Kulturen

Sundern reisen wieder zum Mount Kenia

Mit so einem Trike werden in Kenia die Nüsse vom Mount Kenia zu den Makadamia-Fabriken transportiert.

Foto: Matthias Schäfer

Mit so einem Trike werden in Kenia die Nüsse vom Mount Kenia zu den Makadamia-Fabriken transportiert. Foto: Matthias Schäfer

Sundern.  Gespannt hören die Schüler der Eingangsstufe (EA) den beiden kenianischen Gästen zu, wenn sie über ihre Heimat am Mount Kenia berichten.

Gespannt hören die Schülerinnen und Schüler der Eingangsstufe (EA) den beiden kenianischen Gästen zu, wenn sie über ihre Heimat am Mount Kenia, dem höchsten Berg in dem ostafrikanischen Land, berichten. Das Ehepaar Luca und Charity arbeitet dort als Field Officer.

Potentielle Keniafahrer

Unter den 60 Jugendlichen sitzen vermutlich die nächsten vier, die zum Jahreswechsel 2018/19 oder über Ostern 2019 nach Nairobi fliegen werden. Wie immer am Städtischen Gymnasium mit der „Stiftung: weltklasse“ von Matti Spieker. Die Schüler aus Sundern werden dort auf Luca (28) und Charity (27) treffen. Derzeit ist das Ehepaar in Deutschland unterwegs, um schon weit im Voraus für das Projekt zu werben und Interesse an den kulturverbindenden Aspekten geweckt werden.

Gutes Klima

So zeigen die beiden Kenianer, was die Stiftung in Kenia tut, erzählen von ihrer wunderschönen Heimat am Mount Kenia und berichten über die guten Bedingungen für Früchte in den dort herrschenden klimatischen Verhältnissen. Vor allem aber geht es um die Makadamia-Nuss. Viele der Kleinbauern rund um den schneebedeckten Gipfel bauen die Frucht an und vermarkten sie Mithilfe der Stiftung Weltklasse weltweit.

Der Stolz der Landwirtschaft

Inzwischen hat Matti Spieker mit einem kenianischen Partner ein eigenes Unternehmen gegründet: „Limbua - The Pride of African Farming (Der

Stolz der afrikanischen Landwirtschaft)“ heißt es und hat inzwischen große Partner in Europa, etwa einen Kosmetikhersteller, der die Nüsse, aber auch Avocados, für seine Produktion benötigt. Daneben werden aber auch Kaffee, Tee und andere Früchte verkauft. Wichtig für die Sunderner Schüler: „Wir haben auch eine Baumschule.“ Dort wird der Nachwuchs gezüchtet, den die Sauerländer während ihres Aufenthaltes in afrikanischen Erde eingraben werden: „Jeder jeden Tag etwa zehn Bäume“, so informiert Luca.

500 erhielten eine Chance

In einem Film, der die Arbeit der beiden Guides und der Schüler beleuchtet, hört man, dass viele Bauern zur Genossenschaft kommen, wenn man sie über die Gefahren von Düngemitteln informiert. „Mit Hilfe der Nüsse ist es vielen Menschen möglich, ihre Kinder in Schulen zu schicken“, sagt Matti Spieker. Inzwischen arbeiten 500 junge Kenianer bei „Limbua“.

Schulgeld so bezahlbar

„Das war eine Chance für sie, weiß auch Cordula Wallechner, die seit Jahren die Schüler der Weltklasse betreut und schon selbst in Kenia war. „Organic Farming“, so etwas wie Bioanbau bei uns, boomt in Afrika. Dabei begegnen sich moderne Welt und herkömmlicher zeitaufwendiger Anbau und Ernte: Die Farmer werden über ihren Fingerabdruck identifiziert und ihre Früchte sind dadurch lückenlos vom deutschen Händler bis zum Mount Kenia zurückzuverfolgen, berichtet das Ehepaar. Bei der Verwaltung der Farmen kommt auch GPS zum Einsatz, aber der Abtransport der Früchte erfolgt auf Trikes: „Unsere Wege sind nicht mit Deutschland zu vergleichen“, erklärt Charity, und ergänzt: „Very different, ganz anders.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik