Flutkatastrophe

Sundern: Mitarbeiter wollen vor Ort Flutopfern helfen

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Die Mitarbeiter hatten die Idee, die Geschäftsführung stockte auf: Bei der Firma WWP (links Geschäftsführer Florian Wilms mit Mitarbeiterin Iris Reuter) wurden 10.000 Euro für die Flutopferhilfe der Caritas Arnsberg/Sundern gesammelt.

Die Mitarbeiter hatten die Idee, die Geschäftsführung stockte auf: Bei der Firma WWP (links Geschäftsführer Florian Wilms mit Mitarbeiterin Iris Reuter) wurden 10.000 Euro für die Flutopferhilfe der Caritas Arnsberg/Sundern gesammelt.

Foto: Martin Haselhorst

Sundern.  Bei Weckerle Wilms Partner in Sundern kennt fast jeder einen Menschen, den die Flut getroffen hat. Deshalb ist die Hilfsbereitschaft groß.

Vor drei Monaten stiegen die Flüsse und Bäche in Sundern und auch in Arnsberg über die Ufer und überschwemmten nach einem extremen Starkregenereignis Straßen, Häuser, Keller und Gewerbegebiete. Den Ortsteil Hachen hatte es besonders getroffen. Das ließ auch die Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatergesellschaft WWP Weckerle Wilms Partner GmbH mit Standorten in Sundern und Arnsberg nicht kalt. Sie hatten die Idee zu einer Spendenaktion zugunsten der Flutopfer vor Ort.

„Hier kennt ja fast jeder Mitarbeiter jemanden, den es getroffen hat“, erzählen die Mitarbeiterinnen Iris Reuter und Carmen Severin. Und so entstand der Entschluss, Überstunden in der mittelständische Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mit Niederlassungen in Hagen, Dortmund, Arnsberg und Sundern zugunsten der Bedürftigen zu machen, denen Hab und Gut oder Existenzen weggespült, zerstört oder stark beschädigt worden waren. Rund 4300 Euro waren so zusammengekommen. Die Geschäftsführung erhöhte auf 10.000 Euro.

Zum Glück nicht betroffen

„Wir selber waren zum Glück nicht betroffen“, erzählt Florian Wilms, „wir kennen aber natürlich auch

Mandanten, die es getroffen hat“. Der 35-jährige Herdringer ist einer der acht geschäftsführenden Partner bei WWP. Am Tag der Flut, dem 14. Juli, war er selber bei einem Termin am Standort Sundern unterwegs gewesen. Mit seinem Wagen kam er am frühen Nachmittag in Hachen noch so eben durch. „Ich war aber da schon sehr erschrocken“, erzählt er. Da konnte er noch nicht ahnen, wie die Situation später eskalieren sollte, dass die Straße ab 17 Uhr gesperrt werden musste und Keller und Häuser vollliefen. Bei der Weiterfahrt durch Müschede war das Bild nicht besser. „Da stand der Sportplatz in Müschede schon unter Wasser“, so der Unternehmer, der selbst in Müschede groß geworden ist. „Mir war schnell klar, dass wir die Geschädigten im Sauerland unterstützen müssen“, sagt Florian Wilms und lobt zugleich die Initiative seiner Belegschaft.

80 Mitarbeiter

Das Unternehmen WWP hat rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den vier Standorten Arnsberg, Sundern, Hagen und Dortmund. Die Mehrzahl davon hat ihren Arbeitsplatz in Sundern (35) und Arnsberg (25). Übernommen wird die Mandantschaft von kleineren und großen mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbstständigen.

Schon 421.063 Euro gespendet

Die Spende der WWP steht nicht isoliert. Bislang sind bereits 421.063,11 Euro (Stand 7. Oktober) auf das im Rahmen der Aktion „WP hilft Flutopfern“ unterstützte Spendenkonto des Caritasverbandes Arnsberg/Sundern eingegangen. Dahinter stehen 830 Spender. Die Summe der bislang an Betroffene ausgeschütteten Spenden beträgt 270.571,45 Euro, zuzüglich 60.000 Euro an die Stadt Sundern und 20.000 Euro an die Stadt Arnsberg zur Unterstützung von Vereinen und Firmen.

Der Anzahl der Begünstigten liegt bislang bei 119 Familien, Personen oder Betroffenen. Sie alle formulieren immer wieder eine Bitte: „Vergesst uns nicht in wenigen Wochen nach der Flut.“

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