Comedy

Comedian Bora spickt in Velbert die Highlights mit Pointen

Gut und gerne 180 Gäste im ausverkauften „Karstens“ in Velbert jubelten, klatschten und hatten erfrischende Antworten parat.

Gut und gerne 180 Gäste im ausverkauften „Karstens“ in Velbert jubelten, klatschten und hatten erfrischende Antworten parat.

Foto: Nicole Krzemien

Velbert-Mitte.  Sechs Künstler gestalten in Velbert zum sechsten Mal die „Schlüssel-Comedy“. Comedian Bora persönlich knöpft sich die Highlights der Stücke vor.

„Schlüssel-Comedy“ die Sechste: Bora Altun hat erneut eingeladen. Auf der einen Seite sechs Künstler, auf der anderen 180 Gäste. Im ausverkauften „Karstens“ jubelte und klatschte das Publikum, staunte ungläubig oder rief den Stand-up-Künstlern erfrischende Antworten zu. Doch den Beginn mach DJ Flow: „Velbert, habt ihr Bock auf Comedy?“ Und ob!

Von Feuerwerk zu Feuerwerk

Erster Künstler ist Tobi Freudenthal, bekannt als Quoten-Deutscher bei der Premiere 2018. Mit neuem Programm sprintet der Kölner von Feuerwerk zu Feuerwerk. Sein Thema: der deutsche „Rumheul“-Mensch, inklusive seiner Sprache. Überflüssige assoziative Sätze bewegen ihn. Als er einem Kumpel, der kein Hotelzimmer in Köln fand, ein Bett anbot, bedankte der sich mit: „Ich fass‘ dich auch nicht an“. Als sie Pizza bestellten, kam der Zusatz: „Ich habe auch nicht draufgespuckt“. Neue Szene: „Wie geht’s?“ Antwort: „Ja, muss.“

Die Gesamtintelligenz wird unter Milliarden aufgeteilt

Aus Ostfriesland reiste auf den Schienen Michael Ulbst an. Im Gepäck eine Mail der Bahn. Trocken liest er die Sätze vor, die die Bahn zum 33. Geburtstag sendete. Ein Rezept für einen Cocktail. Satire aus dem Leben, die sich mit einer Mail zum 32. Geburtstag steigerungsfähig zeigt. Eine Zeitreise mit historischen Geschichten und dem Hinweis, die Bahn führe den Ort an. Sein gefühltes Fazit: Es gibt immer mehr dumme Menschen. Seine These: Gesamtintelligenz auf dem Planeten bleibt gleich, aber es gebe immer mehr Menschen.

Hervorragendes Training für die Lachmuskeln

Amjal kommt aus Ochtrup mit Reisesack auf dem Rücken. Das Markenzeichen des Comedien mit arabischen Wurzeln ist sein Rucksack. Stand-up liegt ihm, er steht im amüsierenden Dialog mit dem Publikum. Trotzdem vergisst er sein Programm nicht. Einen Teil davon spielte er auch schon während der Schlüssel-Comedy-Premiere. Damals wie heute: Sprachlich und für die Lachmuskeln hervorragend! Auch gegen Vorurteile: Zwei Araber streiten sich am Bahnhof. Der Libanese in hohen Tönen, der Marokkaner langsam. Der Deutsche kommentiert: Typisch Türke.

Inflation macht auch vor Schnorrern nicht Halt

Ebenfalls ein Bekannter ist Serkan Ates-Stein, sein Beatbox-Talent mit ihm. Stets mit einem Lächeln zeigt

der Kölner, was in ihm steckt. Viele Töne, sprachliche Vielfalt und Witz. Von der Domplatte berichtet er wie er angebettelt wurde. „Hast du mal drei Euro für mich?“ Er fragt, wo die anderen seien. „Inflation.“ Interessante Gedankenspiele regt er mit einer Frage an: Was wäre, wenn Jesus heute lebte, mit Handy und Freibad?

Cool bleiben in peinlichen Momenten

Einer möchte auch „cool“ sein: Juri von Stavenhagen. Er berichtet urkomisch von extrem peinlichen Augenblicken. Verstörender Auftritt vor Kiffern, bei dem das Lachen 30 Sekunden verzögert eintritt oder wie er sich im Urlaub mit seiner Freundin nach einem Quallenbiss von Typen vollurinieren lassen musste. Fazit: Juri ist cool.

Weihnachten stehen alle Türchen offen

Als intellektuelles Highlight tritt Helmuth Steierwald auf. Was sich österreichisch anhört ist ein Pseudonym für einen stets hungrigen Halb-Iraner und Halb-Türken. Seine Eltern geben ihm mit, dass ihm alle Türen offenstehen, wenn er Abi mache. „Bei mir stehen alle Türen auf, wenn ich den Adventskalender leergefressen habe.“ Nun, der promovierte Lebensmittelchemiker wird zuweilen bei medizinischen Belangen angefragt. „Keine Ahnung“, antwortet er. Aber er sei Doktor? „Nun“, sagt er, „du hast eine Bachelor-Arbeit geschrieben und wo sind die Weiber?“

Verzaubert und geschmückt mit einem Schal

Bora hat sie in seinem Publikum. Verzaubert und geschmückt mit einem Schal. Ein Geschenk des Veranstalters. Bora Altun rockt den Abend, dankt den Unterstützern und berichtet in den Pausen die Highlights seines Programms, gespickt mit neuen Pointen.

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