

Doch zunächst wurde 2016 mit dem Bau der ähnlich engen K 1 von Estinghausen zur Straßenkreuzung am Micheln Kreuz Richtung Kirchlinde in Angriff genommen. Die Begründung für den Ausbau:

„Es gab immer Probleme im Begegnungsverkehr“

„Es gab immer Probleme im Begegnungsverkehr auf der engen Straße, vor allem wenn sich dort Lastwagen entgegenkamen, musste einer von ihnen in die Bankette“, so Martin Reuther. Das war nicht so einfach für die FahrerInnen, denn teilweise säumten Birken die K1.

Nun ist die Verbreiterung schon in der Bauphase deutlich zu sehen. Der alte Asphalt ist auf der vollen Länge aufgenommen und entfernt worden. Wenn alles neu ist, stehen eine Breite von 5,50 Meter und eine ein Meter breite Bankette für alle Fahrzeuge zur Verfügung.

„Geplant ist die Freigabe um den 28. Juni“

Gesperrt bleibt die K 1 noch bis Ende Juni: „Geplant ist die Freigabe um den 28. Juni“, so Martin Reuther. Die Bauausführung hat die Firma Rudolf Hilgenroth GmbH aus Sundern übernommen. Umleitung führen entweder über die B 229 bis nach Balve-Sanssoucie und Grübeck oder über die L 544 nach Kirchlinde, Oelinghauser Heide, Calcit und Albringen nach Wettmarsen.

Beim Ortsvorsteher schlagen zwei Herzen in der Brust

Zwei Herzen schlagen in dieser Hinsicht in der Brust von Theo Nagel aus Wettmarschen: Der Biolandwirt und CDU-Ratsherr findet die sehr ruhige Phase derzeit ganz gut:

„Wir sehen aber auch, dass die Straße sehr eng und ein Ausbau notwendig war, gerade beim Schwerlastverkehr.“ Die Wettmarser Bürger haben aber auch Befürchtungen: „Wir glauben, dass später noch mehr auf der Strecke gerast wird, als es bisher schon der Fall war.“

„Wir Höveler vermuten, dass es eine Rennstrecke gibt“

Um das Rehwild zu schützen, hält Nagel entsprechende dauerhafte Gegenmaßnahmen für dringend notwendig. „Die Jäger bringen entlang der Strecke schon Reflektoren an“, so Nagel, aber es müsse noch mehr passieren.

Ähnlich wie sein Ortsnachbar aus Wettmarsen sieht es auch Karl Rüther, Ortsvorsteher in Hövel: „Wir Höveler vermuten, dass es eine Rennstrecke gibt.“ Und fügt gleich noch seine Kritik an der Prioritätenliste an:

Höveler halten die Sanierung der L 544 für wichtiger

„Aus unserer Sicht wurde die richtige Straße jetzt nicht gemacht, das wäre die L 544 von Hövel Ortsausgang bis mindestens zum Micheln Kreuz gewesen. Die ist nämlich gerade im Bereich der scharfen Kurve sehr kaputt und rissig“, erklärt Rüther.

Zahlreiche Umleitungen, etwa durch Baumaßnahmen im Hönnetal, hätten eine hohe Inanspruchnahme der Straße in den vergangenen Jahre gebracht und ihr geschadet.

Tempo 30-Zone sinnvoll

Die Höveler hoffen, dass nun endlich die Landstraße in Angriff genommen wird. Zudem bekräftigt Ortsvorsteher Rüther einen Wunsch der Bürger im Sunderner Höhenort: „Wir möchten endlich eine Tempo 30-Zone am Kindergarten. Die Straße ist stark befahren, das macht da schon Sinn, unsere Kleinsten zu schützen.“

Die nächste Bereisung ist vermutlich im Frühjahr 2021

Wie Kreisspressesprecher Martin Reuther erklärt, wird jeweils zu Anfang der Legislaturperiode der Kreisausschuss in einer Bereisung die Prioritätenliste für den gesamten Hochsauerlandkreis festlegen: „Die nächste Bereisung wird wahrscheinlich nach den Kommunalwahl im Herbst 2020 anstehen, also vermutlich im Frühjahr 2021“, so Reuther.

Die Liste werde dann in den Folgejahren nach der Bereitstellung der Haushaltsmittel durch den Kreistag abgearbeitet. Die Schäden würden entsprechend behoben bzw. die Straßen oder Abschnitte werden modernisiert, erklärt Reuther das Prozedere. Die K1 zwischen Hövel und Wettmarsen stand schon lange auf der Liste.

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