Kunst

Beim Kreativmarkt fühlen sich Künstler und Besucher wohl

Viele Hobbykünstler kommen immer wieder gerne zum Kreativmarkt nach Neviges – so auch Stefanie Roth mit ihren Filzkunstwerken.

Viele Hobbykünstler kommen immer wieder gerne zum Kreativmarkt nach Neviges – so auch Stefanie Roth mit ihren Filzkunstwerken.

Foto: Uwe Möller

Neviges.  Besucher und Aussteller schwärmen von der familiären Atmosphäre. Auch wenn der Verkauf mal nicht so gut läuft, kommt man doch gerne.

Das kleine beleuchtete Fliegenpilz-Häuschen mit dem bunten Filzüberzug hat es der älteren Dame angetan. „Gott, was ist das schön“, schwärmt sie und begutachte das Gebäude von allen Seiten, „wenn ich mal ein Enkelchen bekomme, wird das das Erste sein, was ich ihm schenken werde.“ Standinhaberin Stefanie Roth lacht und freut sich über die Anerkennung. „Ja, ich mache das alles auch mit sehr viel Leidenschaft und versuche immer, mit meinen Arbeiten auch Geschichten zu erzählen.“ Ob Glückskekse oder Blumen, Tomaten, Äpfel, Elfen oder Wichtel – die Velberterin versteht das Filzhandwerk wie keine Zweite. Auf dem Kreativmarkt in der Glocke kennt man sie und ihre farbenprächtigen Kunstwerke seit langem. Zahlreiche Hobbykünstler aus der Region präsentieren ihre selbst gemachten Werke – mit dabei sind auch immer neue Aussteller, die das Interesse der Besucher für sich gewinnen wollen.

Ulrike Lindemann-Weber, die sich auf Essig spezialisiert hat, ist jedoch auf dem Kreativmarkt wohlbekannt. „Wir entwickeln stets neue Kreationen“, erzählt die Wülfratherin, „ich schaue immer, was mein Garten so hergibt, zum Beispiel einen regionalen Kräuteressig.“ Sie zeigt eine elegant geschwungene Flasche, in der Essigessenz schwimmt ein Lorbeerblatt, Thymian, Zitrone, eine Dattel. „Man kann ihn hervorragend für Salate nutzen. Nudelsalat und Kartoffelsalat schmecken damit fantastisch“, weiß die Expertin, deren Lieblingsessig aber ein anderer ist. „Cassisessig ist mein Favorit, schwarze Johannisbeere mit Rotweinesssig. Neun Monate lang braucht er um zu reifen, erst die Sonne, dann die Kälte, um die Enzyme in den Fruchtkernen freizusetzen.“

Jedes Mal sind einige neue Anbieter dabei

Ehegatte Peter kommt an den Stand, bringt seiner Frau eine heiße Tasse Kaffee, dann lacht er der Standbesitzerin nebenan freundlich zu. „Hier herrscht immer eine ganz wunderbare Stimmung, ein nettes Miteinander, keine Hektik einfach toll“, lobt Lindemann. Ein Kompliment, dass die Organisatorin des Kreativmarktes, Helga Braune, immer wieder zu hören bekommt. „Das Familiäre spielt eine große Rolle bei uns, wir setzen uns auch alle vor Beginn der Veranstaltung nochmal zusammen, trinken Kaffee, zu uns kommen die Händler einfach immer wieder gerne. Aber wir versuchen auch, jedes Mal einige neue Anbieter dabei zu haben, damit sich das Sortiment von Zeit zu Zeit ein wenig ändert.“

Bunte Karten, Schmuck aus altem Besteck, Taschen, genähte Türstopper in Katzenform, Babyschühchen, Glasbilder, selbstgemachte Kerzen, Herbst-, aber auch schon Weihnachtsdeko: Die Angebote sind vielfältig, weil es nie zu voll ist, gibt es auch kein Gedränge. „Was ich so schön finde ist, dass man hier wirklich Ruhe zum Stöbern hat“, erklärt ein älterer Mann, „und man kann bei einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stückchen Kuchen eine Pause machen.“

Aussteller schwärmen von der tollen Stimmung

Zweimal im Jahr findet der Kreativmarkt in der Glocke statt, auch Gudrun Weichert kommt mit ihren selbst geschriebenen Kochbüchern in Ringbuchform immer wieder gerne her. „Die Stimmung ist wirklich so toll, das ich ganz ehrlich sagen muss: Selbst wenn ich nicht gut verkaufe, hat sich das Hiersein doch gelohnt, einfach weil es unfassbar viel Freude macht.“

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