Stadtmarketing

Sundern: Stadtmarketing-Vorstand wirft das Handtuch

Tim Hoffmann wirft als Vorstand der Stadtmarketing Sundern das Handtuch.

Tim Hoffmann wirft als Vorstand der Stadtmarketing Sundern das Handtuch.

Foto: Frank Albrecht / WP Sundern

Sundern.  Tim Hoffmann tritt zurück und kritisiert die mangelhafte Unterstützung durch Bürgermeister Brodel. Damit gärt es in der Röhrstadt weiter.

Sundern kommt nicht zur Ruhe: Nun macht Tim Hoffmann seinen bereits am 21. April im Aufsichtsrat erklärten Rücktritt als Vorstand der Stadtmarketing Sundern eG (wir berichteten) wahr. Unter anderem teilt Hoffmann mit:

„Im September 2018 bin als Vorstand angetreten, um etwas für unsere Stadt zu bewegen und um mich mit meiner Erfahrung im Bereich Social Media Marketing und Kommunikation einzubringen. Zudem wurde mein Wunsch, einen Beitrag zu Tourismus und Einzelhandel zu leisten, von der Absicht begleitet, endlich eine sichere städtische Finanzierung der Genossenschaft zu erreichen.

Durch die unhaltbaren Zustände, die aufgrund der Untätigkeit des Bürgermeisters in 2018 entstanden sind, hatten bereits meine Amtsvorgänger Christian Willeke und Maria Hegemann ihr vorzeitiges Ausscheiden bekanntgegeben. Leider hat sich bis heute auch trotz unendlich vieler Gespräche, runder Tische und sonstiger konspirativer Treffen keine wirkliche Situationsverbesserung ergeben, wenngleich auch die Mittel nach langatmigen Hin und Her für dieses Jahr nun endlich bereitstehen.“

Noch immer kein tragfähiges Gesellschaftskonstrukt

Das klare Ziel sei damals wie heute, dass der Rat bis Ende 2019 ein tragfähiges Gesellschaftskonstrukt habe beschließen wollen, das eine problemlose Bezuschussung seitens der Stadt unter Wahrung aller EU-Beihilferecht-Auflagen möglich machen sollte. Mehrere Treffen von Vertretern aller Fraktion Ende 2018 / Anfang 2019 hätten exakt diesen Weg als Ergebnis gehabt.

Doch nun sei es bereits Mai 2020 und die Wirtschaftsberatungskanzlei, die den Auftrag zur Organisationsuntersuchung erhalten hat, habe bisher noch nicht einmal mit der Führung der Stadtmarketing Sundern eG gesprochen.

Tim Hoffmann: Verwaltungsführung bekommt solche wichtigen Dinge nicht vom Tisch

„Daher halte ich es auch für sehr unwahrscheinlich, dass hier zeitnah Ergebnisse sichtbar werden und der Rat überhaupt noch in diesem Jahr über eine neue Organisation entscheiden kann. Ich gehe sogar eher davon aus, dass wir im kommenden Jahr zum vierten Mal über die Probleme bei der Bezuschussung der jetzigen Stadtmarketing Genossenschaft im Rat diskutieren könnten.“

Leider, schreibt Hoffmann, weil die jetzt im Prinzip nur noch aus dem Bürgermeister bestehende Verwaltungsführung „einfach solche wichtigen Dinge nicht vom Tisch bekommt“.

„Auch viele Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Antonius Becker“

Die Genossenschaft stehe dank des Einsatzes der Kämmerin nun – zumindest für 2020 - auf sicheren Füßen. Das Arbeitsvolumen allerdings, das die Ex-Geschäftsleiterin Julia Koger nach ihrem Weggang hinterlasse, sei für einen ehrenamtlichen Vorstand nicht zu stemmen. Nach einigen gelungenen Projekten und Veranstaltungen wäre es jedoch an der Zeit, nun die volle Kraft in die Neuausrichtung eines leistungsfähigen Stadtmarketings zu setzen.

„Hierüber und zu anderen Themen gab und gibt es für mich als Vorstand leider zu viele Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Antonius Becker und auch aus meiner Sicht keine klare Rollenverteilung nach dem Genossenschaftsprinzip: der Vorstand führt und der Aufsichtsrat kontrolliert die Geschäfte.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben