Kommunalwahl 2020

Sundern: Letzter Schlagabtausch vor Bürgermeister-Stichwahl

Die Sunderner Bürgermeisterkandidaten Klaus-Rainer Willeke und Georg Te Pass stellen sich den Fragen von Redaktionsleiter Martin Haselhorst und Redakteur Matthias Schäfer.

Die Sunderner Bürgermeisterkandidaten Klaus-Rainer Willeke und Georg Te Pass stellen sich den Fragen von Redaktionsleiter Martin Haselhorst und Redakteur Matthias Schäfer.

Foto: Screenshot / WP

Sundern.  Georg Te Pass und Klaus Rainer Willeke versuchen, in Web-Diskussion unserer Zeitung Unterschiede in Argumentationen und Zielen herauszuarbeiten

Podiumsdiskussion in Sundern
Podiumsdiskussion in Sundern

Nur noch fünf Tage bis einer der beiden Kandidaten das Amt des Bürgermeister von Sundern in der Stichwahl, der ersten in der Geschichte der Stadt, errungen hat. Gestern Abend hatten Klaus-Rainer Willeke und Georg Te Pass, beide 62, nochmals die Möglichkeit, sich einem breiten Publikum in einer Web-Fragerunde unserer Zeitung zu stellen und auf Unterschiede in ihren Argumenten hinzuweisen. Nicht ganz einfach nach über 100 Auftritten und drei Talkrunden im Internet-Format, gaben sie zu.

Entlang dem Meinungsbild der mitwirkenden Leser am „Heimatcheck“ unserer Zeitung im Frühjahr, wo man Schulnoten vergeben musste, führte die Fragestunde zu wesentlichen Knackpunkten in der Stadt, etwa dem Thema Senioren und Jugend. Den öffentlichen Nahverkehr in dieser Hinsicht sehen beide als schlecht an: „Jugendliche geben da sicherlich ein glatte 5“, betonte Klaus-Rainer Willeke. Ein deutliche Absage gab er an die Te Pass-Idee von einer Art Schwebebahn durchs Röhrtal: „Für mich ist das zuviel Flächenverbrauch.“ Dass es mittlerweile in München eine Firma gibt, die seine Vision schon umsetzen will, fand Te Pass als höchst interessant. Ein Nutzer hatte schon mit der Firma gesprochen.

Keine Wahlversprechen gemacht

Einigkeit in der Finanzierung so mancher Idee: „Der Spielraum ist für die Politik, auch angesichts von Corona und den Folgen begrenzt“, konstatierte Georg Te Pass. Willeke verwies, dass er keine Wahlversprechen gemacht habe, sieht aber eine andere Chance: „Wir müssen mehr Fördermittel nutzen, da ist nicht viel passiert.“ Nun müsse man sehen, wie die Corona bedingten Verluste im Haushalt abgerechnet werden könnten, sind beide Realisten.

Unterschiede wurden bei der Wirtschaft deutlich: Te Pass setzt mehr auf den Erhalt der bestehenden Wirtschaftsbetriebe und möchte auch die Digitalisierung in diesem Bereich verbessern. Zusätzlich will er einen Kümmerer für kleine Handwerksbetriebe einsetzen. Allerdings bemängelt er, dass zur Zeit viele Stellen im Rathaus unbesetzt seien. Klaus-Rainer Willeke forderte vor allem ein Plus an Achtsamkeit auf das, was die Unternehmen sich wünschen würden: „Wir haben da eine gewisse Ideenlosigkeit an den Tag gelegt.“ Das müsse sich ändern, vor allem wenn man neue Formen wie Homeoffice oder Co-Working-Space fördere, könne man neue Betriebe ansiedeln: „Heute muss niemand jeden Tag nach Düsseldorf fahren, wenn er dort arbeitet.“

Als komplizierten Prozess beschrieb Te Pass die Reform der städtischen Strukturen. Es gelte diese zu straffen und Doppelstrukturen etwa in der Vermarktung zu vermeiden. In der jetzigen Aufstellung sei die Stadtverwaltung nicht so leistungsstark“, formulierte Willeke vorsichtig. Sie sei nicht für Zukunftsaufgaben gerüstet. Vor allem müsse man auf mehr Nachhaltigkeit in vielen Belangen setzen.

Eine Chance auf interkommunale Zusammenarbeit sehen beide: „Ich habe da als Leiter einer solchen Organisation wie der VHS ein positives Verhältnis“, sagte Klaus Rainer Willeke. Er mahne an, nicht immer nur auf die Kosten zu schauen, sondern mehr auf die Potenziale, die da in beteiligten Städten zu heben seien. CDU-Kandidat Te Pass sah die Stadt da schon auf einem guten Weg, vieles habe man schon zusammengelegt, betonte er, etwa die Bauordnung, die in Sundern für Eslohe mitgemacht werde. Und auch das erste interkommunale Gewerbegebiet bei der Veltins-Brauerei zeige in die richtige Richtung.

Den ersten Tag am 2. November im Rathaus wollen beide auf den Dialog mit den Mitarbeitern setzen.

Technisch lief kurzfristig nicht alles ganz rund: Die Leitung von Klaus-Rainer Willeke war zwischenzeitlich von Rückkopplungen belastet, Georg Te Pass manchmal nicht zu verstehen und unscharf zu sehen: „Hier wird noch in KB gemessen“, kommentierte er die schlechte Internetleitung in Obersundern. „Das wäre doch ein Ansatz“, so ein User des Livechats mit unserer Redaktion.

Das Video sehen Sie am Mittwoch im Laufe des Tages auf wp.de/arnsberg

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