Prozess

Betrug mit Liebesfalle: LKA deckte die Überweisungen auf

Vor dem Landgericht sagten am Freitag Finanzermittler des Landeskriminalamtes aus.

Vor dem Landgericht sagten am Freitag Finanzermittler des Landeskriminalamtes aus.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Wuppertal.  Ein „Romeo“ soll eine Velberter Angestellte zur Unterschlagung von Geld animiert haben. Mehrere Banken hatten Verdachtsanzeigen erstattet. 

In einem Fall um mutmaßlichen Betrug mit hinterhältiger Liebesfalle war es das Landeskriminalamt, das fragwürdige Überweisungen über fast eine Viertelmillion Euro vom Konto einer Velberter Firma aufdeckte. Zur Fortsetzung des Prozesses gegen einen 42 Jahre alten Angeklagten sagten Freitag (24. Mai 2019) Finanzermittler im Landgericht Wuppertal aus: „Uns lagen Verdachtsanzeigen mehrerer Banken vor.“ In einem Fall sollte sogar ein nicht existierender LKW bezahlt worden sein.

Angeklagter wehrt sich gegen zwei Jahre und acht Monate Gefängnis

Der Angeklagte wehrt sich gegen zwei Jahre und acht Monate Gefängnis, die das Amtsgericht nicht rechtskräftig verhängt hat. Die Staatsanwaltschaft fordert deutlich höhere Strafe.

Der Mann soll 2013 über das Internet eine Beziehung zu einer Angestellten der später geschädigten Firma aufgebaut haben. Sie arbeitete in vertrauensvoller Stellung für die Geschäftsleitung einer Velberter Firma und habe sich eine Familie gewünscht. Der Mann habe ihr verschwiegen, dass er verheiratet ist und drei Kinder hat. Insgesamt elfmal bis Januar 2015 soll die Kauffrau hohe Beträge an ihn überwiesen haben. Dazu habe der Mann sie aufgefordert.

Laut Anklage floss das Geld in fragwürdige Auto-Exportgeschäfte. Kommentar der Frau: „Anfangs hat er gesagt, er zahlt zurück.“ Die heute 37-Jährige hat eine Bewährungsstrafe für schweren Betrug und Untreue bereits angenommen. Laut Staatsanwaltschaft zahlt sie den Schaden zurück.

Als kein Geld mehr floss, brach der Angeklagte den Kontakt zu der Frau ab

Den Ermittlern zufolge melden die Banken routinemäßig Geldbewegungen, die ihnen verdächtig erscheinen. Im aktuellen Fall hätten die Beamten zunächst eine Fassade aus Scheinbuchungen gefunden, mit der die Frau ihre Manipulationen verdeckt habe. Für den LKW etwa habe es eine Rechnungsnummer und alle Unterlagen gegeben. Nur: „Die andere Firma konnte mit den Angaben nichts anfangen“. Die Frau habe schließlich die Taten zugegeben. Laut ihren Angaben brach der Mann den Kontakt zu ihr sofort ab, als sie Geld zurück holen wollte. Das Gericht will am 12. Juni weiter verhandeln.

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