Friedhöfe

Bürgerin bemängelt Zustand des jüdischen Friedhofes Neviges

Baumstämme, die kreuz und quer zwischen den Grabsteinen liegen, bekümmern die Nevigeserin Gabriele Pohley. Die Technischen Betriebe Velbert (TBV) wollen den Missstand bald beheben.

Baumstämme, die kreuz und quer zwischen den Grabsteinen liegen, bekümmern die Nevigeserin Gabriele Pohley. Die Technischen Betriebe Velbert (TBV) wollen den Missstand bald beheben.

Foto: Gabriele Pohley

NEviges.   Der Zustand des jüdischen Friedhofs in Neviges bekümmert die Nevigeserin Gabriele Pohley. Die TBV nennen Gründe und wollen den Missstand beheben.

Grabsteine, die dick mit Moos bewachsen sind, kreuz und quer zwischen den Gräbern herumliegende Baumstämme – der Zustand des alten jüdischen Friedhofes am Zwingenberger Weg bekümmert WAZ-Leserin Gabriele Pohley. „Ich weiß ja, dass die Kassen knapp gefüllt sind. Aber ich denke, die Stadt sollte diesen Friedhof so pflegen wie auch die anderen im Stadtgebiet. Diese Menschen haben hier auch als Zwangsarbeiter gelebt, wie ich auf den Steinen entziffern konnte, sind sie jung gestorben. Wer weiß, ob Angehörige jemals von ihrem Schicksal erfahren haben.“ Es wäre doch ein kleines Zeichen der Menschenwürde, so Gabriele Pohley, wenn auch dieser alte Friedhof vernünftig gepflegt würde. „Mir ist auch klar, dass der jüdische Glaube keinen besonderen Totenkult beinhaltet, aber müssen die Baumstämme so zwischen den Grabsteinen liegen?

Moss wächst im Schatten besonders schnell

Fabian Noeckel, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Grün und Friedhöfe bei den Technischen Betrieben Velbert (TBV), sagte dazu nach Rücksprache mit Friedhofsmeister Harald Milde: „Die Grabsteine werden, soweit nötig, jährlich gereinigt, mindestens aber alle zwei Jahre. Problematisch ist hier die Lage der Grabsteine“, so der Fachmann. Dadurch, dass die großen Bäume so viel Schatten werfen, habe das Moos besonders leichtes Spiel und bilde sich nach der Reinigung sehr schnell wieder neu.

Für die Reinigung muss es längere Zeit warm sein

Bei der Reinigung, so Fabian Noeckel, werde das Moos zunächst grob abgebürstet und anschließend mit einem biologisch abbaubaren Präparat komplett vom Grabstein entfernt. Da dieses spezielle Präparat laut Herstellerangaben erst nach den Spätfrösten, bei Temperaturen von dauerhaft über 10 Grad seine volle Wirkung entfalte, wurden die Grabsteine dieses Jahr noch nicht dementsprechend gründlich gereinigt. „Sie ist aber für die nächsten Wochen fest eingeplant“, verspricht Noeckel. Auch die Baumstämme, die nach der Beseitigung der Sturmschäden liegen geblieben sind, sollen zeitnah entfernt werden.

Der jüdische Friedhof in Neviges ist der älteste der Stadt. Im Jahr 1791 gab es hier die erste Beisetzung, die letzte war 1929. Jüdische Friedhöfe dürfen nicht aufgehoben werden.

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