Lebensmittel-App

Auch in Velbert hilft eine App gegen Verschwendung von Essen

Gegen die Verschwendung von Lebensmitteln – Zwei Geschäfte in Velbert gehören zu den mittlerweile 2700 Partnerläden der App „Too good to go“.

Gegen die Verschwendung von Lebensmitteln – Zwei Geschäfte in Velbert gehören zu den mittlerweile 2700 Partnerläden der App „Too good to go“.

Foto: Lars Heidrich

Velbert.   Mit der App „Too good to go“ können Händler Reste günstiger anbieten. In Velbert sind bisher zwei Geschäfte dabei, es sollen aber mehr werden.

„Ein Wahnsinn des Wegwerfens“ – So beschreibt Debora Meli den Zustand in vielen Gastronomien und im Einzelhandel. „Jeden Tag wird so viel weggeschmissen“, sagt sie. Aber die Leiterin des Reformhauses Kaubisch hat eine Lösung gefunden. Seit Herbst letzten Jahres ist auch das Reformhaus Kaubisch in Velbert Teil der App „Too good to go“.

Über diese App können Restaurants, Bäckereien, Cafés, Hotels und Supermärkte ihr überschüssiges Essen zu einem vergünstigten Preis Selbstabholern anbieten. Die Kunden bestellen und bezahlen direkt über die App und holen ihre Portion dann in einem angegebenen Zeitfenster im Laden ab. „Wir verkaufen täglich ein bis zwei Pakete in Velbert“, sagt Debora Meli. Angefangen habe die Reformhaus-Kette mit dem Projekt vor anderthalb Jahren in dem Geschäft in Rüttenscheid.

Testphasen in anderen Städten bevor App auch in Velbert etabliert wurde

Als die Verantwortlichen merkten, wie unkompliziert und sinnvoll das Projekt sei, sei es relativ schnell auf alle Betriebe erweitert worden, erklärt die Leiterin des Reformhauses. „Wichtig ist dabei die Symbolkraft“, erklärt sie weiter. „Es geht um das Bewusstsein, dass alles auf der Welt einen Anspruch auf respektvollen Umgang verdient hat.“

Auch in der bft-Tankstelle an der Heidestraße werden vergünstigte Pakete über die App angeboten, damit weniger weggeschmissen wird. „Hier läuft das Projekt jetzt seit zwei bis drei Monaten“, sagt Uwe Vollertsen, Geschäftsentwickler für Shop und Bistro beim Tankstellenbetreiber Q1. Ähnlich wie beim Reformhaus Kaubisch hatte auch bei der Tankstelle zunächst eine Probezeit in einer ersten Tankstelle stattgefunden.

Uwe Vollersten hat das Projekt „Too good to go“ vor anderthalb Jahren in einer Tankstelle in Osnabrück ans Laufen gebracht und begleitet. „Wir können hochwertige Lebensmittel, die wir sonst wegschmeißen müssten, so noch verwerten“, freut der Geschäftsentwickler sich. Und der Erfolg gibt ihm recht: konkrete Zahlen könne er zwar noch nicht nennen, aber „wir bekommen regelmäßig Analysen aus den Shops und da sehen wir, dass das Projekt in Velbert angenommen wird“, sagt Uwe Vollertsen.

Kleines Team nimmt Kontakt zu Betrieben auf

Die Umsetzung des Projekts sei durchaus mit einem hohen Aufwand verbunden gewesen. „Die Mitarbeiter mussten zum Beispiel geschult werden“, erklärt Vollertsen. Denn auch wenn über die App Lebensmittel verkauft werden, die eigentlich weggeschmissen würden: „Wir müssen gewährleisten, dass alles immer noch top Qualität hat“, sagt der Geschäftsentwickler. Dabei habe sein Unternehmen große Unterstützung von „Too good to go“ bekommen. Mit Hilfe des App-Unternehmens habe er eine Routine entwickeln können, die sich gut im Alltag integrieren lasse. „Das klappt super“, meint Uwe Vollertsen.

Warum es in Velbert erst zwei Betriebe gibt, die die App nutzen, kann sich Franziska Lienert von „Too good to go“ so erklären: „Wir sind in Deutschland noch ein relativ kleines Team, das Kontakt zu Händlern aufnimmt.“ So sei es eben ein Prozess, bis alle Betriebe von der App wüssten. „Unser Ziel ist es auf jeden Fall, in ganz Deutschland vertreten zu sein“, sagt die Pressesprecherin.

>>EINE MILLION NUTZER IN DEUTSCHLAND

  • Laut Information von „Too good to go“ werden global mehr als ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen, in Deutschland sind das 18 Millionen Tonnen pro Jahr.
  • In Deutschland hat die App aktuell 2.700 Partnerläden in rund 400 Städten und über 1.000.000 App-Nutzer. Europaweit sind es sogar 8.500.000 App-Nutzer. Bislang wurden dadurch international schon 12 Millionen Mahlzeiten gerettet und in dem Zuge 24.000 Tonnen CO2 eingespart. In Deutschland alleine wurden bereits eine Millionen Essen gerettet.

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