Serie „Einkaufen in Sundern“

Wenig wirkungsvolle Instrumente gegen den Leerstand

Leerstand in Sundern: Mit Bildern von Relindis Bergmann aus Hachen fällt es nicht so sehr auf, dass dieser Laden schon länger nicht geöffnet ist.

Leerstand in Sundern: Mit Bildern von Relindis Bergmann aus Hachen fällt es nicht so sehr auf, dass dieser Laden schon länger nicht geöffnet ist.

Foto: Matthias Schäfer

Der Kampf gegen Leerstände in Sunderns Innenstadt ist lang und schwer – wie wir in unserer Serie „Einkaufen in Sundern“ recherchiert haben.

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Sundern. Der Leerstand an der Ladenfront in der Sunderner Fußgängerzone ist nicht zu übersehen. Einige Kandidaten sind aber schon seit langen Jahren dabei, andere relativ neu. Die stellvertretende Geschäftsleiterin von Stadtmarketing Sundern, Julia Koger, sieht aber: „Wenn man Sundern und die nicht bestückten Läden mal mit anderen Orten unserer Größe vergleicht, sind wir hier noch auf einem guten Niveau.“ Es sei aber auch so, dass jeder Leerstand einer zu viel sei.

Wenig Anfragen

Anfragen von außen, also von Betreibern, gebe es sehr selten: „In meiner Zeit eigentlich nie. Die letzte Anfrage liege schon einige Zeit zurück: „Als Jeroen Tepas noch hier saß.“ Auch von den Immobilien-Eigentümern werde wenig bis kaum Hilfe angefordert, so Julia Koger in einem Gespräch im Rahmen unserer Serie „Einkaufen in Sundern“. Was kann man am Rathausplatz gegen den Leerstand tun? „Wir haben natürlich ständigen Kontakt mit der Stadt Sundern, zum Beispiel mit Wirtschaftsförderin Julia Wagener“, sagt Julia Koger. Das Einzelhandelskonzept sei ohnehin Aufgabe der Stadt Sundern. „Wir wollen aber eine gemeinsame Linie entwickeln. Deshalb gibt es immer enge Abstimmungen mit den Verantwortlichen der Stadt“, so Julia Koger.

Ein Sport-Geschäft fehlt

Aber natürlich hat man im Büro am Rathausplatz eine Vorstellung, was fehlt im Sortiment der Innenstadt, denn dazu melden sich die Gäste schon, wenn sie etwas nicht an der Hauptstraße finden: „Das sind grundsätzlich Sportartikel“, berichtet Iris Reich, die seit vielen Jahren den meisten Kundenkontakt im Büro hat. Den Touristen fehle eben diese Branche, egal ob es um Sportkleidung oder -schuhe gehe. Man könne die Gäste dann zum Schuhhaus Schauert nach Westenfeld schicken oder wenn es um grundlegende Dinge wie T-Shirts oder Hosen gehe in einen der ansässigen Modeläden, aber das treffe meistens nicht so recht das gesuchte Teil. Apropos Sport: Nach dem Weggang von Sport und Ski Bohne an der Hauptstraße konnte nie mehr ein Laden Fuß fassen, Versuche gab es mehrere. Die Gründe, die zum Scheitern führten, seien vielfältig. Fakt sei, heißt es beim Stadtmarketing, dass man den Sportladen in der Stadtmitte erwarte und nicht in einer Randlage. „Offensichtlich hat es aber mit dem Umsatz nicht gereicht, sonst hätte man die Versuche nach einiger Zeit nicht wieder abgebrochen“, sagt Iris Reich.

Klein, aber fein

Die Touristen berichten aber auch etwas sehr Positives für die Stadt: „Den Kunden fehlt wenig in Sundern. Das hören wir immer wieder. Es sei klein, aber fein“, versichern Julia Koger und Iris Reich. Und das sei auch genau der Aspekt, den man weiter fördern müsse: „Denn bei uns gibt es glücklicherweise noch den inhabergeführten Einzelhandel“, so Julia Koger. Ein gutes Beispiel, dass sogar eine Neugründung erfolgreich funktioniere, sei der Genussladen „Feyne Droappen“ an der Hauptstraße. Wichtig für das Stadtmarketing in der Betrachtungsweise: Für Fremde sei die Fußgängerzone in Sundern okay, der Sunderner sehe die Einkaufsmeile meistens viel kritischer.

Stadt im Umbruch

Bernhard Buch von der Immo Group West aus Essen, der auch Sundern betreut, hat zum Thema Leerstand seine eigene Meinung: Sundern müsse den Mut zur Lücke haben und ein Zeichen setzen, rät er aus langjähriger Erfahrung. Man müsse wieder junge Leute in die Fußgängerzone locken und sie auch zum Kauf bewegen. Nur so könne man dem Internethandel begegnen, da müssten auch die Städte gegensteuern. Der Enser, der in ganz Südwestfalen tätig ist, sieht natürlich auch die Probleme der Stadt: „Sundern ist definitiv im Umbruch, aber wer jetzt vielleicht die Initiative ergreift, kann in einigen Jahren der Gewinner sein.“ Ein anderes Problem sei eben bei der Stadtgröße auch das geringere Einzugsgebiet. Helfen könne auch, wenn man seinen ganz individuellen Weg suche, da müsse auch das Stadtmarketing mitarbeiten.

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