Etat

„Wertschätzung ist unabdingbar“

Foto: sportpresse-reker.de

Sundern.   Die aktuelle Debatte um den Etat 2018 bestimmte auch die Hauptversammlung des Stadtsportbundes.

Der Stadtsportverband Sundern (SSV) hatte zur Mitgliederversammlung ins Sport- und Tagungszentrum Hachen eingeladen. Hauptthema für die Vertreter/innen aus 43 Sunderner Sportvereine war der aktuelle Haushaltsentwurf und die darin enthaltenen Reduzierungen von Sportfördermitteln.

Dabei wurde schnell klar: Aus der Sicht des Sportverbandes und dessen

Vereine war nach diversen Reduzierungen der Fördermittel bereits 2017 das Minimum erreicht. Des Weiteren sollte eine verlässliche Förderung über mindestens drei Jahre seitens der Stadt zugesichert werden, um den Vereinen eine zumindest mittelfristige Planungssicherheit zu geben, so die Versammlung. Unsere Redaktion sprach über den aktuellen Haushaltsentwurf und die im Etat enthaltenen Reduzierungen mit dem SSV-Vorsitzenden Michael Kaiser.

Frage: Stecken Sie in der gleichen Situation wie vor einem Jahr?

Michael Kaiser: Nicht ganz: Vor einem Jahr stand nahezu die gesamte Sportförderung zur Diskussion. Aktuell geht es um eine weitere deutliche Reduzierung, was die Situation aber nicht wirklich besser macht. Genau wie im vergangenen Jahr stecken wir wenige Wochen vor Jahresende in Diskussionen, die nicht mehr mit der nötigen Tiefe und Ruhe geführt werden können.


Hätte man das nicht bereits frühzeitig im Jahr angehen können?
Das haben wir getan. Seit März sind wir in Gesprächen mit den Fraktionen und der Stadtverwaltung. Bereits in der Jahresmitte waren wir uns weitestgehend einig darüber, die Sportförderung mindestens auf der Grundlage 2017 erhalten zu wollen und den Bereich Kinder- und Jugendarbeit zu stärken. Bereits 2017 waren ja ca. 10 000 Euro unter einem Sperrvermerk. Vor diesem Hintergrund kann der vorgelegte Entwurf des Haushaltes nicht zufriedenstellen.


Was fordern Sie konkret?
Das lässt sich in drei Punkten zusammenfassen: 1. Einstellung der gesamten Sportfördermittel in den Haushalt analog zu 2017, inklusive der Fördermittel für die Tennisvereine. 2. Den frei werdenden Betrag aus der Förderung in Amecke in gleicher Höhe zur Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit einsetzen. 3. In der Darstellung ab 2019ff Einstellung der gesamten Mittel (Stichwort Planungssicherheit).

Den Sunderner Fraktionen liegen diese Punkte natürlich vor. Einige stehen voll dahinter, von einigen warten wir noch auf ein Feedback bzw. ein Gesprächsangebot.


Worin sehen Sie die vorrangigen Aufgabe des Sports in Sundern und gewissermaßen den Gegenwert? Vereine tragen hohe Verantwortung gegenüber mehreren Tausend Kindern und Jugendlichen, die im Sportverein viel Spaß haben, integriert werden und einen Ort der Persönlichkeits- und Demokratiebildung vorfinden. Verantwortung gegenüber der gesamten Gesellschaft, da die Vereine eine wesentliche Säule des sozialen Zusammenhaltes garantieren. Vor allem wäre eine weitere Reduzierung ein fatales Zeichen an die ehrenamtlich Tätigen, sie halten das gesamte Gefüge zusammen. Deren Wertschätzung ist unabdingbar. Eine Investition in die Sportvereine ist eine Investition in die Zukunft der Stadt.
Was wird am Ende rauskommen für die Sportvereine?
Bis dato ist das der Blick in eine Glaskugel. Im Ernst, natürlich ist auch uns die angespannte Haushaltslage bewusst. Aber die gesamte Förderung über die wir sprechen macht einen extrem minimalen Teil des Gesamthaushaltes aus, es dürften etwa 0,15 Prozent sein. Diese Mittel sollten am Ende schon ausgezahlt werden.

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