Gesellschaft

Auch in Velberter Kitas sind Handys unerwünscht

Die Kitas der CSE in Essen werden handyfrei. Auch in Velbert haben die Kitas sich mit diesem Gedanken bereits auseinandergesetzt.

Die Kitas der CSE in Essen werden handyfrei. Auch in Velbert haben die Kitas sich mit diesem Gedanken bereits auseinandergesetzt.

Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Velbert.  Mütter und Väter werden in den Kitas aufgefordert, nicht zu telefonieren, wenn sie ihre Kinder in die Einrichtung bringen oder sie abholen.

Statt mit den Kindern den aufregenden Kita-Tag Revue passieren zu lassen, sprechen viele Mütter oder Väter lieber in ihr Handy. Der Essener Kita-Träger war es nun leid und hat in seinen zehn Kitas ein Handy-Verbot ausgesprochen.

Am Ende des aufregenden Tages in der Kita erleben viele Kinder, dass die Eltern zwar anwesend sind, aber doch nicht da. Statt sich die Abenteuer der Kinder anzuhören, haben sie ihr Smartphone am Ohr oder im Blick. Auch in Velberter Kindertagesstätten ist das Problem schon länger bekannt.

Handyverbot bereits seit zehn Jahren

„Ein Handyverbot ist bei uns ein alter Hut. Es gilt hier mindestens seit zehn Jahren“, sagt Andrea Zabel, die Leiterin der Awo-Kita Am Schwanefeld. Die Eltern werden von den Erziehern darauf hingewiesen, dass es nicht gewünscht ist, dass sie mit dem Handy telefonieren. „Telefonierende Eltern fordern wir auf, das Gespräch zu unterbrechen und es zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen“, so Andrea Zabel weiter. „Mütter und Väter sollen ihren Sohn oder ihre Tochter erst in den Alltag nach dem Kindergarten begleiten.“

Keinerlei Probleme mit Handys gibt es dagegen in der Juniorwelt. Daher: „Ein Handyverbot ist bei uns kein Thema“, so die Leiterin der Einrichtung Beate Richter.

Plakataktion vor einigen Jahren gestartet

Ein direktes Handyverbot gibt es auch in den Kolping-Kitas nicht, erwünscht ist das Mobiltelefon aber dort ebenfalls nicht. „Auch wir beobachten immer wieder Eltern, die beim Bringen oder Abholen telefonieren“, sagt Claudia Schmidt, Fachberaterin der neun Kolping-Kitas in Velbert. Auch während der Eingewöhnungsphase habe man immer wieder Mütter oder Väter erlebt, die dann im Gruppenraum mit ihren Handy zu Gange waren. „Wir haben dann Plakate aufgehängt und Flyer verteilt“, so Schmidt weiter. Die Ansprache komme an, das Telefonieren werde weniger, habe sie beobachtet.

„Das generelle Essener Verbot könnte aber auch für uns ein Anlass sein, das noch einmal zu diskutieren“. Bereits vor drei Jahren hat der SKFM in Velbert eine großangelegte Kampagne gestartet mit Plakaten in der ganzen Stadt, darauf stand: „Reden sie lieber mit ihrem Kind“ – statt mit dem Handy. Denn die Mutter reagiert am Telefon, lacht, das Kleinkind – oft im Kinderwagen – hat keine Ahnung, warum. Kinder stört das sehr. Für eine gesunde Entwicklung ist es wichtig, dass Eltern viel mit dem Nachwuchs reden. Sonst kann bei den Kleinen der Eindruck entstehen, das Handy ist wichtiger als ich.

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