Wirtschaft

Das heimische Handwerk erweist sich als auffallend robust

In der Baubranche brummt es so richtig. Das Ausbaugewerbe behauptet gar beharrlich den Höchstwert auf dem Konjunkturbarometer.

In der Baubranche brummt es so richtig. Das Ausbaugewerbe behauptet gar beharrlich den Höchstwert auf dem Konjunkturbarometer.

Foto: Rebecca Dalhoff

Düsseldorf.  Die konjunkturelle Lage in der Wirtschaft ist eher unsicher, doch das Handwerk zeigt sich auffällig robust. Es gibt aber auch Eintrübungssignale

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Derweil die hiesige IHK aufgrund einer Befragung der ihr zugehörigen Firmen von einer „Abkühlung auf Ansage“ und Erwartungen einer deutlichen Konjunktureintrübung im Jahresverlauf berichtet, erweist sich das Handwerk „in unsicherer konjunktureller Gesamtlage der Wirtschaft“ als „auffallend robust“.

Unverändert weit überdurchschnittliche Werte

Diese Feststellung trifft die Handwerkskammer (HWK) Düsseldorf in ihrem aktuellen Herbstgutachten. Demzufolge sticht das Konjunkturbarometer für diesen Wirtschaftsbereich an Rhein, Ruhr und Wupper mit unverändert weit überdurchschnittlichen Werten hervor. Allerdings: Es gibt auch erste Eintrübungssignale, und zwar bei Zulieferern und im Kraftfahrzeuggewerbe.

Der von der HWK auf Basis einer repräsentativen Betriebsumfrage ermittelte Geschäftsklimaindex erreicht jetzt 29 Prozent und liegt damit praktisch auf dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitpunktes. „Die Stimmung im größten Handwerkskammerbezirk des Landes hält sich seit nunmehr drei Jahren in Folge mit rund oder über 90 Prozent positiver Rückmeldungen auf einem absoluten Top-Level,“ bilanziert Kammer-Präsident Andreas Ehlert.

Straßen- und Gerüstbauer melden Vollauslastung

Das Gros der Unternehmen, 60 Prozent, berichtet von einer erneuten bzw. weiteren Belebung der Geschäftslage in den letzten sechs Monaten. Das gilt vor allem für das Gesundheitsgewerbe, in konsumnahen Branchen des Lebensmittelgewerbes sowie bei der Persönlichen Ausstattung bzw. Dienstleistung. Unverändert Hausse herrscht außerdem am Bau; Straßen- wie Gerüstbauer melden

Vollauslastung. Das Ausbaugewerbe, behauptet den Höchstwert auf dem Konjunktur-Barometer des Wirtschaftssektors gar im dritten Jahr in Folge.

Nach Auskunft der HWK verlief mit Ausnahme des von der Absatzkrise der Automobilindustrie betroffenen Kfz-Gewerbes auch die Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk an Rhein, Ruhr und Wupper dynamisch. Nur 16 Prozent der Firmen erlitten Einbußen. Die Kapazitäten sind zu 82 Prozent – also praktisch voll – ausgelastet; der Auftragsbestand füllt die Bücher auf acht bis neun Wochen.

Zahl der unbesetzten Stellen wächst

Der Arbeitgeber Handwerk wächst ebenfalls. 35 Prozent der Firmen über alle Handwerksbranchen hinweg nennen aktuell unbesetzte offene Stellen, das sind doppelt so viele wie noch vor drei Jahren. Andererseits gelang es immerhin jedem vierten Unternehmen trotz des Fachkräftemangels zusätzliche Mitarbeiter einzustellen.

Viele sind unverändert optimistisch

Ähnlich optimistisch wie zuvor beurteilen die Inhaber auch die Perspektiven in den kommenden Monaten. Lediglich in Handwerksfirmen mit mehr als 50 Beschäftigten trübt sich die Stimmung stärker ein – trotz zuletzt erhöhter Umsätze und Auftragseingänge. Nur noch halb so viele der vor allem Zulieferbranchen zugehörigen Unternehmen erwarten weitere Auftragszuwächse. Im Bergischen Land mit seinem erhöhten Anteil an für den gewerblichen Bedarf tätigen Firmen fiel das Konjunkturbarometer auf 121 Prozent, während die Regionen Raum Düsseldorf, Niederrhein und Ruhr-West unverändert auf Rekordwerte um 130 Prozent kommen.

„Wir erwarten trotz des weitgehend ausgetrockneten Arbeitsmarktes auch für dieses Jahr einen leichten Beschäftigungsaufbau im Handwerk um kammerweit bis zu einem Prozent und ein Umsatzwachstum um drei Prozent“, sagte Andreas Ehlert bei der Präsentation.

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