Junges Engagement

„Wir wollen Kinder für Wachdienst bei der DLRG begeistern“

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Amecke.   Sechs junge Ausbilder sind die Zukunft der Schwimmförderung und Nachwuchsarbeit in der Ortsgruppe Amecke der DLRG.

Engagement kann so schön sein – vor allem an diesem Platz. Wer bei der DLRG Amecke seinen Dienst verrichtet, kann an schönen Sommertagen seine Zeit an der Wachstation am Vorbecken des Sorpesees verbringen.

Klingt wie Urlaub, ist aber eine Aufgabe mit großer Verantwortung. DLRG will aber nicht nur retten, sondern Menschen das Schwimmen beibringen. Sechs junge Mitglieder der Amecker Ortsgruppe absolvierten oder absolvieren ihre aufwändige Lehrscheinausbildung und machen die Schwimmförderung im Ort damit zukunftsfähig.

Die DLRG Amecke stand wie auch andere Ortsgruppen vor einem Problem: Es gab bald keine Lehrscheininhaber mehr, deren Anwesenheit aber verpflichtend ist, wenn Schwimmunterricht gegeben wird. „Es drohte, dass wir das Angebot einstellen müssen“, erzählt Lukas Schumacher.

Der 26-jährige Amecker hat die dreijährige Ausbildung für den Lehrschein ebenso wie Caroline Perrin (27) und Nadine Neise (25) schon hinter sich. Im ersten Jahr dabei sind Leonie Peters (16), Pia Liesenfeld (16) und Lena Gallus (17). Sie alle sind auch jetzt schon in der Ausbildung und frühen Schwimmförderung der DLRG Amecke im Hallenbad Sundern engagiert. Bis zu 70 Kinder lernen dort das Schwimmen und auch das Retten bei der DLRG Amecke. „Wir wollen den Nachwuchs für den Wachdienst und die Übernahme von Aufgaben begeistern“, sagt Nadine Neise.

Zunehmender Betrieb im Vorbecken

Die Zahntechnikerin aus Amecke ist stark im Jugendbereich der Ortsgruppe aktiv und auch Anwärterin auf den Bootsführerschein. Die Wache am Vorbecken verfügt über ein eigenes Motorboot. An heißen Sommertagen muss das häufiger ausrücken. „Seit der Neugestaltung des Vorbeckens durch den Airlebnisweg ist hier deutlich mehr los“, weiß Lukas Schumacher: Schwimmer, Tretbootfahrer oder Stand-up-Paddler sind unterwegs. Die nur über Spenden finanzierte Arbeit der DLRG sei da wichtig, so Lukas Schumacher. Er selber ist dem Sorpesee verbunden, obwohl er in Köln als Referendar in den Fächern Deutsch und Sozialwissenschaft unterrichtet. Wenn er „fertiger Lehrer“ ist, will er zurück ins Sauerland, hier einen Job suchen. Der See und sein Engagement seien für ihn auch ein Stück Heimat.

Sorpe entspringt im Garten

Caroline Perrin ist im doppelten Sinne eine Rückkehrerin zur DLRG Amecke, bei der sie schon als Kind das Schwimmen gelernt hatte. Die Medizinisch Technische Radiologische Assistentin in Elternzeit kehrte nach der Ausbildung in Köln und der Babypause in die DLRG-Arbeit zurück. „Im meinen Garten entspringt die Sorpe“, sagt sie. Da komme sie vom See nur schlecht weg. Als sie nach der Mutterschaftspause erstmalig wieder zum Kinderschwimmunterricht kam, hatten diese für sie ein schönes Geschenk vorbereitet. „Das war eine tolle Anerkennung“, erzählt sie, „da weiß man, wofür man das alles macht!“.

Die Kinder und das Engagement geben den jungen Leuten der DLRG Amecke viel zurück. Sie lernen Verantwortung und Organisation. „Es ist ein Hobby und keine Arbeit“, sagt Lena Gallus, „da profitieren wir auch viel von“. Die 17-jährige Gymnasiastin aus Röhrenspring macht in Sundern ihr Abitur. Leonie Peters und Pia Liesenfeld bauen gerade an Berufskollegs ihr Fachabitur im Bereich Gesundheit. Die drei jüngsten im Ausbilderteam sind schon als Kinder an der Wachstation gewesen. „So haben wir über die Jahre gesehen, wie sie sich auch bei anderen Aufgaben engagieren“, erzählt Nadine Neise.

Jetzt hofft die DLRG Amecke, gerade die jungen Leute auch für die Zukunft in ihren Reihen zu halten. „Man weiß zwar nie, wo es später mal hingeht“, sagt Lena Gallus, „aber unser Engagement ist schon langfristig gedacht“. Ein Opfer sei das nicht. „Es ist doch schön, nach der Arbeit auch noch was anderes zu machen“, sagt Nadine Neise.

Die große Teilnehmerzahl in den Gruppen und auch Erfolge bei Wettbewerben spornen die jungen Ausbilder ebenso an wie der Teamgeist, der in der DLRG gepflegt wird. „Es motiviert alle, wenn sich bei einem Wettbewerb die ganze Ortsgruppe gegenseitig anfeuert“, berichtet Leonie Peters.

Man kennt sich im Sorpetal. Viele der Mitglieder leben hier. Da spüren Lukas Schumacher und auch die anderen jungen Macher der DLRG Amecke eine besondere Verantwortung. „Wasser ist für uns an der Sorpe immer präsent“, sagt er, „da ist es wichtig, dass alle Kinder auch schwimmen können“.

Ortsgruppe vor 55 Jahren gegründet

Die Ortsgruppe Amecke der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft feierte gerade erst ihr 55-jähriges Bestehen. Die Wachstation befindet sich am Vorbecken des Sorpesees im Bereich des Campingplatzes an der Sorpebrücke.

Eine wichtige Aufgabe der DLRG Amecke ist der Schwimmunterricht und die Ausbildung im Hallenbad Sundern. Donnerstagabends und am Samstagmorgen nutzt die DLRG Beckenzeiten im Bad, um Kindern das Schwimmen beizubringen und Mitglieder auf die verschiedenen Stufen der DLRG-Abzeichen zu qualifizieren.

Ein Höhepunkt der Jugendarbeit der DLRG ist das jährliche Schnupperwochenende in der Wache. Spielerisch wird hierbei Kindern der Wachdienst nähergebracht. Darüber hinaus nehmen die Kinder an Wettkämpfen teil.

Insgesamt zählt die Ortsgruppe rund 250 Mitglieder. Die DLRG finanziert sich aus Spenden. Das Seefest am Vorbecken wird ebenfalls ausgerichtet, um Erlöse zugunsten der DLRG zu erzielen.

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