Engagement

Zwei Schülerlotsen aus Amecke

Die beiden Schülerlotsen in Amecke

Die beiden Schülerlotsen in Amecke

Foto: Beate Feische

Amecke.   Seit Jahren sind sie im Einsatz, im Sommer soll Schluss sind mit dem Lotsen von Schülern.

Bei Regen und Schnee, Wind und jedem Wetter, in Amecke sieht man seit dreieinhalb Jahren jeden Morgen zwei Schutzengel am Zebrastreifen stehen. Dirk Böhmer (40) und Detlef Gregoreck (57) geleiten die Kinder, aber auch Erwachsene, sicher über die Straße.

Ihre gelben Warnwesten, die sie zur Eigensicherung tragen, sind durch die strahlenden Leuchtstreifen auch im Dunklen schon von Weitem zu sehen. „Und doch“, erzählt Detlef Gregoreck, „kommt es immer mal wieder vor, dass auch wir übersehen werden und an die Seite springen müssen, um nicht überfahren zu werden.“ Der Zebrastreifen, den die meisten Amecker Kinder jeden Morgen überqueren müssen, um zur Bushaltestelle zu gelangen, ist schon seit längerem ein Thema in Amecke.

Kampf für Bedarfsampel

Vor zehn Jahren ergriff Detlef Gregoreck die Initiative. Er wollte erreichen, dass an dem Überweg eine Bedarfsampel installiert wird.

„Doch bei der Stadt Sundern stieß das auf große Gegenwehr“, erinnert er sich und ist bis heute entsetzt über die strickte Abwehr beim Ordnungsamt. „Unter anderem sei das Verkehrsaufkommen zu gering.“ Einige Eltern entschlossen sich darauf hin, als Lotsen zu agieren. Detlef Gregoreck und Dirk Böhmer, selbst Väter von Grundschulkindern, fuhren nach Dortmund zum ADAC und informierten sich ausführlich über die rechtliche Situation, nahmen auch noch einmal Anregungen zur Installation einer Bedarfsampel mit.

Eltern springen ab

Das Thema schlief ein. Bis auf die Gründer sprangen auch die anderen Eltern ab: „Wir machen weiter“, entschlossen sich die Amecker Schutzengel, die seitdem täglich ihren ehrenamtlichen Dienst versehen. Unterstützung wünschten sie sich und ihren möglichen Nachfolgern von der Polizei. „Wenn sich eine Streife ab und zu mit uns schon vor 7 Uhr hier herstellen würde, dass die Autofahrer die Zusammenarbeit sehen, wäre das schon eine Hilfe.“

Thema schlief ein

Doch viele Autofahrer wissen auch so, dass mit den Engeln bei Verstößen nicht zu spaßen ist. Die Nummern rücksichtsloser Autofahrer werden notiert und das Vergehen zur Anzeige gebracht. Polizeihauptkommissar Michael Pellmann, der sehr häufig in der Nähe des Zebrasteifens mit dem Einsatzfahrzeug steht, sieht die Schwierigkeit da auch im Dienstwechsel. „Wir kommen immer so um 7.20 Uhr, wenn die Busse zu den weiterführenden Schulen fahren.“ Seine Beobachtungen sind positiv: „Die Situation hier hat sich in den letzten Jahren sehr gebessert“, weiß er aus eigener Erfahrung. „Wenn die Herren einmal aufhören, könnte das wieder schwieriger werden.“

Ampel nochmals im Visier

Doch genau das haben die Schutzengel vor. „Wir machen gemeinsam noch bis zu den Sommerferien, dann hören wir auf“, sagt Dirk Böhmer. Beide möchten noch einmal für eine Bedarfsampel kämpfen und werden in der nächsten Zeit die Schulen und Eltern ansprechen. „Eine Ampel wie an den Baustellen, mit Batterie, könnte doch erst einmal ein halbes Jahr aufgestellt werden“, hoffen sie für die Zukunft. Dann könne man ja sehen, wie es verkehrs- und bedarfsmäßig läuft. Sagen es, und halten die nächsten Fahrzeuge an, damit die Kinder den Bus sicher erreichen.

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