Politik

Sundern: Sechs Fragen an die beiden Kandidaten

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Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Sundern.  In weniger als 72 Stunden steht fest, wer der neue Bürgermeister von Sundern ist. Unsere Zeitung fragte die Kandidaten nochmals nach Knackpunkten.

Der Endspurt ist eröffnet: Noch drei Tage bis Sundern einen neuen Bürgermeister gewählt hat. Am Dienstag standen Georg Te Pass (CDU) und Klaus-Rainer Willeke im WP-Podium Rede und Antwort. Sechs Fragen hatte die Redaktion an beide formuliert.

1. Ist Bürgerbeteiligung wichtiger als der Rat?

Te Pass: Es gibt ja schon die Bürgerfragestunde. Daneben hat der Bürgermeister aber auch die Pflicht,

entsprechend der jeweilige Gemengelage vor Ort zu erscheinen, außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung.
Willeke: Die Bürgerbeteiligung findet am nächsten Sonntag statt. Als Ortsvorsteher habe ich gute Erfahrung mit der kreativen Kompetenz vor Ort gemacht, diesen schlafenden Riesen will ich entfesseln, mit der Hilfe des Rates und der Bürger.

2. Wie wollen Sie die teils guten Ideen finanzieren?

Willeke: Ich habe kaum Wahlversprechen gemacht, die zusätzliches Geld kosten. In der vergangenen Zeit sind von der Stadt kaum Fördermittel abgerufen worden. Und es muss Wege geben, die Corona-Verluste auszugleichen. Es hat aber auch schon gute Konsolidierungsansätze gegeben.
Te Pass: Der Spielraum ist da begrenzt, dabei ist Corona eine Belastung für den Haushalt.

3. Wie kann Sunderns Wirtschaft stabilisiert werden?

Te Pass: Wir müssen mehr Wirtschaftskraft erhalten und generieren. Wir sind eine Stadt, die auf die Gewerbesteuern angewiesen ist. Wichtig sind neue Gewerbeflächen und besserer Verkehrsfluss, auch die digitale Verbindung ist zu stärken. Es hapert an der Umsetzung, da der Verwaltung Personal fehlt.
Willeke: Wir haben uns da eine Unachtsamkeit gegenüber den Unternehmen geleistet: Wir müssen wieder stolz sein auf sie. Es herrscht da derzeit eine gewisse Ideenlosigkeit, neue Möglichkeiten brauchen Achtsamkeit.

4. Was ist mit interkommunaler Zusammenarbeit?

Willeke: Als Leiter der VHS Arnsberg/Sundern habe ich ein äußerst positives Verhältnis dazu. Mich stört, dass das vor allem nach den Kosten und dem Sparpotential beurteilt wird und nicht nach dem Potential, das sich heben lässt. Nicht umsonst gibt es die Leader-Projekte, die Lebensqualität soll dadurch steigen.
Te Pass: Die haben wir in Sundern schon viel, etwa bei der Bauordnung mit Eslohe, auch die Rechnungsprüfung ist im Gespräch, und auch die Müllentsorgung. Obwohl das derzeit eher nicht erfolgreich aussieht, können aber später andere Partner einsteigen. Planungshoheit ist eine rote Linie bei mir.

5. Gibt es weiter Streichungen bei den Vereinen?

Te Pass: Die Angst kann ich nehmen, es gibt kein weiteres Streichkonzert, wir müssen helfen. Mir schwebt

etwa eine Equipmentbörse als ein Baustein vor, das kann aber auch auf geistiger Ebene folgen.
Willeke: Sundern muss zu einer Netzwerk-Stadt entwickelt werden. Auch hier ist wieder die kreative Kompetenz untereinander gefragt, denn alle haben spezielle Probleme, etwa Rechtsfragen. Das muss man zusammen regeln.

6. Wie soll das Rathaus reformiert werden?

Willeke: Die Stadtverwaltung ist nicht so leistungsstark, wie sie sein möchte. Man kann sich nicht auf die Zukunftsaufgaben ausrichten. Wir brauchen ein akutes Stärkungsprogramm. Das will ich angehen.
Te Pass: Wir müssen den Konzern „Stadt“ neu definieren: mit Sorpesee GmbH, Stadtmarketing und Stadtwerken. Sundern muss in der Ganzheit vermarktet werden, ein komplizierter Prozess.

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